Aktuell befinden sich hier am Schulverbund Frommern noch Parkplätze. Künftig soll hier ein Ganztagesschulgebäude stehen. Foto: Eyckeler

Die gesetzliche Ganztagsbetreuung für Grundschüler war mal wieder Thema im Balinger Ausschuss. Das Hochbauamt präsentierte konkrete Umbaumaßnahmen an zwei Schulen.

Frieder Theurer und Valerio Kallmann waren am Mittwochabend als Vertreter des Hochbauamts zu Gast im Technischen Ausschuss und stellten Neu- und Umbaumaßnahmen an der Längenfeldgrundschule sowie am Schulverbund in Frommern vor. Hintergrund der geplanten Maßnahmen ist der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschüler ab dem Jahr 2026.

 

Damit rechtzeitig genügend Plätze vorhanden sind, muss die Stadt handeln und plant konkrete Arbeiten. Neben den genannten Bildungshäusern ist auch die Sichelschule betroffen. In der Vorberatung am Mittwochabend stand diese aber nicht im Fokus.

Aus den Beschlussunterlagen geht hervor, dass aufgrund der bestehenden Platznot in Frommern nur ein Neubau infrage kommt. Wie dieser aussehen soll, stellte Amtsleiter Theurer dem Gremium vor. „Wir werden am Schulverbund ein reines Ganztagesschulgebäude errichten“, so Theurer.

Theurer: trostloser Pausenhof

Bebaut wird die Parkplatzfläche im nordöstlichen Bereich. Dadurch besteht Sichtkontakt von innen auf den Pausenhof, was die Betreuungssituation in der Zukunft vereinfachen soll. Den Schulhof an sich umzugestalten, ist Theurer, das machte er deutlich, ein großes Anliegen. Als „ziemlich trostlos“ beschrieb er den aktuellen Hof, der künftig als attraktiver „Bewegungsraum“ den Schülern in den Pausen Spaß bereiten soll.

Dieser Bewegungsraum wird dicht am Gebäude angeschlossen sein. Das grüne Klassenzimmer auf dem Gelände im rückwärtigen Bereich des Neubaus lasse sich nach wie vor gut nutzen und könne auch in den Betreuungsalltag der Ganztagesschule integriert werden, heißt es in den Unterlagen.

Bei dem Neubau an sich handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude, „das wir in Hybridbauweise errichten wollen“, erklärte Theurer, der zudem auf die großen Fensterfronten verwies, die später für helle Räume sorgen sollen.

Acht Millionen Euro

Der Bau beinhaltet die für diesen Zweck üblichen Themenräume zum Spielen und Aufhalten der Kinder, eine Küche und ein Büro. Eine Besonderheit stellt das integrierte Café dar. „Damit ist für Verpflegung gesorgt, auch während der Ferienbetreuung, wenn die restliche Schule geschlossen ist“, sagte der Hochbauamtsleiter.

Acht Millionen Euro sind für das Projekt in Frommern veranschlagt. „70 Prozent der Kosten werden allerdings über Fördergelder abgedeckt. Hinzu kommt noch die KfW‑Förderung“, rechnete Theurer vor. Am Ende muss die Stadt Balingen also noch 2,56 Millionen Euro selbst berappen. Im Herbst will die Verwaltung bereits mit den Bauarbeiten beginnen.

Die Maßnahmen an der Längenfeldschule fallen aufgrund der bereits bestehenden Kernzeitbetreuung im Erdgeschoss vor Ort nicht ganz so kostenintensiv aus wie in Frommern. Valerio Kallmann kann hier auf einer laut Unterlagen „optimalen Basis“ für eine Erweiterung zur Ganztagesbetreuung aufbauen.

Pausenhof soll verändert werden

Ein Anbau im Erdgeschoss soll sich in Richtung Pausenhof ausdehnen und somit in zentraler Lage als Ort der Zusammenkunft herhalten. „Der Pausenhof ist ähnlich wie in Frommern ein Kind seiner Zeit und soll verändert werden“, erklärte Kallmann.

Sein Plan sieht vor, die enorme Asphaltfläche zu entsiegeln und um Spielgeräte, Bäume und eine Fahrzeugstrecke zu ergänzen. Ein sogenannter Spielflur zur Beschäftigung und Zusammenkunft ist eingeplant, „ebenso wie eine kleine Bühne für mögliche Theateraufführungen“, so Kallmann.

Auch hier drücken diverse Fördermittel den Eigenanteil, den die Eyachstadt aufbringen muss. Von den Gesamtkosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro bleiben am Ende 1,3 Millionen an der Stadt Balingen hängen. Erste Arbeiten sind bereits in den Sommerferien vorgesehen.

Amtsleiter Theurer betont, dass alle Arbeiten im Jahr 2028 abgeschlossen sein müssen. „Da befinden wir uns aktuell auf einem sehr guten Weg“, versicherte er. Für das Angebot wird also wohl gesorgt sein, aber wie sieht es eigentlich bei der Nachfrage aus?

Die Anmeldezahlen sind laut Familienamtsleiter Ralf Eppler aktuell noch verhalten. „Ich befürchte, dass viele Eltern bisher nicht genau über das Angebot Bescheid wissen oder einfach noch abwarten wollen“, so Epplers Einschätzung.

Bedauerlich wäre natürlich, wenn alle Gebäude stehen, aber diese am Ende aufgrund mangelnder Nachfrage gar nicht belebt sind.