Vom mediterranen Toskana-Burger über würzige BBQ-Spare-Ribs bis zum saftigen Tomahawk-Steak – der Blick auf die Speisekarte des Bullshouse Rottweil ist schonmal vielversprechend. Aber werden die Erwartungen auch erfüllt? Wir haben es getestet.
Dienstagabend, 18.30 Uhr: Im „Bullshouse“ an der Tuttlinger Straße herrscht Hochbetrieb. Ein Großteil der Tische ist besetzt, Kellner wuseln umher, in der Küche wird eifrig gekocht. Der erste Eindruck von den Räumen? Geschmackvoll eingerichtet – irgendwo zwischen edel-modern und gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre. So weit, so gut.
Das „Bullshouse“ auf der Rottweiler Saline lockt mit dem Konzept eines Steakhouses, das laut Pächter aber auch moderne Crossover-Küche bietet – speziell und in der näheren Umgebung beispiellos, also höchste Zeit für einen Test.
Das Restaurant ist sowohl von der Stadt aus als auch über die Umgehungsstraße schnell erreichbar. Parkplätze stehen jede Menge zur Verfügung: entweder direkt am Restaurant oder gegenüber auf der großen Parkfläche.
Die Speisekarte
Beim Blick auf die Speisekarte ist der erste Impuls Überforderung, im positiven Sinne: Das Angebot ist groß, die Wahl fällt schwer. Von schwäbischen Klassikern wie Wurstsalat und Käsespätzle über Chili con Carne, Flammkuchen und sommerliche Blattsalate in ganz verschiedenen Variationen bis zu Nudel-, Fisch- und Reisgerichten gibt es jede Menge.
Steaks und Burger
Der Fokus liegt in dem Steakhouse aber ganz klar auf Fleisch. Und auch da ist die Auswahl riesengroß. Kurz liebäugele ich mit den Burgern, etwa mit dem „Bad Bull BBQ Burger“ mit Zwiebeln, Bacon und Smokey Barbecue-Soße oder mit dem Sweet Chili Chicken Burger.
Auch einen Veggie-Burger mit Gemüse-Patty gibt es übrigens. Mein Begleiter entscheidet sich für den „Toskana Burger“: Rinder-Patty mit Provolonekäse, Rucola, Tomate, Trüffel-Parmesan-Soße. Statt Rosmarinkartoffeln als Beilage wünscht er sich Süßkartoffel-Pommes – gar kein Problem.
Besondere Gerichte
Ich studiere fasziniert die Bereiche „Ribs“ und „Steaks“ und staune über manch besonderen Eintrag, den man nicht in vielen Restaurants auf der Karte findet, zum Beispiel ein ein Kilogramm schweren Tomahawk-Steak, das laut Karte 80 Minuten Wartezeit erfordert (und stolze 78 Euro kostet). Verlockend, aber wohl eher etwas für besondere Anlässe.
Steaks gibt es hier auch in der „Dry Aged“-Version. Durch den Trockenreifungsprozess entstehen ein besonderer Geschmack und eine gewisse Zartheit, wie aus der Speisekarte zu erfahren ist.
Wenn man mit mehreren Personen zu Gast ist, gibt es auch Platten mit verschiedenen Fleischsorten oder Kombinationen aus Burgern, Chicken Nuggets, Chicken Wings, Pommes und anderen Beilagen zur Auswahl.
Viele Beilagen und Dips zur Auswahl
Letztlich entscheide ich mich für ein 200-Gramm-Rumpsteak vom Argentinischen Black Angus Rind (laut Karte 140 Tage mit Getreide gefüttert), medium gegart, mit Kräuterbutter sowie einem kleinen Salat und Pommes als Beilage.
Auch hier gibt es wieder viele Variationsmöglichkeiten, etwa Süßkartoffelpommes, Kartoffeln, Spätzle, Reis, Coleslaw, Maiskolben oder Grillgemüse.
Als Dip entscheide ich mich für BBQ, es gäbe aber von Aioli über Pfefferrahm-Soße, pikante Salsa und Trüffelmayonnaise bis Sour Cream auch hier jede Menge Optionen.
Geht die große Auswahl zu Lasten der Qualität? Ich bin gespannt, was mich erwartet. Nun ist das Schwerste aber erst einmal geschafft: die Entscheidung.
Spezielle Aktionen
Während wir auf das Essen warten – der Beilagensalat als Vorspeise schmeckt schonmal gut – studieren wir die „Specials“ auf der Karte. Dienstag ist Burger-Tag, Mittwoch Spare-Ribs-Tag mit entsprechenden Ermäßigungen. Außerdem gibt es, immer wieder wechselnd, einen „Burger des Monats“.
Auch bei den Getränken gibt es Aktionspreise, quasi eine Happy-Hour, etwa beim Feierabendbier zwischen 17 und 18 Uhr unter der Woche, zudem einen Cocktail des Monats mit oder ohne Alkohol am Freitag und Samstag ab 22 Uhr zu einem vergünstigten Preis.
Für junge Besucher gibt es ein Schülermenü von Montag bis Donnerstag, 12 bis 14 Uhr, das aus zwei kleinen Burgern, kleinen Pommes und einem Getränk für zehn Euro besteht. Auf Anfrage beim Personal gibt es auch einen Seniorenteller für zehn Euro.
So schmeckt das Essen
Nach ein wenig Wartezeit kommen auch schon die Gerichte, und die machen optisch einiges her. Beim Anblick des Steaks läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen – aber ist es auch wirklich medium gebraten?
Der Anschnitt zeigt: absolut. Und auch den Geschmackstest besteht das Gericht mit Bravour. Außen hat das Steak eine krosse, würzige Kruste, innen ist es butterweich. Fettige Stellen, die man lieber wegschneidet? Fehlanzeige. Dazu gibt es eine große Schüssel Pommes. Um das Sattwerden muss man sich bei diesem Gericht also keinerlei Gedanken machen.
Auch der Burger meines Begleiters schmeckt vorzüglich, und obwohl er für meinen Geschmack auf den ersten Blick ein bisschen klein aussieht, ist er nach der ganzen Portion ebenfalls gut gesättigt.
Optik und Geschmack überzeugen
Platz für einen Nachtisch muss aber dennoch sein. Wir entscheiden uns für den Schokokuchen mit flüssigem Kern in der Version weiße Schokolade mit Beerenragout, Sahne und einer Kugel Vanilleeis.
Und auch da gibt es trotz intensiver Suche wirklich nichts zu meckern. Optik und Geschmack überzeugen auf der ganzen Linie.
Das hat es gekostet
Nach dem Genuss wird es nun Zeit für einen Kassensturz: Steak, Pommes und Salat gab es für 36 Euro, den Burger mit Süßkartoffelpommes für 18,40 Euro. Insgesamt haben wir zu zweit samt Getränken und Dessert 69,30 Euro bezahlt.
Günstig ist das nicht, rund 30 Euro für ein Steak sind aber mittlerweile durchaus üblich und auch in Ordnung, wenn es die Qualitätserwartungen erfüllt. Und das hat es in diesem Fall. Wer sich an Specials orientiert, kann zudem sicherlich etwas sparen.
Unser Fazit
Die Essensatmosphäre im „Bullshouse“ war angenehm, und das Personal sehr freundlich und zuvorkommend. Besonders begeistert hat, neben dem Geschmack des Essens, die große Auswahl. Da ist wirklich für jeden etwas dabei.
Mit insgesamt rund 300 Plätzen drinnen und auf der Terrasse bietet das Restaurant jede Menge Platz, an den Abenden ist eine Reservierung aber sicherlich sinnvoll.
Das Bullshouse
Sternebewertung
Küche *****Service **** Ambiente ****
***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Öffnungszeiten
Mittagstisch gibt es Montag bis Donnerstag von 11.30 bis 14 Uhr (Küche bis 12 Uhr). Montag bis Samstag hat das Restaurant abends von 17 bis 22 Uhr geöffnet. Am Sonntag ist das Bullshouse von 11 bis 22 Uhr durchgängig geöffnet (Küche von 11.30 bis 15 Uhr und 17 bis 21 Uhr).
Adresse und Kontakt
Tuttlinger Straße 67, 78628 Rottweil, Telefon: 0741/94 24 53 05, E-Mail: info.bullshouse.rottweil@gmail.com