Weil es regnet, fällt der Einsatz im Gartengelände aus und die jungen Gärtner beschäftigen sich theoretisch mit den Obst- und Gemüsesorten, die sie anbauen wollen. Foto: Jeanette Tröger

Die Junggärtner der Grundschule Ostelsheim freuen sich schon auf die anstehende Gartensaison und bereiten sich darauf vor.

Es ist die sechste Stunde am Montag. Sechs Schüler der Ostelsheimer Grundschule sind etwas traurig, denn auch in der dritten Wochenstunde seit dem Start in die Schulgarten-Saison regnet es wieder. Und so fällt das geplante Unkrautjäten und Vorbereiten der Beete für die Aussaat im Schulgarten leider aus.

 

Dafür haben ihre Lehrerin Christine Knisel und Claudia Kühlmann-Kienzle vom Obst- und Gartenbauverein ein Indoor-Ersatzprogramm vorbereitet, das den jungen Gartenfreunden auch Spaß macht. Sie ordnen den Abbildungen von verschiedensten Obst- und Gemüsesorten die richtigen Bezeichnungen zu, überlegen, ob diese ausgesät oder gepflanzt werden und malen die Vorlagen bunt und typgerecht aus. In der vergangenen Woche haben sie Tomaten gesät, jeder eine andere Sorte in einen Topf, den sie auf dem Sims im Schulflur jeden Tag beobachten und bei Bedarf gießen. Hoffentlich sprießt es bald, sie sind schon ganz neugierig, denn die Pflänzchen werden, wenn sie groß genug sind, ins Gartenbeet umziehen.

Im Garten werkeln

Die Kinder erzählen, warum sie sich für die Schulgarten-AG gemeldet haben. Unisono haben sie Freude daran, im Garten zu werkeln und zu beobachten, wie etwa aus kleinen Samen etwas heranwächst, das man später essen kann. Brokkoli zum Beispiel oder Möhren. Alle haben zu Hause oder bei Oma und Opa schon mitgeholfen im Garten, haben also schon etwas Erfahrung. In der Theoriestunde wird noch die Schulgarten-Ordnung besprochen. Jetzt wissen die neuen Schulgärtner, wie Arbeitsgeräte so benutzt werden, dass niemand verletzt wird und dass sie nach Gebrauch auch wieder sauber gemacht und aufgeräumt werden. Und dass Kräuter, Obst und Gemüse nur gegessen werden, wenn es erlaubt ist. Damit es gerecht zugeht und fair geteilt wird, wenn zum Beispiel die Erd- oder Himbeeren erst wenige Früchte tragen oder am Apfelbäumchen nur zwei, drei reife Äpfel hängen.

Die beiden AG-Betreuerinnen, Claudia Kühlmann-Kienzle (links) und Christine Knisel versichern sich, dass im Gartenhäuschen die Gerätschaften für die Arbeitseinsätze bereit sind. Foto: Jeanette Tröger

Ein Schulgarten hat an der Ostelsheimer Grundschule eine lange Tradition. Allerdings hat ein Bambus mit der Zeit das Terrain überwuchert. Deshalb musste der Schulgarten 2019 erstmal stillgelegt und grundlegend saniert werden. Dafür hat die Gemeinde ordentlich Geld in die Hand genommen und eine Fachfirma beauftragt, die den gesamten Boden mit den Wurzeln des Bambus ausgetauscht und die Gartenfläche mit Beeten neu angelegt hat. Platten auf den Wegen dazwischen sorgen für Ordnung und eine Natursteinmauer umfasst das Gartengelände.

2020 startete die erste Garten-AG nach der Sanierung, verschiedene Beerensträucher wurden gepflanzt, die jedes Jahr reiche Früchte tragen und auch ein Apfelbaum, der sich seither gut entwickelt.

In den Startlöchern

Eine Weinrebe, die saftige, dunkelrote, große Trauben verspricht, gedeiht im Schulgarten ebenso und sogar Spargel wird geerntet. Jetzt stehen die diesjährigen Garten-AG-Kinder in den Startlöchern, um die Beete nach dem Winter herzurichten, zu säen, Sträucher und mehrjährige Kräuter zu pflegen und Gemüse anzupflanzen, das sie selbst ausgewählt haben.

So sieht es aus im Ostelsheimer Schulgarten aus, wenn eine reichliche Gemüse-Ernte unter den jungen Gartenfreunden gerecht verteilt wird. Foto: Kühlmann-Kienzle

Was passiert in den Ferien, hauptsächlich im Sommer? Wer kümmert sich da um alles, was der Ernte entgegenreift? Hier übernehmen die Kinder sehr gewissenhaft Eigenverantwortung, erzählen die Betreuerinnen, und organisieren, wie auch an den Wochenenden, einen Gießdienst. Denn auch der kleinen Gärtner Lohn ist eine reiche Ernte und es wäre sehr schade, wenn in der Ferienzeit alles vertrocknet und eingeht, was sie seit dem Frühjahr mit Leidenschaft gehegt und gepflegt haben.