Der „Löwen“ in Täbingen sucht einen neuen Pächter. Lothar Sautter will im Sommer aufhören. Foto: Wolf-Ulrich Schnurr

Es dient als Treffpunkt für Vereine und Stammtische, im Saal werden auch Familienfeiern abgehalten. Doch nun soll das Täbinger Gasthaus verpachtet werden.

Seit rund 200 Jahren gibt es das Gasthaus Löwen. Es ist das letzte verbliebene von drei Wirtshäusern in Täbingen und ein Magnet für den Rosenfelder Stadtteil. Derzeit ist es an zwei Tagen ab 15 Uhr geöffnet, mittwochs und freitags. Auf der Speisekarte steht typisch Schwäbisches wie Wurstsalat, Käsesalat, Speckvesper oder Bauernbratwurst mit Brot.

 

Wirt Lothar Sautter, zugleich Eigentümer des Gasthauses, serviert auf Wunsch auch einen Schnaps aus der eigenen Brennerei, die er im Gebäude betreibt. Doch nun möchte der 61-Jährige das Lokal verpachten.

Schon die Großmutter war Wirtin

Die Familie Sautter hat den „Löwen“ mit Gaststube, Nebenzimmer und Saal seit Jahrzehnten besessen und immer wieder verpachtet. Seine Großmutter sei Wirtin im „Löwen“ gewesen, erinnert sich Sautter, auch seine Mutter und ihre Schwester hätten jahrelang hinter dem Tresen gestanden.

Aus der Erbengemeinschaft hat Sautter im Jahr 2001 das Gasthaus übernommen. Anfangs verpachtete er das Lokal, weil er auch beruflich durch seine Arbeit als Feinmechaniker bei der Rosenfelder Firma Günter Apelt eingespannt ist. Verschiedene Pächter gaben sich über die Jahre die Klinke in die Hand. 2015 ließ Sautter das Gasthaus und vor allem die Küche umfassend renovieren. Ein griechischer Gastwirt zog als Pächter ein – “und hat drei Monate durchgehalten“, erzählt Sautter.

Uriges Ambiente und herzhaftes Vesper

Nach dem Weggang des letzten Pächters entschlossen sich Lothar Sautter und seine Lebensgefährtin Karin Pfeffer den „Löwen“ selbst zu betreiben. Dass das Gasthaus bei Täbingern wie auch Menschen von weiters her sehr beliebt ist, bekommen Sautter und Pfeffer zu spüren: „Das nimmt zu, das wird immer mehr.“

Es sei wohl das urige Interieur mit seiner speziellen Atmosphäre, das die Leute anzieht, dazu das herzhafte Vesper, vermutet der Wirt: Der Wurstsalat von Karin Pfeffer werde allenthalben gelobt, meint Sautter. So kommt es, dass die Vereine im Saal regelmäßig ihre Versammlungen abhalten oder Familien dort Feste feiern.

Aus einem jahr wurden neun

„Wir wollten das ein Jahr ausprobieren, jetzt sind es neun geworden“, resümiert Sautter die Zeit als Gastwirt. Doch jetzt wolle er mehr auf seine Gesundheit achten: „Das wird mir alles zuviel. Ich habe schon zwei künstliche Hüftgelenke.“ Auf keinen Fall wolle er schuften, bis er „krumm und bucklig“ sei. Alles zusammen – die Arbeit in seinem Hauptjob, die Tätigkeit als Gastwirt und der Betrieb der Brennerei, sei sehr anstrengend. „Ich mag das Brennen lieber als das Wirten“, erklärt er.

Nun sucht er einen Pächter, der das Lokal so, wie es ist, weiterführt und keine großen Veränderungen anstrebt: „Wir sind kein Nobelrestaurant, sondern eine Dorfkneipe.“

Wechsel soll im Sommer stattfinden

Interesse im Ort gebe es zwar, aber noch nichts Konkretes. Angepeilt ist ein Wechsel im Sommer, eventuell im Juni, doch gibt es laut Sautter bislang kein festes Datum. Sollte sich aber niemand finden, der den „Löwen“ übernehmen will, schließt Sautter nicht aus, das Lokal ganz dichtzumachen.