Sprachen über die Folgen des Klimawandels (von links): Gerhard Hauber, David Beck, Marco Riley (Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg), Thomas Beißwenger, Ministerin Thekla Walker und Thomas Hentschel (MdL). Foto: ISTE

Städte und Dörfer, die vor den Folgen des Klimawandels bestmöglich geschützt sind: Wie das erreicht werden kann, darüber sprachen Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Urbane Räume stehen angesichts des Klimawandels vor enormen Herausforderungen. Hitzeperioden und Starkregen nehmen zu. Dafür braucht es laut einer Pressemitteilung des Industrieverbands Steine und Erden Baden-Württemberg (ISTE) ein intelligentes Wassermanagement.

 

Das Thema „Schwammstadt“ als zukunftsweisendes Konzept stand im Mittelpunkt des politischen Nachmittags auf der Gartenschau Freudenstadt und Baiersbronn. „Auch die Schwammstadt braucht gebaute Infrastruktur“, betonte Thomas Beißwenger, Hauptgeschäftsführer des ISTE.

Wie können urbane Räume angesichts von zunehmenden Hitzeperioden und Starkregenereignissen klimaresistenter gestaltet werden? Diese Frage stand im Zentrum des Nachmittags.

Zuschüsse vom Land

In ihrem Impulsvortrag betonte Umweltministerin Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen) die Bedeutung des Themas. In Baden-Württemberg sei die Durchschnittstemperatur bereits um zwei Grad Celsius gestiegen. Mit der Ergänzung des Klimaschutzgesetzes sollen Anpassungskonzepte für die nicht vermeidbaren Folgen des Klimawandels flächendeckend auf kommunaler Ebene umgesetzt werden. „Das Land wird Zuschüsse dafür zur Verfügung stellen“, sagte sie.

Kreise und Kommunen müssten zunächst vor Ort den Bedarf erheben und konkrete Maßnahmen entwickeln. Dafür stelle das Land erste Daten zur Verfügung und biete Beratung an. „Anpassungskonzepte sind für die Kommunen auch eine Chance zur Gestaltung“, so Walker. Dort, wo einzelne Maßnahmen wie die Renaturierung von Flussufern bereits umgesetzt wurden, seien die Bürger begeistert.

Projekte außerhalb Deutschlands

David Beck, Bürgermeister der Gemeinde Braunsbach, die 2016 eine Flutkatastrophe erlebte, Gerhard Hauber von den international tätigen Landschaftsarchitekten sowie Henning Larsen und Marcus Reuter vom Unternehmen Hauraton GmbH & Co. KG gaben Statements und diskutierten mit ISTE-Chef Beißwenger über konkrete Maßnahmen. „Es gibt Lösungen“, sagte Hauber und berichtete über Projekte, die allerdings vorwiegend außerhalb Deutschlands umgesetzt wurden. Er betonte, es sei wichtig, den „gesellschaftlichen Mehrwert“ einer „blau-grünen Infrastruktur“ im Einklang mit der Natur zu erkennen.

Entscheidend sei die Vorsorge, fasste Beck zusammen. Braunsbach habe nach der Flutkatastrophe viele Maßnahmen umgesetzt wie die Erweiterung der Kanalisation und den Bau von Geröll- und Feinsedimentfängen.

Beißwenger ergänzte: „Maßnahmen zur Klimaresilienz wie Rohre, Zisternen, Sickersteine oder Überlaufbecken sind gebaute Infrastruktur, für die mineralische Rohstoffe benötigt werden. Die Steine- und Erdenindustrie leistet einen wichtigen Beitrag zum klimagerechten Umbau von Städten und Dörfern.“

90 Prozent des Regenwassers fließen ungenutzt ab

Reuter erklärte, wie sich das Unternehmen Hauraton vom Hersteller für Entwässerung zum Anbieter von ganzheitlichem Regenwassermanagement entwickelt hat. Erschreckend sei, dass bis heute 90 Prozent des Regenwassers in den Städten ungenutzt abgeführt werde. Deshalb biete das Unternehmen Filtersubstrate zur Reinigung von verschmutztem Regenwasser an.