Die Stadt VS will den Gasverbrauch in städtischen Gebäuden senken. Foto: © Magnascan – Pixabay

Mit einem Maßnahmeplan will die Stadt VS den Wärmeverbrauch, insbesondere den Gasverbrauch in städtischen Gebäuden senken. Der Gemeinderat wird sich damit nächste Woche beschäftigen.

Villingen-Schwenningen - In der Sitzung am Mittwochabend hat Oberbürgermeister Jürgen Roth ihn bereits angekündigt: Einen Plan, wie die Stadt auf die Gaskrise reagieren wird.

Es komme darauf an, in den kommenden Wochen und Monaten soweit wie möglich den Gasverbrauch und den Energieverbrauch im Allgemeinen zu reduzieren, erklärt die Stadtverwaltung in einer Vorlage zur Sitzung am nächsten Mittwoch, 27. November.

Krisenfall Gasmangellage

Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, habe die Stadt unter Leitung von Oberbürgermeister Jürgen Roth einen Krisenstab Gasmangellage eingerichtet, um einen Notfallplan vorzubereiten. Die Stadt listet in der Vorlage Maßnahmen auf, welche dafür Sorge tragen, dass der Wärmeverbrauch, und hier vor allem der Gasverbrauch, spürbar sinken wird.

Was schlägt die Stadt für die städtischen Gebäude vor?

  •  Senkung der Rauminnentemperaturen in Verwaltung, Schulen und weiteren öffentlichen Einrichtungen um ein Grad Celsius auf 19 Grad Celsius, Ersparnis sechs Prozent oder um zwei Grad auf 18 Grad, Ersparnis zwölf Prozent.
  •  Untersagung des Betriebs individueller mobiler Elektroheizgeräte ab Beginn der Heizperiode.
  •  Betriebszeiten: Heizung und Lüftung anpassen/prüfen/reduzieren.
  •  Reduzieren der Temperaturen in beispielsweise Fluren, Treppenhäusern öffentlicher Einrichtungen.
  •  Absenkung der Raumtemperatur in Sport- und Turnhallen ab Beginn der Heizperiode, bei Sporthallen-DIN 18032-1 empfiehlt mindestens 17 Grad.
  •  Schließen der Gymnastikräume, Turn- und Sporthallen in Ferienzeiten (Herbst/Winter/Fastnacht) mit punktuellen Ausnahmen für Spitzen- und Leistungssport, Verlagerung Spitzensport in Ferienzeiten auf so wenig Standorte wie möglich, Anpassung der Raumtemperatur sowie Warmwasserversorgung.
  •  Durchführung hydraulischer Abgleiche in Heizungssystem in Vorbereitung auf die Heizperiode.
  •  Schulungen von Hausmeistern.
  •  Sensibilisierung der Nutzer für zu erwartende Einschränkungen des Nutzerkomforts die unmittelbar oder mit Beginn der Heizperiode eintreten können. Dies insbesondere auch hinsichtlich stärker frequentierter Einrichtungen wie Sporthallen, Schulen, Kitas. Frühzeitiges Werben um Akzeptanz für diese Einschränkungen im Dialog mit Gremienvertretern, Eltern-und Vereinsvertretern.
  •  Ausschließliche Bereitstellung von kaltem Wasser an Handwaschbecken in öffentlichen Einrichtungen und Gebäuden.
  •  Lüftungsanlagen bis zum Beginn der Heizperiode außer Betrieb nehmen, wo Fensterlüften möglich.
  •  Weitere Umrüstung auf LED in der Innen- und Außenbeleuchtung.
  •  Außenbeleuchtung repräsentativer öffentlicher Gebäude abschalten.
  •  Gegebenenfalls Einrichtung von Wärmehallen.

Und bei der Bäder Villingen-Schwenningen GmbH?

  •  Streichung der Warmbadetage.
  •  Beheizung des Kneipbades ohne Gaseinsatz.
  •  Schließung des Villinger Hallenbades bis Ende der Schulferien.
  •  Absenkung der Wassertemperatur des Schwenninger Neckarbades (nicht unter 26 Grad).

Die kommunalen Liegenschaften sollen sparsam, rationell und nachhaltig betrieben werden. Ziel sei es, sparsame Gebäude möglichst CO2-neutral mit Energie zu versorgen. Die rationelle Verwendung – auch regenerativer – Energien für den Betrieb der kommunalen Liegenschaften sei im Grundsatz vorrangiges Ziel. Dies sei insbesondere bei der Beheizung, Warmwasserbereitung, Beleuchtung und dem Betrieb haustechnischer Anlagen und Ausrüstung von Bedeutung.