Zwei Jahre nach dem großen Event in der Eyachstadt zieht die Stadtverwaltung auf Anfrage eine Bilanz: Welche Anlagen werden noch immer genutzt? Wie prägend war das Hochwasser damals?
Die Balinger bezeichnen die Gartenschau im Jahr 2023 in der Eyachstadt gerne als ein ganz besonderes Sommermärchen. Das erste Kapitel – die Eröffnung der Gartenschau – wurde nun vor gut zwei Jahren geschrieben. Das haben wir zum Anlass genommen, und die Stadtverwaltung um eine nachträgliche Bilanz gefragt. Was war, was ist geblieben und was bleibt für die Ewigkeit?
Welche Aktionen und Anlagen sind alle geblieben und in welchem Zustand befinden diese sich zwei Jahre später?
„Ein Großteil der zur Gartenschau geschaffenen Anlagen sind erhalten geblieben und werden weiterhin genutzt. Dazu zählen die Eyachterrassen mit den Staudenbeeten und Blühwiesen, die Wassergärten mit dem neuen Platz am Stadtarchiv, der Stadtbalkon, die Rosengärten, der Zwingergarten, sowie der Aktivpark und die Erlebnisauen“, zählt Stadtsprecher Dennis Schmidt auf.
Ebenfalls würden die Spielangebote in den Schwefelbadgärten, im Park an der Agentur für Arbeit, im Stadtgarten sowie in den Erlebnisauen regelmäßig und intensiv von den Familien genutzt. „Diese Bereiche wurden als dauerhafte Anlagen konzipiert und sind auch zwei Jahre später in sehr gutem Zustand.“
Sanierungen oder Reparaturen an den Anlagen waren laut Stadt nur in sehr begrenztem Umfang notwendig. „Eine der Stelen mit Darstellung der Situation vor der Gartenschau im Aktivpark wurde leider mutwillig beschädigt und muss jetzt ausgetauscht werden“, heißt es. Auch eines der Spielgeräte in den Erlebnisauen war von Vandalismus betroffen. Hier mussten nochmals kleine Reparaturen vorgenommen werden. „Doch bei der Menge der neu geschaffenen Anlagen darf man das durchaus als marginal bezeichnen.“
Welche Aktionen wurden innerhalb der zwei Jahre nach der Gartenschau abgebaut? Gibt es hier Reaktivierungspläne für einige Angebote?
Nach dem Ende der Gartenschau wurden temporäre Einrichtungen wie Gastrocontainer, Zelte, Bühnen und Mobiliar abgebaut. Einige Flächen wie etwa das Strasser-Areal befinden sich aktuell in der Konzeptvergabe für eine langfristige Entwicklung und bauliche Umsetzung.
Eine zusätzliche Aufenthalts- und Verweilqualität wurde im Aktivpark geschaffen. „Während der Gartenschau war eine Beachbar im Bereich des Parkuferstegs und am neuen Eyachstrand ein gut besuchter Ort an sonnigen Tagen“, bilanziert die Stadt. Seit Juni 2024 serviert das Boavista hier Drinks und Snacks.
„Es ist einfach schön zu sehen, wie lebendig der Aktivpark weiterhin ist – mit diesem originellen und genussvollen Angebot haben wir diesen Ort aufgewertet, an dem sich Menschen gerne aufhalten und wohlfühlen“, wird Annette Stiehle, Amtsleiterin für Stadtentwicklung, zitiert.
Es waren sehr viele Ehrenamtliche im Einsatz. Wie viele davon sind noch immer städtisch im Ehrenamt unterwegs und wo?
Während der Gartenschau engagierten sich mehr als 500 Ehrenamtliche in verschiedenen Bereichen. „Nach der Gartenschau ist es uns gelungen, das Thema Ehrenamt bei der Stadt Balingen dauerhaft zu verankern“, schreibt Schmidt. „Die Stadt Balingen hat ein digitales Ehrenamtsportal etabliert und führt regelmäßig den ‚Markt der Taten und Talente‘ durch, um weitere Mitwirkende zu gewinnen und das ganze Spektrum ehrenamtlichen Engagements in unserer Stadt den Bürgerinnen und Bürgern vorzustellen.“
Und weiter heißt es: „Mittlerweile unterstützten mehr als 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer vielfältige Projekte. Eine besonders prägende Gruppe sind die Park Ranger – eine direkte Nachfolgegruppe des Gartenschau-Geländeteams.“ Mit den Rosengarten-Feen, Bücherschrank-Feen, Vorlesepaten, Christkindlesmarkt-Helfer und Kulturbegleiter wurden weitere ehrenamtliche Projekte initiiert und umgesetzt.
„Das neueste Projekt sind die Balingen-Botschafter. Sie sollen Bürgerinnen, Bürger und Gäste mit einem offenen Lächeln und echter Herzlichkeit in der Innenstadt willkommen heißen“, schreibt Schmidt. Beim Wochenmarkt werden sie demnach da sein, um Fragen zu beantworten, Tipps zu geben – oder einfach für ein freundliches Gespräch. „Das anhaltende Engagement das nachhaltige Interesse der Bürger an der Mitgestaltung des Stadtbildes ist überwältigend und zeigt, welch großartige Gemeinschaft und welch tolles ehrenamtliche Engagement bei uns in der Stadt herrscht“, wird Schmidt zitiert.
Wie prägend war das Hochwasser gleich zu Beginn der Gartenschau?
Die Stadtverwaltung könne sich noch sehr gut daran erinnern: Gewitter, Starkregen, Hochwasser: „Das Eröffnungswochenende brachte unerwartete Herausforderungen mit sich und ließ den Pegel der Eyach auf 2,03 Meter ansteigen – glücklicherweise ohne dauerhafte Schäden“, heißt es. Die neuen Hochwasserschutzmaßnahmen haben laut Antwort der Stadt gegriffen.
Stiehle: „Das Team hat in den Monaten der Gartenschau noch enger zusammengefunden – nicht zuletzt aufgrund der Herausforderungen, die das Hochwasser zu Beginn mit sich brachte. Wir haben als starke Einheit gearbeitet und uns gegenseitig unterstützt, was unsere intensive Planung noch einmal bestätigt hat.“
Die Gartenschau Balingen 2023 habe somit nicht nur während ihrer Laufzeit, sondern auch in den Jahren danach nachhaltige Impulse für die Stadtentwicklung, das bürgerschaftliche Engagement und den Hochwasserschutz gesetzt. Stadtmarketing-Chef Niko Skarlatoudis fasst zusammen: „Es war einfach eine geile Zeit – für das Team und die ganze Stadt! Ich träume von einer Gartenschau light in ein paar Jahren.“