Ein bewegtes Schuljahr liegt hinter der Gartenschule. Nicht nur, weil die Schulleiterstelle noch immer vakant ist, sondern auch, weil die Corona-Pandemie den (Ganztags-)Schulbetrieb ziemlich auf den Kopf gestellt hat. Interims-Schulleiterin Gabriele Kimmig und Sozialarbeiterin Tanja Zepf blicken zurück.
VS-Schwenningen - Am letzten Schultag, kurz vor der Zeugnisvergabe, geht es immer hektisch zu. Einen großen gemeinsamen Abschluss, wie zu Nicht-Coronazeiten, gibt es aber an diesem Schuljahresende an der Gartenschule nicht, berichtet Gabriele Kimmig. Vieles war und ist anders, als es eigentlich sein sollte. Auch, dass Kimmig im zurückliegenden Schuljahr zusammen mit ihren beiden Kolleginnen Elke Drohm und Selina Siegel im Schulleiterzimmer gesessen hat, um die Geschicke der Gartenschule zu leiten.
Interimslösung mit Schulleitungsteam
Seitdem Peggy Müller vor zwei Jahren die Grundschule verlassen hat, ist die Rektorenstelle vakant. Rund ein Dreivierteljahr konnte das Schulamt Erika Götz, die bis zu ihrem Ruhestand die Villinger Südstadtschule geleitete hatte, für eine Interimsstelle verpflichten, die sie bis zum vergangenen Sommer erfüllt hat. Noch immer ist das Schulamt Donaueschingen auf der Suche, die Stelle sei weiterhin ausgeschrieben, wie Direktorin Sabine Rösner auf Anfrage unserer Zeitung berichtet. "Wir sind dran."
Fakt ist also, dass das Lehrerinnen-Trio auch im nächsten Schuljahr weiterhin in seiner Interims-Funktion tätig sein wird. "Es klappt gut und wir versuchen, uns gegenseitig zu helfen", sagt Gabriele Kimmig. Erschwerend kamen für das Schulleitungsteam aber bekannterweise die organisatorischen Hürden durch die Corona-Pandemie im zurückliegenden Schuljahr hinzu. Einige der insgesamt 400 Schüler sind währenddessen in Notgruppen betreut worden.
Und nicht nur für die Lehrkräfte, auch für die im Ganztagsbereich tätigen Sozialarbeiter war die Situation alles andere als einfach. "Wir sind immer wieder an unsere Grenzen gekommen", berichtet Tanja Zepf, Leiterin der Ganztagsbetreuung, die mit ihrem rund 14-köpfigen Team für das Kinder- und Familienzentrum VS (KiFaz) der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn an der Gartenschule tätig ist.
"Es war eine riesige Herausforderung"
Vor allem, als der Wechselunterricht stattgefunden habe, die Schüler untereinander aber nicht hätten gemischt werden dürfen. "Es war eine riesige Herausforderung", fügt sie hinzu, wenngleich sie froh ist, dass die Betreuung am Nachmittag überhaupt stattfinden konnte. Da zwischenzeitlich auch kein Sport oder Singen möglich war, habe man versucht, eine individuelle Betreuung mit den Kindern zu machen.
In den Phasen, in denen die Auflagen wieder gelockert wurden, hätten die Schüler die Möglichkeit gehabt, an Projekten teilzunehmen. Sei es bei der Gestaltung mit Wolle, beim Glücks-Projekt oder bei Jugend trainiert für Olympia – alles Themen, die Sozialarbeiter sowie Lehrer vorbereitet hatten.
Einen großen Vorteil hatte die Schule während der Notbetreuung durch die größeren Platzkapazitäten in der ehemaligen Feuerwache, in der seit 2019 der Ganztagsbetrieb stattfindet. In der zur Mensa umgebauten Fahrzeughalle essen die Kinder in Zweiergruppen zu Mittag, im Schlauchturm, auf drei Etagen verteilt, lernen, arbeiten und spielen sie. Alle Beteiligten fühlten sich im Erweiterungsbau wohl, sagt Tanja Zepf, die seit einem Jahr an der Gartenschule ist. "Die Arbeitsbedingungen haben sich deutlich verbessert."
Neuer Personalschlüssel bei Schulsozialarbeit
Dennoch gebe es Verbesserungsbedarf in manchen Bereichen – allen voran bei der Medienausstattung. Denn eigentlich gebe es im Turm einen Medienraum, in dem jedoch jegliche Laptops, Tablets oder Beamer fehlen, obwohl die Schule bereits bei der Stadt nachgehakt hätte, so Tanja Zepf. Das mobile Arbeiten werde zudem immens durch fehlendes W-Lan gehemmt – und zwar im gesamten Schulkomplex.
Und das kommende Schuljahr? Mit etwas gemischten Gefühlen blickt man diesem an der Gartenschule entgegen. "Was in sechs Wochen sein wird, weiß kein Mensch", sagt Gabriele Kimmig in Bezug auf die rasanten Pandemie-Veränderungen. Die Verantwortlichen hätten dabei gelernt, flexibel zu sein. Was auf jeden Fall feststeht: Der Personalschlüssel bei der Schulsozialarbeit wird sich durch Einsparungen ändern. Während derzeit noch ein Sozialbetreuer auf 20 Schüler kommt, werden es im nächsten Schuljahr 25 Schüler sein. "Es wird die Arbeit auf jeden Fall erschweren", weiß Tanja Zepf schon jetzt. Wenn dann noch die Regelungen wieder verschärft würden, könne die Betreuung kaum noch adäquat geleistet werden. Für Gabriele Kimmig und ihr Team steht trotz aller Herausforderungen aber fest: "Wir wollen das Beste für unsere Schüler herausholen."
Ganztagsbereich
Die Gartenschule ist seit Herbst 2019 eine Ganztags-Grundschule in Wahlform. Die Betreuung erfolgt montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 12.30 Uhr. Zudem gibt es durch das Kinder- und Familienzentrum VS zusätzliche kostenpflichtige Betreuungsangebote, so die Frühbetreuung ab 7 Uhr oder die Spätbetreuung von 16 Uhr bis 18 Uhr. Im Februar 2020 wurde der Erweiterungsbau der ehemaligen Feuerwache für die Ganztagsbetreuung für rund 4,4 Millionen Euro fertiggestellt. Nach aktuellem Stand nutzen 185 Schüler die Ganztagsbetreuung.