Ferdinand Seimel ist vor allen in Sachen Instandhaltung und Überwachung der Spielplätze (hier auf dem Spielplatz „Im Öschle“ Bochingen) unterwegs – und fast allem, was mit Bäumen zu tun hat. Foto: Fahrland

Die Aufgaben der Stadtgärtnerei Oberndorf sind vielfältig. Zu den Herausforderungen gehört auch das Thema Klima.

Die Stadtgärtnerei erfüllt vielfältige Aufgaben und kommt bei der Stadtbegrünung von öffentlichen Anlagen und Gebäuden, Friedhöfen, Spiel- und Sportplätzen nicht an Themen wie Klimawandel, Insektenschutz und Nachhaltigkeit vorbei.

 

Nach der Gehölzpflege gibt es einen fliegenden Start für den Frühjahrsflor

Worauf es bei der Anlage und Pflege ankommt, welche Tipps auch im Privatgarten zum Erfolg führen und einiges aus ihrem Arbeitsalltag und der Liebe zum Beruf verraten Leiter und Mitarbeiter im Gespräch.

Bis Ende Februar stand für die acht Vollzeit-Mitarbeiter der Stadtgärtnerei neben der Beteiligung am Winterdienst die Gehölzpflege im Vordergrund. Kaum waren die letzten Äste gehäckselt oder abtransportiert, begann die Vorbereitung der Beete für den Frühjahrsflor. 10 000 Stiefmütterchen und 6000 Blumenzwiebeln verschönern Kübel und Beete, Kriegsdenkmäler und Friedhöfe. Für den Sommer werden rund 6000 Begonien und Salvien, 2000 Geranien und 700 Begleitpflanzen, wie etwa Petunien, benötigt.

Stauden- statt Wechselbeete

Zunehmend werden klassische Wechselbeete durch Staudenbeete ersetzt. Zum Glück habe man diesen Weg rechtzeitig eingeschlagen, stellt der stellvertretende Tiefbauamtsleiter Thomas Jäger mit Blick auf die trockenen Sommer der vergangenen Jahre fest.

Zu seinen Aufgaben zählen unter anderem die Leitung des Werkhofs und der Stadtgärtnerei. „Unser Ziel ist die standortgerechte Bepflanzung mit Rücksicht auf die Klimaveränderungen“, erklärt er. Neben bunten Beeten und Blumenkübeln kommt das Anlegen insektenfreundlicher Blühstreifen in der Bevölkerung gut an.

Leidenschaft ist Voraussetzung

Ein Leben ohne Grün – für ihn und sein Team unvorstellbar. Jäger setzt auf Fachpersonal und Quereinsteiger mit Liebe zum Beruf, hat ein offenes Ohr für neue Ideen und schätzt Eigeninitiative. „Unsere Leute sind mit vollem Einsatz dabei und gehen abends mit der Gewissheit nach Hause, etwas Sinnvolles geleistet zu haben.“

Anfang März machten Staudengärtnerin Nathalie Staiger und ein Praktikant das Staudenbeet auf dem Rathausparkplatz frühlingsfit. Es gilt als Musterbeispiel.

2019 wurde der Boden gegen ein Spezialsubstrat ausgetauscht und ein nachhaltiges Staudenbeet angelegt, das von März bis Oktober blüht. Ein- bis zweimal jährlich muss es gepflegt werden. Die dichte Bepflanzung vermindert das Unkrautproblem und das Austrocknen der Erde.

Gräser, unterschiedliche Wuchshöhe und Blattstrukturen

Im Frühjahr leuchten Tulpen und Narzissen um die Wette, im Sommer blühen Storchschnabel, Sonnenhut und Mädchenauge, im Herbst erfreuen Fetthenne und Fingerstrauch das Auge. Perfekt wird die optische Wirkung durch Gräser und Frauenmantel mit unterschiedlichen Wuchshöhen und Blattstrukturen.

Aus Rücksicht auf die Rückzugsorte der Insekten erfolgt der Rückschnitt der verblühten Blütenstände stets erst nach dem Winter. Jüngst wurde auch an der Neckarhalle ein neues Staudenbeet angelegt.

Kein Garten ohne Arbeit

Privatgärtnern rät Jäger, auf hochwertige Ware von Anbietern mit Fachberatung und Erfahrung zurückzugreifen. Stimmen Planung, Substrat, Beetvorbereitung, standortgerechte Pflanzenauswahl und Pflege, komme mit dem Erfolg die Freude, denn „einen Garten ohne Arbeit gibt es nicht.“ Vermeiden lasse sich der Pflegeaufwand nicht, reduzieren aber schon.

Viel Zeit investiert die Stadtgärtnerei auch in die Pflege der zwölf Sportplätze sowie in Kontrolle, Sicherheit und Erhalt der 28 Spielplätze, Kindergärten und Schulen noch gar nicht mitgerechnet. Aus Sicherheitsgründen kommen einmal pro Jahr der Spielplatz-TÜV sowie der Baumsachverständige. Zur pestizidfreien Unkrautbekämpfung auf Plätzen und Friedhofswegen wurde ein Heißwassergerät zum Abdampfen angeschafft. Die wöchentlichen Mäharbeiten erstrecken sich auf 16 Hektar Fläche in der Kernstadt und den Stadtteilen, weiß Thomas Glatthaar. Allein im Freibad und in der „Dollau“, einem Freizeitgelände mit viel Grün, kommen fünf Hektar Rasenfläche zusammen.