Unzählige Rattan-Lampenschirme machen das „naboo“ zu einem echten Hingucker. Foto: Merk

Ein Himmel aus Rattan-Lampenschirmen, bepflanzte Wände und viel Holzverkleidung: Die Einrichtung macht das „naboo“ in Balingen zu einem echten Hingucker. Doch überzeugen auch Speisen und Getränke? Wir haben es getestet.

Seit Ende November 2023 gibt es das „naboo“ in Balingen. Vor allem die Inneneinrichtung verleiht dem früheren Schwefelbad echten Wiedererkennungswert. Schon wenige Wochen nach der Eröffnung sorgte das Restaurant mit seinem besonderen Stil über die Stadtgrenze hinaus für Gesprächsstoff. Aber überzeugen neben der Inneneinrichtung auch Speisen und Getränke? Wir haben dem Restaurant einen Besuch abgestattet und es dabei auf Herz und Nieren geprüft.

 

Die Location

Betritt man das ehemalige Schwefelbad in der Wilhelmstraße in Balingen, beeindruckt zuallererst der Himmel aus Rattan-Lampenschirmen die Besucher. Obwohl schier unzählige Pendelleuchten mit Korb-Schirmen von der Decke hängen, ist es nicht zu hell. Das Licht ist gedämpft und warm und verleiht dem Restaurant eine gemütliche Atmosphäre. Apropos, gemütlich: An den Holztischen stehen Rattan- oder braune Lederstühle, an den Wänden auch braune Leder-Sitzbänke. Die sehen nicht nur stylisch aus, sondern sind auch sehr bequem. Bis zu 150 Personen finden Platz im Erdgeschoss.

Die Wände sind teilweise mit Holz verkleidet, teilweise aber auch aus Stein. Neben einigen Pflanzen, die im Raum verteilt sind, dominiert aber vor allem die dichte Wandbepflanzung. Außerdem hängen zwischen den unzähligen Rattan-Lampenschirmen auch Pflanzen von der Decke herunter. All das lässt kurz vergessen, dass man sich eigentlich mitten in Balingen befindet. Man könnte fast meinen, man besucht ein Restaurant in einem exotischen Land.

Eine lange Bar bietet weitere Sitzgelegenheiten. Daneben führt eine Treppe zu einer kleinen Empore, auf der maximal 50 Personen Platz finden können. Große Fenster und Türen lassen hinten heraus einen Blick auf die Terrasse zu, die aktuell noch nicht fertig ist, aber schon viel verspricht. Bis zu 120 Personen sollen künftig darauf Platz finden. Daneben stehen einige Palmen und andere Pflanzen, die die Atmosphäre von innen auch nach draußen bringen.

Nach dem Besuch im „naboo“ verrät Geschäftsführer Oskar Haak am Telefon, dass das gesamte Konzept der Inneneinrichtung von ihm selbst stammt - vom Entwurf, über den Einkauf bis hin zur Ausführung. Ihm sei es dabei wichtig gewesen, eine warme Atmosphäre zu schaffen und kein „Schickimicki“-Restaurant zu eröffnen. „Kein Gast soll ausgeschlossen werden, alle sollen sich wohlfühlen“, sagt der Inhaber.

Das Angebot

Kurz gesagt: Im „naboo“ gibt es nichts, was es nicht gibt. Wirft man einen Blick auf die Speisekarte findet man von verschiedenen Salaten und Bowls über Burger, Steaks und Pinsa bis hin zu den Klassikern, wie Zwiebelrostbraten, Schnitzel, Käsespätzle und vieles mehr ein großes Angebot, bei dem wirklich jeder Gast etwas finden sollte. Die Preise für die Gerichte liegen dabei im üblichen Bereich. Für einen „Schwabentopf“ zahlt man beispielsweise 21,50 Euro, für die Thaicurry Bowl 15,90 Euro. Die Vorspeisen liegen zwischen 5,90 Euro bis zu 13,90 Euro. Hier gibt es verschiedene Suppen, eine Pulpo- und Gambabowl oder eine Vorspeisenvariation, die für bis zu drei Personen bestellt werden kann.

Es gibt außerdem auch eine Kinder-Karte. Und wer noch Lust auf etwas Süßes hat, findet sicher einen Nachtisch auf der Dessert-Karte. Es gibt verschiedene Eisbecher, Frozen Joghurt-Variationen und Kuchen. Die Desserts fangen preislich bei 3,90 Euro für ein Stück Kuchen an. Die marinierten Beeren sind mit 8,50 Euro der teuerste Nachtisch.

Es gibt aber nicht nur eine Speisekarte im „naboo“, sondern drei und außerdem noch eine Getränkekarte. Die Mittagskarte ist eine abgespeckte Version der großen Speisekarte. Sie gilt von Montag bis Samstag jeweils von 12 bis 14 Uhr. Ein ausgewähltes Mittagsmenü gibt es außerdem immer unter der Woche für 12,90 Euro. Wer so früh keine Zeit hat, kann aber auch auf ein spätes Mittagessen ins „naboo“ gehen. Das geht immer am Montag und von Mittwoch bis Samstag zwischen 14 und 17 Uhr.

Von Donnerstag bis Sonntag kann man dort außerdem auch frühstücken. Unter der Woche zahlt man für das Buffet 15,50 Euro pro Person. Am Wochenende und an Feiertagen kostet es 24,50 Euro pro Person. Inhaber Oskar Haak erklärt, dass es dann teurer ist, weil es mehr Auswahl gibt. Obwohl es sich immer um ein Frühstücksbuffet handelt, gibt es eine Speisekarte auf der die Auswahl aufgelistet ist.

Auch die Getränkekarte ist im „naboo“ sehr umfangreich und lässt nichts vermissen. Von alkoholfreien Getränken wie Säften, Softdrinks, Mineralwasser und Co. gibt es über verschiedene Weine, Biere, Longdrinks, Aperitifs und Cocktails (auch alkoholfreie) einfach alles, was das Herz begehrt. Alle Getränke gibt es ebenfalls zu den gängigen Preisen.

Besonderheiten

Nicht nur zum Essen gehen kann man dem „naboo“ einen Besuch abstatten. Ungefähr einmal im Monat finden dort auch Partys und andere Motto-Events statt. Live-Bands und verschiedene DJ´s sorgen für die Musik. Betreiber Oskar Haak verrät im Gespräch, dass er das zwar gerne öfter machen würde, dass er aber leider nicht dürfe. An den jeweiligen Event-Abenden können Gäste bis 21 Uhr zum Essen kommen. Anschließend wird alles für die Party vorbereitet, die dann meist gegen 22 Uhr beginnt.

Außerdem kann man das Restaurant auch für eigene Events mieten. Zum Beispiel für Geburtstage, Firmenfeiern oder Hochzeiten.

Tipp der Redaktion

Man sollte vorab unbedingt einen Tisch reservieren, weil das „naboo“ oft voll ist. Das geht ganz einfach über die Homepage oder auch telefonisch. Reserviert man online, kann man außerdem direkt angeben, ob man einen barrierefreien Tisch braucht oder einen Kinderstuhl. Die Aufenthaltsdauer ist allerdings auf maximal drei Stunden beschränkt.

Einen Parkplatz direkt an der Location zu ergattern, ist schwierig. In der Wilhelmstraße befinden sich allerdings zwei Parkhäuser, die nur wenige Gehminuten entfernt sind.

Für Familien mit kleinen Kindern ist im Sommer ein Platz auf der Terrasse zu empfehlen. Direkt dahinter befindet sich ein neuer Spielplatz, auf dem sich die Kinder in Sichtweite der Eltern vor oder nach dem Essen austoben können.

Das Essen

Die Wahl der Speisen und Getränke ist uns nicht leicht gefallen. Wir entschieden uns dann für die „naboo Vorspeisenvariation“ für zwei Personen. Auf einer großen Servierplatte wurden Hummus, Sesam, Kräutersalat, Weißkraut, Kalamata Oliven, „Ochsenzigarren“ (das sind Rinderfrühlingsrollen), Pico de Gallo, Guacamole, Trüffeldip und Granatapfelkerne serviert. „Wie im Urlaub“ stellten wir beide fest. Die Kombination der verschiedenen Zutaten passte sehr gut zusammen und schickte unsere Gaumen auf eine kulinarische Reise von Deutschland über Spanien nach Israel und noch viel weiter.

Die „naboo Vorspeisenvariation“ für zwei Personen. Foto: Merk

Als Hauptspeisen bestellten wir anschließend den Schwabentopf (Schweinemedaillons, Käsespätzle, Röstzwiebeln und Pilzsauce) und die „Pinsa naboo“ (mit Tomatensauce, Mozzarella, scharfer Salami, Schinken und Champignons). Das Fleisch war auf den Punkt zubereitet und auch die Spätzle mit den Röstzwiebeln und der Pilzsauce überzeugten auf ganzer Linie.

Der „Schwabentopf“. Foto: Merk

Der Teig der Pinsa war innen fluffig und außen knusprig, aber natürlich nicht verbrannt oder gar zu dunkel. Insgesamt schmeckte die Pinsa sehr gut, war jedoch mit einem gewöhnlichen Tafelmesser nicht einfach zu schneiden. Irgendwann mussten die Hände übernehmen. Trotzdem waren wir auch mit diesem Hauptgang sehr zufrieden.

Die „Pinsa naboo“. Foto: Merk

Obwohl wir eigentlich mehr als satt waren, durfte an diesem Abend ein kleines Dessert nicht fehlen. Wir bestellten den „San Sebastian Cheesecake“, ein besonders cremiger oder mousseartiger Käsekuchen ohne Boden - dafür aber mit einer deutlichen Caramelnote. Dazu gab es noch Schokosauce und einen Espresso. Ein Gedicht! Anders kann man dieses leckere Dessert nicht beschreiben.

Der „San Sebastian Cheesecake“ mit Schokosauce. Foto: Merk

Außerdem gab es einen Frozen Joghurt, der in einer Kokosnuss serviert wurde. Als Topping wählten wir Mangostücke und eine Pistaziensauce dazu. Auch das zweite Dessert überzeugte uns geschmacklich.

Frozen Joghurt mit Mangostücken und Pistaziensauce. Foto: Merk

Während des Abends bestellten wir außerdem Bier und Eistee. Einen alkoholfreien Cocktail wollten wir dann aber doch probieren und wählten den „naboo Paradise without“. Der wird aus Johannisbeersaft, Himbeerfrucht, Himbeer- und Kokossirup und Limettensaft gemixt und mit einer kleinen Ananas-Scheibe und Beeren serviert. Sehr fruchtig und sehr lecker.

Der alkoholfreie Cocktail „naboo Paradise without“. Foto: Merk

Das Service-Personal war den ganzen Abend über sehr aufmerksam und freundlich. Auf jedem Tisch steht ein Würfel, auf den man tippen kann, wenn man etwas bestellen oder bezahlen möchte. Dann leuchtet er. Doch die Servicekräfte kommen auch zum Tisch, wenn man nicht auf den Würfel tippt. Das passiert gleichzeitig aber nicht zu oft, so dass man sich auch nicht gestört fühlt und trotzdem kein Wunsch offen bleibt.

Unser Fazit: Wer den Alltag mal für kurze Zeit vergessen und lecker essen oder trinken will, ist im „naboo“ in Balingen absolut richtig. Der Aufenthalt dort fühlt sich durch die besondere Einrichtung wie ein kleiner Urlaub an. Das Servicepersonal ist aufmerksam und freundlich und Essen und Getränke sind sehr lecker.

Weitere Infos und Bewertung

Sternebewertung

Küche *****
Service *****
Ambiente *****

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

Service
Das „naboo“ befindet sich in der Wilhelmstraße 55 in 72336 Balingen. Man kann über die Homepage oder telefonisch unter der Rufnummer 07433/9976744 einen Tisch reservieren. Das Restaurant ist bei Fragen außerdem per Mail erreichbar: info@naboo.de (Tischreservierungen werden nicht per Mail angenommen). Das „naboo“ hat montags und mittwochs von 11 bis 22.30 Uhr geöffnet, donnerstags und sonntags von 9 bis 22.30 Uhr und freitags und samstags von 9 bis 1.30 Uhr. Dienstag ist Ruhetag.