Von den Schwefelbadgärten im Süden (links oben) bis zu den Erlebnisauen im Norden (rechts unten) – zahlreiche Bereiche der Balinger Innenstadt gelten im Gartesnchaujahr als eintrittspflichtige Bereiche. (Grafik) Foto: Stadtverwaltung

Mit dem Ausstellungs-, Veranstaltungs-, Verkehrs- und Marketingkonzept für die Gartenschau 2023 befasst sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag. Neben der "Präsentation herausragender Höhepunkte" sollen auch die Stadtteile, Vereine, Kirchen und Bildungseinrichtungen mit einbezogen werden.

Balingen - Nachdem die Grobkonzeption bereits im September vorgestellt worden war, wurden nun weitere Details wie Ein- und Ausgänge, Kassenstandorte und WC-Anlagen konkretisiert. Die Standorte für die Bühnen sind auf dem Festplatz auf dem Strasser-Areal, in der Charlottenstraße, beim Jugendhaus und beim Ewaldhaus geplant. Darüber hinaus stehen weitere Aktionsflächen am Aktivpark, Parkufersteg, an den Wassergärten, den Erlebnisauen und im Zwingergarten zur Verfügung. Als Standorte für die Gastronomie wurden diese Bereiche ins Auge gefasst: Tanzcasino-Adler Bräu in den Schwefelbadgärten, Imbiss am Stadtarchiv, Festzelt Strasser-Areal, Hirschgulden, Jugendhaus und ein Kiosk an der neuen Stadion-Brücke.

Ziel ist möglichst komfortable Besucherführung

Parallel wurde das Ausstellungskonzept weiter entwickelt und mit möglichen Partnern Kontakt aufgenommen. Gedacht ist auch an ein Projekt mit Balinger Kunstakteuren. Da das Gartenschaugelände direkt in der Stadt liegt, ließen sich die betrieblichen Abläufe (Tore, Zäune, Eingänge) nur aufwendig lösen. Ziel ist laut Stadtverwaltung jedoch eine möglichst komfortable Besucherführung, ohne dass den Balingern zu viele Beeinträchtigungen zugemutet werden müssten. Darüber hinaus würden Sonderlösungen für andere Veranstaltungen (Heimspiele der TSG) gefunden werden.

Mit dem geplanten Veranstaltungs- und Kulturprogramm soll ein breites Publikum angesprochen werden. Konkreter Ansatz sei es, 2023 überregionale Großveranstaltungen und Treffen nach Balingen zu locken. Im Gespräch sind ein Europäisches Dudelsackspielertreffen, das Festival Sackpfeifen in Schwaben, das Landesfest des Albvereins, der Tag der Blasmusik, der Tag der Chöre und SWR-Angebote wie "Pop & Poesie" oder die Schlagerparty. Dazu würden sich regionale Institutionen wie das Theater Lindenhof sowie Balinger Vereine und Bildungseinrichtungen einbringen. Neben großen Vereinen wie Volkstanzgruppe, TSG und HBW seien auch kleinere Vereine wie etwa das GenerationenNetz oder der Bürgerkontakt im Gespräch.

Marketingmaßnahmen sollen 2,5 Millionen Menschen ansprechen

In Zusammenhang mit der Veranstaltungskonzeption müsse auch die "Gartenschau als Marke" entwickelt und vermarktet werden. Die Marketingmaßnahmen, speziell für den Vorkauf der Dauerkarten, sei auf einen Radius von 100 Kilometern rund um Balingen ausgerichtet. Damit wollen rund 2,5 Millionen Menschen angesprochen werden. "Die Dauerkarte für die Gartenschau soll als ›Nummer-Eins-Weihnachtsgeschenk 2022‹ für die Balinger werden". Auch seien Einzelhandels-Aktionen geplant.

Die meisten der auswärtigen Gartenschaubesucher (rund 60 Prozent) reisen wohl mit dem Auto an, so die Einschätzung. Daher sollen entlang der Bundesstraßen  27 und 463 kostenpflichtige Parkflächen ausgewiesen werden. Dabei seien jedoch andere Großveranstaltungen wie "Bang Your Head" oder Volksfest zu berücksichtigen. Die Parkflächen im Süden sollen per Busshuttle angebunden werden. Die Parkplätze an der Stadthalle und Hallenbad sollen vorwiegend für Busse bereitgehalten werden.

Bereiche in Innenstadt während Gartenschau gesperrt

Hingewiesen wird auch darauf, dass zahlreiche Bereiche in der Innenstadt während der Gartenschau gesperrt werden müssen wie Charlottenstraße, Alter Markt und andere mehr. Dies wiederum werde sich auch auf die innerstädtischen Verkehrsströme auswirken. Verkehrslenkende Maßnahmen sind daher unter anderem an den Kreuzungen Eckenfelderstraße/Charlottenstraße/Stingstraße, Längendfeldstraße/B 27 und Längenfeldstraße/Hirschbergstraße geplant. Für den ÖPNV würden sich insgesamt keine nachteiligen Auswirkungen ergeben.

Das Ganze ist nicht umsonst zu haben: An Ausgaben sind im "Durchführungshaushalt (Wirtschaftsplan Eigenbetrieb Gartenschau) insgesamt 4,45 Millionen Euro geplant und damit 163 000 Euro mehr als bisher veranschlagt. An Einnahmen wird mit 3,62 Millionen Euro gerechnet.

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