Wo früher regelmäßig Kurkonzerte stattfanden, bietet sich heute ein Bild zerstörter Kunst: der Pavillon im alten Kurpark im Oberdorf. Foto: Haier

Die Gartenschau 2025 wird in der Planung immer konkreter. Einzelne Projekte werden jetzt im Detail geplant. In seiner jüngsten Sitzung entschied der Gemeinderat über die Beauftragung für die weitere Planungsphase konkreter Projekte in Baiersbronn und Friedrichstal.

Baiersbronn - Das Planungsbüro Senner habe mittlerweile die Entwurfsphase abgeschlossen, erklärte Bürgermeister Michael Ruf, auch ungefähre Kostenberechnungen für die Einzelprojekte lägen vor. "Wir möchten jetzt in die Detailplanung einsteigen, auch um die entsprechenden Genehmigungen einholen zu können", kündigte Ruf an.

Bauamtsleiter Thomas Kuntosch erklärte, dass sich inzwischen sieben Einzelprojekte aus dem Masterplan entwickelt hätten. Das Gesamtkostenvolumen betrage nach den Ermittlungen des Planungsbüros rund 2,4 Millionen Euro. Nach Abzug der Fördersätze verbleibe eine Finanzierungssumme von rund einer Million Euro bei der Gemeinde. "Wir versuchen, die bestmögliche Förderquote zu erreichen", versprach Ruf.

Im Mutterort soll der alte Kurgarten zum Märchenpark umgestaltet werden. Als Vorlage dient das Hauff-Märchen "Das kalte Herz". Gemeinderat Ingo Christein (CDU) sprach sich für die Sanierung oder einen Neubau der alten Bühne im Kurgarten aus. Er sehe großes Potenzial, dass dort ein Ort besonders für Familien entstehen könnte. "Wir sehen das auch so, die Bühne würden wir gerne sanieren, und wir haben damit eine gute Chance, den alten Kurpark aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken", pflichtete Ruf ihm bei.

Sabine Finkbeiner, Vorsitzende des Bezirksbeirats Baiersbronn, erklärte, dass auch ihr Gremium den Märchenpark für ein gute Projekt halte. "Für die Zukunft haben wir uns aber eher dafür entschieden, über einen Neubau einer Bühne an einem anderen Standort nachzudenken." Gründe seien das Fehlen von Toilettenanlagen im Kurpark und der lange Weg für die Musiker, die ihre Ausrüstung dorthin tragen müssten.

Erfreut zeigte sich der Bezirksbeiratsvorsitzende von Friedrichstal, Christoph Jäger, über die Fülle an Projekten, die in seinem Ort nun realisiert werden können. "Wir sehen uns auf der Zielgeraden", sagte Jäger. Er regte eine zeitliche Priorisierung des Retentionsraums und des Königshammers an. Hintergrund sei die geplante Umleitung. Bürgermeister Ruf erklärte, dass dieses Thema bereits mit dem Planer besprochen worden sei.

Forbachufer wird aufgeweitet

Beim sogenannten Retentionsraum geht es um die geplante Aufweitung des Forbachufers. Das Areal rund um die Michaelskirche soll mit neuen Sitzgelegenheiten aufgewertet werden, auch die Bereiche am Königshammer, an der Grube Untere Sophia und am Fischweier sollen neu gestaltet werden.

Karlheinz Nestle (FWV) sprach sich für rechtzeitige Förderaussagen aus. Nach den schlechten Erfahrungen beim Projekt Schelklewiesen halte er es für nicht zielführend, unnötige Planungskosten zu produzieren. "Wir brauchen diese weiteren Planungen, um überhaupt die Förderungen zu beantragen", erklärte Ruf und versicherte: "Die Planungskosten sind im Rahmen."

Einstimmig sprach sich das Gremium bei den folgenden Einzelabstimmungen zu den geplanten Projekten für die weitere Planungsstufe aus. Bei einer Enthaltung wurde auch das Projekt "Grubenspielplatz, Grube Untere Sophia und Fischweier" zur weiteren Planung freigegeben.