Weil die alte Gasheizung kaputt ist, bekommen die Reuchlin-Schulen eine Pellet-Anlage. Foto: Felix Biermayer

Weil der Gaskessel kaputt ist, sollen die Reuchlin-Schulen künftig mit Pellets beheizt werden. In den neueren Gebäuden könnten Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Der Gemeinderat bemängelt einen fehlenden Langzeitkostenvergleich der Alternativen.

Im Mai vor einem Jahr war in der Reuchlin-Schule aufgefallen, dass die Heizung 200 Liter Wasser am Tag verliert. Es stellte sich heraus, dass einer der Gaskessel im Altbau, die die Schule mit Wärme versorgen, ein Leck hatte. Das wurde notdürftig geschweißt.

 

Schon damals war klar, dass das keine Dauerlösung ist. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung damit, neue Heizkonzepte zu erarbeiten.

Nun erklärte Thomas Seeger vom Bauamt im Gemeinderat, dass der Kessel wieder Wasser verliere. Diesmal an einer Stelle, die nicht geschweißt werden könne. Deshalb gebe es dringenden Handlungsbedarf.

Seeger hatte auch die vom Gremium vor einem Jahr geforderten Konzepte dabei. Er erklärte vorweg, dass der Neubau der momentan errichtet wird, zukünftig mittels Wärmepumpe versorgt wird. Der sei damit autark und nicht Teil der Konzepte.

Die übrigen Bauteile hätten eine Heizlast von knapp 360 000 Watt.

Gas, Pellets oder Wärmepumpe? In Variante 1 sollen diese aus Gasbrennwertthermen kommen. Deren Einbau würde die Kommune rund 925 000 Euro kosten – inklusive einer neuen Schalt- und Regeltechnik.

Hierbei muss berücksichtigt werden, dass wegen gesetzlicher Vorgaben bei der Nutzung von fossilen Brennstoffen eine Kompensation durch eine PV-Anlage gewährleistet sein muss.

Bei Variante 1 wären hier knapp 94 Kilowatt im Peak. 95 Kilowatt im Peak sind bereits installiert.

„Nur“ 600 000 Euro an Kosten

In Variante 2 werden die aktuellen Gas- gegen Pelletkessel ausgetauscht. Die zwei Pelletkessel hätten ein Leistung von je 200 Kilowatt, so Seeger. Kosten würde das Ganze rund 1,2 Millionen Euro – wieder inklusive neuer Schalt- und Regeltechnik.

Seeger merkte an, dass diese Variante bis zu 50 Prozent förderfähig sei. Auf die Kommune kämen also nur 600 000 Euro an Kosten zu.

Rund ein Drittel weniger Verbrauch

In einer alternativen Variante würden bereits energetisch sanierte Gebäude, wie der Bauteil III, mittels Wärmepumpe versorgt. Die würde für den Bauteil III knapp 300 000 Euro kosten, brächte aber wiederum Einsparungen bei den Energieträgern aus den anderen Varianten. Bei fossilen Energieträger muss zudem der CO₂-Preis miteingerechnet werden.

Bei Bauteil III zeigt sich auch, was die energetische Sanierung gebracht hat. Die Heizlast beträgt dort nun rund 50 000 Watt, vorher waren es knapp 82 000 Watt. Das ist ein Rückgang um rund ein Drittel.

Das sagt der Gemeinderat Erich Grießhaber (Grüne) störte sich daran, dass es keinen Vergleich der Varianten gebe, wann sich diese jeweils amortisiert hätten. Auch Sebastian Kopp (UL) forderte eine langfristige Berechnung, die den CO₂-Preis berücksichtige. Ekkehard Häberle (CDU) sah das ebenfalls so. Zudem müsse die Verwaltung den Preis der Pellets berücksichtigen. Außerdem verbrauche eine neue Gasanlage weniger.

Zweifel an Nachhaltigkeit

Was spare die Stadt, wenn Bauteil III mittels Wärmepumpe, der Rest aber mit Pellets beheizt werde, wollte er wissen. Das seien 70 000 Euro, so Seeger.

Fritz Steininger (UL) bezweifelte, wie nachhaltig Pellets wirklich seien, wenn dafür überall Wälder abgeholzt werden. Häberle erklärte, dass es sich um ein „globales Produkt“ handele. Pellets in Deutschland kämen oft aus Polen.

Nur noch Wärmepumpen?

„Die Zukunft ist die Wärmepumpe“, so Dietmar Lehmann-Schaufelberger (Grüne). Die Gasversorgung sei sehr unsicher, wie die vergangenen Jahre gezeigt hätten. Die neuen Wärmepumpe funktionierten nicht nur in sanierten Gebäuden. Katrin Heeskens (UL) berichtete, dass die Stadt Stuttgart nur noch Wärmepumpen in öffentlichen Gebäuden verbaue. Auch Grießhaber gefiel die Idee, nur auf Wärmepumpen zu setzten. Häberle hingegen befürchtete durch die kurze Lebensdauer der Wärmepumpen Probleme.

Würde Jahre brauchen

Martin Hirschberger (CDU) verwies auf die hohen Kosten für Wärmepumpen. Das merkte auch Hauptamtsleiterin Silvia Schuler. Da der aktuelle Kessel ein Leck habe, brauche es einen zeitnahen und in Anbetracht der städtischen Finanzen bezahlbaren Ersatz. „Sonst bleibt die Schule kalt“, so Schuler. Alles mit Wärmepumpen brauche Jahre. „Wir brauchen jetzt eine Lösung“, stellte sie klar.

Der Gemeinderat entschied sich schließlich für die Pellet-Variante. Außerdem stimmte das Gremium dafür zu prüfen, wo Wärmepumpen technisch möglich sind – und diese dann auch einzubauen.