Auch wenn nicht alle Ideen, die man zur Gartenschau 2031 hatte, umgesetzt werden können, will die Stadt an der Neugestaltung des Stadtparks Wöhrd festhalten. Foto: Schneider

Als Bürgermeister Jens Keucher im Technik-Ausschuss in Sulz zur Gartenschau anhebt, geht ein erwartungsvolles Raunen durch die Reihen der Stadträte. Doch dann folgt Ernüchterung.

Der Blüten-Traum ist geplatzt. Im November hatte sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit für die Bewerbung zur Gartenschau 2031 ausgesprochen.

 

Der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, hatte sich damals an die Kommune gewandt und angefragt, ob denn das Interesse an einer Ausrichtung bestehe. Der Hintergrund: „Wie Sie sicherlich erfahren haben, ist die Durchführung der Gartenschau 2031 vakant.“

Voller Optimismus

Der Grund: Der Gemeinderat in Bretten hatte die Ausrichtung des Events unvorhergesehen zurückgegeben. Denn dort, im Kreis Karlsruhe, war viel zusammengekommen. „Der Ukraine-Krieg, der zu gestiegenen Baukosten, zu steigender Inflation und hohen Zinsen führte, war seinerzeit undenkbar“, hieß es als Begründung auf der Internetseite der dortigen Gartenschau. Den Zuschlag hatte Bretten 2020 erhalten.

Anfang November war Bürgermeister Jens Keucher noch voller Optimismus. „Ich glaube, niemand ist in der Planung so weit wie wir“, hatte er in einem Pressegespräch gesagt. Und auch Stadtbaumeister Reiner Wössner war guter Dinge – hatte er im Gemeinderat doch erst aufgezählt, was man quasi schon fertig in der Schublade liegen habe.

Die Freude verblasst

Denn schon 2009 und 2018 war der Plan gewesen, die Gartenschau nach Sulz zu holen. Doch jetzt – vier Monate später – die Ernüchterung. „Es ging nicht so aus wie erhofft“, sagt Keucher den anwesenden Stadträten im Ausschuss Technik und Umwelt. Als er in der Ansprache das Wort „Gartenschau“ erwähnt hatte, ging ein erwartungsvoll-freudiges Raunen durch die Reihen.

Doch hat der Bürgermeister vom Ministerialdirigent Konrad Rühl, Chef der Agrarverwaltung im Landesministerium, ein Schreiben erhalten, das die farbenfrohe Freude nun verblassen lässt. Die Bewerbung aus Sulz zur Gartenschau 2031 habe nicht berücksichtigt werden können, erläutert Keucher.

„Nicht mit allem planen“

„Ich war den ganzen Tag in Stuttgart und habe es erst gerade lesen können“, verdeutlicht er die Aktualität der Sache. Und gibt sich trotz dieser Enttäuschung, dass die Vergabe an eine andere Kommune erfolgt war, zuversichtlich für Sulz.

„Unsere Themen gehen wir auch ohne Gartenschau an!“, stellt er klar. Man werde aufgrund der Entscheidung im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz nun nicht mit allem planen können, schränkt Keucher ein.

Stadtpark und Innenstadt

So werde aus dem angedachten Rundweg am Neckar nichts werden. Dafür wolle man an den Projekten der Bürgerbeteiligung, also der Neugestaltung des Stadtparks Wöhrd sowie der Innenstadt-Planung, festhalten.

„Das werden wir umsetzen“, betont er. Denn dass diese Projekte quasi in „trockenen Tüchern“ sind, hatte im vergangenen Jahr schon Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser betont.

Nicht so wie erhofft

„60 Prozent der Ausgaben würden so oder so kommen“, erläuterte er den Stadträten im Herbst 2025 die Strategie der Stadt. Und das betreffe somit die Projekte rund um den Hochwasserschutz, die Sanierungsgebiete – aber auch die Innenstadtentwicklung.

Doch jetzt wird der „Wir-sind-Sulz-Booster“ nicht kommen. So hatte Keucher die Gartenschau mit Blick auf das starke Engagement aus Stadtgesellschaft, Vereine und Ehrenamt genannt, da dieses Großprojekt nur gemeinsam hätte gestemmt werden können.

„Es hat sehr erfolgversprechend geklungen, ist aber leider nicht ausgegangen wie erhofft“, bringt er die Situation prägnant auf den Punkt.