Schneller ans Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden soll die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg , fordern Vertreter der Region. Foto: ©Thomas - stock.adobe.com

Die Region erwartet die Anbindung an das Wasserstoff-Netz. Denn: Die Energie aus Wasserstoff könne Unternehmen und Kommunen gleichermaßen dienen.

Der Südwesten soll um das Jahr 2040 an das Wasserstoff-Kernnetz angebunden sein. Das ist zu spät, wie Vertreter der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg jetzt in einer gemeinsamen Stellungnahme formulieren.

 

Gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz betonen sie die Potenziale der Wasserstofftechnologie für den heimischen Industriestandort. Ihr Fazit: Nur ein zeitnaher Ausbau der Infrastruktur stärke die Energieversorgung der Region und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Die Unterzeichner

Zu den Unterzeichnern gehören der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, die IHK, die regionale Wirtschaftsförderung sowie der Verein H2 Regio SBH +. „Die Region ist ein starker Wirtschaftsstandort“, betont Marcel Herzberg, Direktor des Regionalverbandes.

Die überdurchschnittliche Industriedichte sichere Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Wohlstand. Damit dies auch in Zukunft so sei, müsse Energie bezahlbar und verlässlich zur Verfügung stehen. Herzberg: „Es geht um Versorgungssicherheit. Dafür braucht es Energienetze.“ Um die Versorgung möglichst breit zu gewährleisten, sei der Anschluss der Region an das Wasserstoff-Kernnetz von Bund und Land zwingend.

Erfahrungen bündeln

Ohne Infrastruktur verbleibe der Standort im „Wasserstoff-Niemandsland“, so Thomas Albiez, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg. „Dabei beschäftigen sich die Unternehmen bereits heute branchenübergreifend mit der Wasserstofftechnologie.“ Zusammen mit der IHK und weiteren Partnern bündelten die Zulieferer ihre Erfahrung im Automotive-Netzwerk AuToS SW-BW, die Gebäudewirtschaft plane Modellprojekte zum Heizen mit Wasserstoff, die Transportunternehmen möchten diesen als Treibstoff nutzen.

Technologie wird getestet

Die ersten zwei Pilotvorhaben müssten jetzt zwingend in die Fläche kommen. Der Bau von Pipelines und Versorgungsnetzen seien dafür eine notwendige Voraussetzung. „In unserem Reallabor für Wasserstoffsysteme schulen und testen wir schon heute die Wasserstofftechnologie in breitem Umfang“, verweist Frank Allmendinger vom Cluster H2 Regio SBH+. Der Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Mittelstand sei ein Erfolgsmerkmal für den heimischen Standort, meint der Professor. Entsprechende Kooperationen gelte es auszubauen und neue Geschäftsfelder für die Unternehmen zu finden und zu erschließen.

Allmendinger: „Dank der Kooperationen können Betriebe ihre Anwendungen intensiver testen, Produkte im Wasserstoff-Umfeld zeitnah prüfen und schneller zur Marktreife bringen.“ Eine Anbindung der Region an Infrastruktur würde mit ihrer Präsenz auch den Wissenstransfer stärken.

Henriette Stanley, Geschäftsführerin der regionalen Wirtschaftsförderung, ergänzt: „Unsere Gesellschafterkommunen wissen um die Bedeutung ihrer Energieversorgung. Deshalb gibt es an vielen Stellen schon Kooperationen mit Stadtwerken oder der regionalen Energieagentur“. Gerade jetzt, wo es um den Aufbau neuer Wärmenetze gehe, müsse die Wasserstofftechnologie mitgedacht werden. Dies helfe auch im Standortwettbewerb. Stanley: „Dort, wo Regionen früher an das Wasserstoff-Netz angeschlossen sind, werden auch früher Innovationen in diesem Bereich passieren.“ Umso wichtiger sei, dass die Region als Industriestandort im ländlichen Raum jetzt weiter für ihren Anschluss wirbt.