Mit dem Mikandi ist die Balinger Innenstadt um ein schwäbisches Restaurant reicher. Foto: Holderied

Mit dem „Mikandi“ in Balingen kam ein neues schwäbisches Restaurant in die Balinger Innenstadt. Wir haben es getestet.

In die Balinger Friedrichstraße ist vor einigen Monaten das „Mikandi“ eingezogen. Damit löst es das „Vabene“ ab. Nach mehr als zehn Jahren kündigte Frank Utzeri seinen Pachtvertrag und damit das Ende des beliebten italienischen Restaurants an.

 

Seit Ende 2025 führen Andreas und Michael Dill die Räumlichkeiten in der Friedrichstraße 5. Dabei tauschen sie die italienische Küche gegen gutbürgerliche Gerichte aus. Ob Schnitzel und Spätzle ebenso überzeugen wie zuvor Pizza und Pasta, haben wir getestet.

Die Location

Das Restaurant befindet sich direkt neben der Geschäftsstelle der Balinger Sparkasse. Einen eigenen Parkplatz hat es nicht, jedoch stehen rund um das Restaurant öffentliche Parkplätze entlang der Straße zur Verfügung. Der Parkplatz am Bahnhof sowie das Sparkassen-Parkhaus sind nur etwa drei Gehminuten entfernt. Weitere Parkmöglichkeiten, etwa an der Wilhelmstraße oder beim Arbeitsamt, sind ebenfalls fußläufig erreichbar.

Im Inneren hat sich nach dem Pächterwechsel nicht viel geändert. Diese Beobachtung bestätigen auch die Geschäftsführer. Neben einer neuen Außenbestuhlung fällt auf, dass – im Vergleich zu früher – keine Tischdecken mehr auf den Tischen liegen. „Wir wollten es ungezwungen und gemütlich“, erklärt Andreas Dill.

Das Mikandi ist in die ehemaligen Räumlichkeiten des „Vabenes“ eingezogen. Foto: Dill

Schon von Weitem fällt jedoch das neue schwarz-rote Logo an der gläsernen Fensterfront auf. Das „Mikandi“ hat seinen Namen übrigens von den beiden Geschäftsführern Michael und Andi.

Beim Eintreten richtet sich der Blick sofort auf die ausladende Bar vor einer verspiegelten Wand. Hohe Decken mit kleinen Lampen, einige Pflanzen und eine großzügige Bestuhlung für rund 50 Gäste füllen den Raum und vermitteln eine moderne, aber dennoch gemütliche Atmosphäre. Aufgrund des guten Wetters entscheiden wir uns jedoch für einen Sitzplatz im Freien - der Außenbereich liegt direkt an der Straße.

Das Angebot

Beim Blick in die Karte zeigt sich ein saisonales Angebot: aktuell zusätzliche Spargelgerichte. „Wir kochen gut bürgerliche, deutsche Küche“, erklärt Michael Dill. Diese Ausrichtung spiegelt sich auch in der Speisekarte des Restaurants wider. Den Auftakt bilden die „Empfehlungen des Hauses“ – darunter etwa der „Schwäbische Rostbraten“ oder die „hausgemachten Mikandi-Mauldäschle“.

Es folgt eine knappe Auswahl an Vorspeisen, darunter eine „Flädlesuppe“ und hausgemachte Maultaschen in Kraftbrühe. Was in einem schwäbischen Restaurant ebenfalls nicht fehlen darf: eine Auswahl an Wurstsalaten unter der Kategorie „Vesper“. Ergänzt wird das Angebot durch Salatbowls, vegetarische sowie Fleischgerichte und insgesamt vier Kindergerichte.

Neben Klassikern wie „Heiße Liebe“ - Vanilleeis und heißen Himbeeren - bietet die Dessertkarte verschiedene weitere Leckereien. Auch die Getränkekarte ist vielseitig: Alkoholfreie Getränke, Aperitifs, Weine und Heißgetränke sind darauf zu finden.

Besonderheiten

Seit Kurzem hat das Restaurant dafür auch durchgehend - also ohne Pause am Nachmittag - geöffnet. „Da gibt es auch Kuchen und Eisbecher“, erzählt Michael Dill.

So hat das Essen geschmeckt

Wir starteten unseren Abend mit einer alkoholfreien, hausgemachten Limonade für 5,30 Euro, die geschmacklich überzeugte: fruchtig und nicht zu süß. Laut Karte wechselt die Geschmacksrichtung von Zeit zu Zeit.

Die hausgemachte Limonade überzeugte geschmacklich. Foto: Holderied

Zum Essen entschieden wir uns für das panierte Schweineschnitzel Cordon bleu für 24,90 Euro, das unter der Rubrik „Empfehlung des Hauses“ geführt wird. Auch wenn „der Schmelzer“, ein mit Käsespätzle gefüllter Burger, unsere Neugier weckte, wählten wir den Bacon Burger für 19,90 Euro.

Zu einigen Gerichten wurde ein Salat gereicht. Foto: Holderied

Bei beiden Gerichten konnte zwischen Kroketten, Pommes oder Spätzle sowie Braten- oder Rahmsoße gewählt werden. Zum Cordon bleu wurde vorab ein gemischter Beilagensalat mit Kraut, Kartoffelsalat und Gurke serviert.

Der Anblick des Cordon bleus und des Bacon Burgers überzeugte. Foto: Holderied

Der Hauptgang folgte zügig. Als Beilage wählten wir Pommes und Rahmsoße. Das Gericht wurde mit Petersilie und Zitrone garniert. Auch der Bacon Burger mit Spätzle und Bratensoße versprach optisch einiges und machte Lust auf das Essen.

Das Logo des Restaurants spiegelte sich sogar im Burgerbrot wieder. Foto: Holderied

Besonders ins Auge fiel der Burger, dessen Brötchen mit dem Logo des „Mikandi“ versehen war. Geschmacklich konnte das Essen punkten, jedoch war es weniger saftig, als es das Erscheinungsbild vermuten ließ.

Das "warme Schokoküchle" mit Vanilleeis überzeugte geschmacklich. Foto: Holderied

Zum Abschluss überzeugte das kunstvoll angerichtete „warme Schokoküchle“ mit flüssigem Kern und Vanilleeis – auch wenn das Eis geschmacklich nicht ganz einem klassischen Bourbon-Vanilleeis entsprach. Die heiß-kalte Dessertkombination kostete 8,90 Euro. Obwohl das Dessert nicht zur traditionellen deutschen Küche gehört, spiegelt es die Ausrichtung des Restaurants wider: schwäbische Tradition trifft auf moderne Gerichte.

Insgesamt zahlten wir für zwei Hauptgerichte, drei Getränke und ein Dessert 66,70 Euro – was, insbesondere für die deutsche Küche, überraschend preiswert ist. Das Preis-Leistungs-Verhältnis fällt daher insgesamt positiv aus.

Ebenfalls positiv hervorzuheben ist der Service: Schon zu Beginn wurden wir von freundlich strahlendem Personal begrüßt. Auch im weiteren Verlauf waren die Bedienungen durchweg aufmerksam und zuvorkommend. Selbst bei kleinen Problemen in der Entscheidungsfindung – etwa bei der Wahl zwischen Rahm- oder Bratensoße – blieb der Service entspannt.

Bewertung und Info

Sternebewertung

Küche ***

Service ****

Ambiente ***

***** = herausragend, ****= überdurchschnittlich, *** = gut, **= Luft nach oben, * = viel zu verbessern

Adresse und Öffnungszeiten

Das „Mikandi“ befindet sich in der Friedrichstraße 5 in 72351 Balingen. Das Restaurant hat Montag und Dienstag jeweils von 11.30 Uhr bis 21 Uhr geöffnet sowie Donnerstag und Freitag von 11.30 Uhr bis 22 Uhr. Am Wochenende hat das „Mikandi“ am Samstag von 17 Uhr bis 22 Uhr geöffnet und am Sonntag von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr und von 17 Uhr bis 21 Uhr. Mittwoch ist Ruhetag. Die Küche schließt jeweils eine Stunde vor Geschäftsschluss. Reservierungen werden telefonisch unter 07433/ 9118520 entgegengenommen. Zu Erreichen ist die Gastronomie außerdem per Mail an info@mikandi-balingen.de. Die Speisekarte sowie der Mittagstisch findet man auf ihrer Website.