Die ehemalige Tuchfabrik in Christophstal soll bei der Gartenschau auch eine Rolle spielen. Foto: Schwark

In vier Jahren soll die Gartenschau zwischen Freudenstadt und Baiersbronn eröffnet werden. "So langsam kommt Druck in den Kessel", sagte Johann Senner von Planungsbüro Planstatt Senner, als er im Freudenstädter Gemeinderat den aktuellen Planungsstand vorstellte.

Freudenstadt - Im Januar vergangenen Jahres wurde der Masterplan für die Gartenschau beschlossen. Inzwischen wurde fleißig geplant. Rudolf Müller, Leiter des Amts für Stadtentwicklung, erklärte einleitend, dass für jedes einzelne Projekt ein Steckbrief entwickelt wird, in dem es genau erläutert wird, einschließlich der Kosten. Besondere Bedeutung komme dem Mobilitätskonzept zu, für das ein eigenes Planungsbüro beauftragt werden soll. Dieses solle auch ein Wegekonzept ausarbeiten, damit die Bürger von Christophstal jederzeit ihre Häuser erreichen können.

Natur und Geschichte werden prägende Elemente der Gartenschau sein. Rudolf Müller gab bekannt, dass man mit dem Eigentümer der ehemaligen Tuchfabrik auf einem guten Weg zu einem Optionsvertrag sei, damit die Stadt planerisch tätig werden könne. Geschichte soll auch in der ehemaligen Feilenhauerei Bührle dargestellt werden. Die dortige Wasserkraftanlage sei bereits ertüchtigt worden, so Müller. Für das Bürkle-Areal sei noch kein Plan ausgearbeitet worden. Durch die Kooperationsbereitschaft der Familie Votteler sei es möglich, im Haus des bekannten Designers Arno Votteler ein Designmuseum einzurichten. Spannend werde, wie man den Zugang zum Gartenschaugelände aus Richtung Langenwaldsee lösen kann.

Noch kein großer Zeitdruck

Beim Zeitplan sei man noch nicht unter großem Druck, "aber er wird größer", betonte Müller. Im September oder Oktober werde es eine Klausurtagung der Gemeinderäte von Freudenstadt und Baiersbronn zum Thema Gartenschau geben.

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Planer Johann Senner lobte die Einstellung der Christophstaler Bürger zur Gartenschau. Sie sei positiv und konstruktiv. Auch von den Behörden werde man unterstützt. Das sei wichtig, denn die Gartenschau finde auf teilweise hochsensiblen Flächen statt. Als wichtig bezeichnete er die Durchlässigkeit des Forbachs für Fische und geriet dabei auch ein wenig ins Schwärmen. "Vielleicht können wir wieder Lachse in das Gewässer bringen."

In der Diskussion im Gemeinderat gab es viel Lob und auch Anregungen für die weitere Planung. Stadtrat Friedrich Volpp (Freie Wähler) fragte nach den 285 Treppenstufen, die an der Adlersteige ins Tal führen. Die blieben erhalten, versprach Johann Senner und würden wieder "lotgerecht ausgerichtet". Stadträtin Bärbel Altendorf-Jehle von der Bürgeraktion freute sich, dass die Rußhütte Teil der Gartenschau werden soll und fragte, wie die Menschen, die in Baiersbronn in die Gartenschau einsteigen nach Freudenstadt hoch kommen sollen. Eventuell mit Bussen, antwortete Bürgermeisterin Stephanie Hentschel. Man könne sich vielleicht einen Elektrobus vorstellen, der auf der Adlersteige pendelt, ergänzte Johann Senner. Ganz aufgearbeitet sei das Thema noch nicht.

Pluspunkte bei der Ökobilanzierung?

Eine Art Shuttle-Service für ältere Gäste, die nicht mehr so gut mobil sind, regte Stadtrat Günther Braun (SPD) an. Seine Fraktionskollegin Anita Zirz wollte wissen, ob die angedachten 5,4 Millionen Euro Kosten ein Limit seien. Rudolf Müller erläuterte, dass es sich im Moment nur um Schätzungen handle. Es sei das Ziel, im Herbst sagen zu können, was alles machbar ist. Außerdem stünden jetzt eine ganze Reihe von Zuschussverhandlungen an.

Die Ökobilanzierung sprach Stadtrat Wolfgang Tzschupke (Freie Wähler) an. Müller erklärte, dass es vielleicht sogar möglich sei, durch die Maßnahmen Pluspunkte zu sammeln. Zumindes wolle man eine Nullbilanz erreichen. Stadtrat Axel Reich (CDU) wünschte sich, dass bis Herbst zumindest ein grobes Mobilitätskonzept vorliegt. Denn alle Themen würden ineinander greifen. Daran arbeite man mit Hochdruck, versicherte Bürgermeisterin Stephanie Hentschel.

Eine ganze Reihe von Daueranlagen sind für die Gartenschau 2025 auf der Gemarkung von Freudenstadt geplant. Planer Johann Senner stellte sie im Gemeinderat vor.

Bahnhöfe: An beiden Bahnhöfen sollen die Gäste bereits zur Gartenschau willkommen geheißen werden.

Verbindung vom Marktplatz: Über Finkenberg- und Rappenstraße soll ein Zugang mit viel Grün zur Adlerterrasse geschaffen werden. Dort ist eine Aussichtsterrasse geplant und ein Pavillon in Form eines Tannenzapfens.

Abstieg ins Forbachtal: Geplant ist ein Panoramaweg aus Stahl und Holz, der in Serpentinen ins Tal führt. In diesem Zusammenhang soll auch die Adlersteige saniert werden.

Areal um das Bärenschlössle: Dieser Bereich soll ein zentraler Punkt der Gartenschau auf dem Gebiet Freudenstadt sein. Es sollen ein Steg am "Bärensee" und eine "Bärenbühne" entstehen. Eine Kinderseilbahn, eine Riesenschaukel und einen Walderlebnispfad sehen die Planer ebenfalls vor. Auch ein Zelt mit Bühne soll auf dem Areal stehen. Eine "Woodline" aus Holzstämmen soll zum Balancieren einladen.

Fischteiche: Dort soll es für die Besucher ein Schaubecken geben. Der Hauptweg soll nicht zwischen den Teichen hindurch führen, sondern im unteren Teil daran vorbei, damit durch die Besucher keine Viren und Bakterien in die Teiche gelangen.

Platzmeisterhaus: Ein Steg über den Forbach soll zu einem Bereich für Wasserspiele und -kunst führen. Dorthin soll die Rußhütte von der Stuttgarter Straße versetzt werden. Am Untersuchungsstollen der Grube Dorothea ist eine Lichtinszenierung vorgesehen.