Die Spezialität im Umami Nami in Villingen: Sushi-Kreationen in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Foto: Meene

Das „Umami Nami“ in der Villinger Innenstadt verspricht japanische Küche mit modernem Konzept. Wie diese „Geschmackswelle“ ankommt, haben wir getestet.

Noch ganz neu ist das „Umami Nami“ in Villingen: Anfang des Jahres ist ein japanisches Restaurant mit ukrainischen Einflüssen in die Niedere Straße eingezogen.

 

Es löst damit das beliebte französische Café „Saveurs de France“ ab, das noch bis zum vergangenen Jahr in den Räumlichkeiten betrieben wurde, jedoch aus wirtschaftlichen Gründen schließen musste. Jetzt wollen sich Vitalii Dvirnyk und der erfahrene Küchenchef Oleksandr Ivanov mit japanischen Gerichten an dem Standort etablieren.

Der Name soll Programm sein: „Umami“ gilt als fünfte Geschmacksrichtung und bedeutet so etwas wie „herzhaft“ oder „köstlich“. Das japanische Wort „Nami“ bedeutet übersetzt „Welle“. Werden Gäste mit Sushi, Spring Rolls, Chuka-Salat und Co. von einer Geschmackswelle überrollt? Wir haben es getestet.

Die Location

Das „Umami Nami“ befindet sich in der Niederen Straße 4, direkt am Latschariplatz und damit in Top-Lage in der Villinger Innenstadt. Durch die zentrale Lage gibt es keine Parkmöglichkeiten direkt am Restaurant, umliegende Parkhäuser sind jedoch in nur wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Der Innenraum ist klein und intim, hier gibt es Platz für rund 25 Gäste. Foto: Drews

Das Ambiente des Restaurants wirkt hell, modern und einladend. Durch die nur rund 25 Sitzplätze im Innenraum herrscht eine intime und doch gemütliche Atmosphäre. Bei gutem Wetter laden Tische im Außenbereich in der Niederen Straße zum Verweilen ein.

Bei gutem Wetter gibt es Sitzmöglichkeiten im Außenbereich vor dem Restaurant. Foto: Meene

Das Angebot

Koch Oleksandr Ivanov hat viele Jahre als Chefkoch eines Restaurants im ukrainischen Odessa gearbeitet und für anderthalb Jahre auch in einem Restaurant in Japan. Diesen Mix aus japanischer Küche mit ukrainischen Einflüssen bringt er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Vitalii Dvirnyk jetzt nach Villingen.

Das „Umami Nami“ setzt nach eigenen Aussagen auf eine kalorienarme Zubereitung ohne Öl und die Karte bietet nicht nur für Fischliebhaber, sondern auch für Vegetarier und Veganer eine große Auswahl.

Die Spezialität des Restaurants sind Sushi-Kreationen in ganz unterschiedlichen, kreativen Ausführungen. Neben beliebten Klassikern wie Maki und Nigiri gibt es etwa auch überbackene Rollen, Rollen ohne Reis und Gunkan-Rollen mit Gurke. Ukrainische Einflüsse merkt man auf der Karte beispielsweise beim geräucherten Aal oder den überbackenen Muscheln.

Die Rollen kann man entweder einzeln bestellen oder man wählt eines der zusammengestellten Sushi-Sets aus, um gleich mehrere Sorten zu probieren.

Zudem gibt es Suppen, wie man sie aus der japanischen Küche kennt: etwa eine klassische Miso-Suppe in vegetarisch oder eine Variante mit Hühnchen. Die scharfe Tom-Yum-Suppe, die ursprünglich aus Thailand stammt, aber auch in Japan sehr beliebt ist, gibt es hier mit Lachs, Garnelen und Muscheln.

Die Salatkarte glänzt mit einem Kimchi Salat und einem Chuka-Salat, der mit Sesam und einer Nuss-Soße serviert wird. Foto: Meene

Die Salatkarte glänzt mit einer Mischung aus japanischen und europäischen Gerichten. Neben dem Kimchi-Salat aus fermentiertem Kohl und dem Chuka-Salat, einem japanischen Algensalat, gibt es unter anderem auch einen griechischen Salat sowie einen Ceasar-Salat mit Hähnchen.

Die „Spring Rolls“ sind nicht, wie man vielleicht erwarten mag, frittierte Frühlingsrollen, sondern in weiches Reispapier gewickelte große Rollen. Viele kennen diese Rollen auch unter dem Begriff „Sommerrollen“.

Eine üppige Getränkekarte, die sowohl Klassiker als auch hausgemachte Früchtetees und Limonaden beinhaltet, rundet das Angebot ab. Außerdem gibt es verschiedene Cocktails und Weine.

Auf der Getränkekarte gibt es hausgemachte Limonaden - hier in den Ausführungen Lavendel, Zitrone (links) und Gurke, Limette. Foto: Meene

Einzig der Nachtisch bricht etwas aus dem Konzept: Hier gibt es nicht etwa japanische Desserts wie Motchi, stattdessen warten hinter der Theke Tiramisu, Éclairs und Cheesecakes auf die Gäste.

Besonderheiten

Auch zum Frühstück kann man im „Umami Nami“ bereits einkehren. Von 10 bis 14 Uhr gilt die Frühstücks-Karte mit belegten Sandwiches, Paninis sowie außergewöhnlichen Bruschetta-Kreationen mit Lachs oder Mortadella und belegten Croissants mit Garnelen oder Gorgonzola.

So schmeckt das Essen

Doch zurück zur regulären Speisekarte: Wir haben das Angebot im „Umami Nami“ an einem Abend unter der Woche getestet.

Zur Vorspeise überzeugten gleich zwei Salate, die einen gelungenen Einstieg in die japanische Küche boten. Der Kimchi-Salat besteht ganz klassisch aus Kimchi-Kohl, Sesam, Frühlingszwiebeln und einer leichten Säure. Der Salat war angenehm frisch und nur leicht scharf.

Ebenso gelungen war der Chuka-Salat: Weder im Geruch noch im Geschmack dominierte eine zu intensive „Meeresnote“. Verfeinert mit Sesam und einer nussigen Soße entstand hier eine ausgewogene und harmonische Kombination.

Im Anschluss folgte das Sushi-Set „Fitness“: Hier bekommt man Asai Rolls, Kappa Makis, Avocado Makis und Inari Gunkan Chukas. Wie viele der jeweiligen Sorten man im Set bekommt, ist in der Karte nicht angegeben. Wir bekamen jeweils sechs pro Sorte, bei den Inari Gunkan Chukas waren es zwei.

Das Fitness-Set kommt ganz ohne Fisch aus und bietet gleich viele verschiedene Sushi-Varianten zum Probieren. Foto: Meene

Letztere, mit Gurke statt Nori ummantelt und gefüllt mit Algensalat, wurden ebenfalls mit Sesam und Nusssoße abgerundet. Das Sushi schmeckt frisch und handgemacht, die Maki überzeugten in gewohnter Qualität. Serviert wurde das Set klassisch mit Wasabi, eingelegtem Ingwer und einer Limettenscheibe.

Das Essen ist hübsch angerichtet und Instagram-tauglich. Generell fiel jedoch auf, dass bei einigen dieser aufwendig angerichteten Sushi-Kreationen der Fokus stärker auf der Ästhetik als auf der Praktikabilität lag – etwa bei einer Sorte, bei der ein großes Salatblatt zwar dekorativ eingearbeitet war, jedoch weit über das Sushi herausragte und den Verzehr stellenweise erschwerte.

Auch die vegetarischen „Spring Rolls“ entpuppten sich als Leckerbissen. Gefüllt mit Karotte, Gurke, Avocado, Paprika, Mango und Kräutern überzeugten sie vor allem durch ihre Frische. Die Mango setzt einen angenehmen fruchtigen Akzent. Dazu gibt es eine Erdnusssoße.

Geschmacklich waren die zwei Rollen stimmig, durch die großzügig darüber verteilte Unagi-Soße erwiesen sie sich jedoch auch als etwas unpraktisch im Verzehr – optisch ansprechend, aber mit einer gewissen Rutschgefahr verbunden. Gegessen wird standardmäßig mit Stäbchen, auf Nachfrage werden jedoch auch Messer und Gabel gereicht.

Die Vega Spring Rolls bestehen aus Gemüse, Avocado und Mango und sind mit Reispapier umwickelt. Dazu gibt es eine Erdnusssoße. Foto: Meene

Bei den Getränken hinterließen die hausgemachten Limonaden einen besonders positiven Eindruck. Sowohl die Kombination aus Lavendel und Zitrone als auch die Variante mit Gurke und Limette waren frisch zubereitet und nicht zu süß.

Als Nachtisch folgen ein Tiramisu und ein Cappuccino-Dessert, das mit Himbeeren getoppt ist. Foto: Drews/Meene

Zum Abschluss folgte mit einem Tiramisu sowie einem Cappuccino-Dessert mit Himbeeren eine süße Note. Beide Desserts überzeugten geschmacklich, passten aber nicht so ganz ins Konzept der ansonsten klar japanisch inspirierten Küche – ein kleiner Bruch im ansonsten stimmigen Gesamtbild.

Weitere Informationen und Bewertung

Sternebewertung
Küche ****
Service *****
Ambiente ****
***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

Service
Umami Nami hat von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Montag ist Ruhetag. Das Restaurant befindet sich in der Niederen Straße 4 in Villingen. Reservierungen können telefonisch unter 0176/757 488 45 getätigt werden. Das Umami Nami hat derzeit noch keine eigene Website, regelmäßige Updates und neue Angebote gibt es aber auf Instagram und auf Facebook.