Herbert Grau hat das Gebäude in Zimmern verkauft. Es gehört jetzt einer Frau aus Steinhofen. Noch offen ist, wann dort wieder eingekehrt werden kann.
Eine fürwahr erfreuliche Nachricht macht derzeit im Kirchspiel die Runde: Zur Liste der Gastronomiebetriebe kann ein neuer (beziehungsweise alter) Name hinzugefügt werden – die Rede ist vom „Grünen Baum“ in Zimmern.
Nach langem Hin und Her konnte ein Käufer für diese Immobilie im Ortskern gefunden werden. Eine interessierte Bürgerin aus Steinhofen habe das „Beemle“ nach vorherigem Rundgang und Verhandlungen gekauft, informiert der seitherige Besitzer und jahrzehntelange Gastwirt Herbert Grau. Der nächste Schritt sei nun die Beurkundung beim Notar und der Eintrag ins Grundbuch, um den rechtlichen Eigentumsübergang zu regeln und Rechtssicherheit zu schaffen.
Erbaut im Jahr 1840
Zum Objekt gehören parallel zur Wirtschaft eine großzügige Wohnung im Obergeschoss, eine Ferienwohnung und eine Scheune. Erbaut wurde das über viele Jahrzehnte gut florierende Wirtshaus im Jahr 1840. Über einen längeren Zeitraum war das Gasthaus im Familienbesitz von Eugen und Anna Fecker (deren Töchter waren Wilhelmine Holocher und Ida Kleinmann). Überlieferungen erinnern an die Zeit, als die im einst landwirtschaftlichen Anwesen eingerichtete Gaststube zur Einkehr geöffnet war. So manches Fest fand dort statt.
Ohnehin war der „Grüne Baum“ mehr als nur Bierausschank. Er war ein beliebter Ort der Begegnung; gerne wurden dort Festlichkeiten und Veranstaltungen organisiert.
Die Wirtschaft bereicherte das gesellschaftliche Leben im kleinen Zimmern.
Wechselnde Wirtsleute
Im Jahr 1987 wechselte der Besitzer. Karl-Heinz Wolf aus Bisingen übernahm das traditionsreiche „Beemle“ und betrieb das Gasthaus nach Sanierungsmaßnahmen nahezu über zwei Jahrzehnte. 2005 erwarben Herbert und Martha Grau den Gastbetrieb; sie waren zuvor über 22 Jahre Pächter des Hechinger Schützenhauses. Nach grundlegenden Renovierungsarbeiten haben sie der einstigen Dorfwirtschaft den gemütlichen Charakter zurückgegeben, den sie über viele Jahrzehnte besaß und den die Gäste sehr schätzten.
Unter ihrer Regie wurde „’s Beemle“ im Jahr 2006 wiedereröffnet. Zwölf Jahre lang standen Herbert und Martha Grau hinterm Tresen beziehungsweise am Herd.
Ihr 30-jähriges Gastronomie-Jubiläum feierten die Wirtsleute Grau im Jahr 2014. Für die Stammkundschaft gab es ein Schlachtfest im gegenüberliegenden Bürgerhaus.
Seit acht Jahren zu
Nachdem Martha Grau 2018 starb, entschloss sich ihr Ehemann Herbert, die Gaststätte zu schließen. Lediglich ab und zu öffnete er noch für einen Stammtisch oder eine Kaffeerunde die Türen. Doch spielte Herbert Grau seit Jahren mit dem Gedanken, sich von der Immobilie zu trennen. Nun hat er eine Interessentin gefunden, die sich in die schnuckelige Wirtschaft verliebt hat.
Der ehemalige Besitzer Herbert Grau hingegen wird in eine kleinere Wohnung ziehen. Zu welchem Zeitpunkt der „Grüne Baum“ (mit deutscher Speisenkarte) wiedereröffnet wird, ist noch offen.