Die Ganztagsbetreuung an Grundschulen wird kommen und steht Schülern künftig zu. Foto: Felix Kästle/dpa

Der Verwaltungsausschuss wird am Dienstag, 3. Dezember, über den Plan der Stadtverwaltung beraten, wie und wo man als erstes Betreuungsplätze schafft.

Das Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter – Ganztagsförderungsgesetz – hält die Stadt Balingen auf Trab. Zur Erfüllung dieses Anspruchs müssen die Häuser teils aus- oder umgebaut werden. Der Verwaltungsausschuss wird hierzu am Dienstag, 3. Dezember, über die Priorisierung der einzelnen Baumaßnahmen beraten.

 

Das Gesetz sieht vor, dass jedes Kind von der ersten bis zur vierten Klasse in der Grundschule einen Anspruch auf ganztägige Förderung in einer Tageseinrichtung hat. Der Rechtsanspruch werde, so steht es auf der Homepage des Landes-Kultusministeriums, stufenweise ab dem Schuljahr 2026/2027 eingeführt, beginnend in Klassenstufe 1. Ab dem Schuljahr 2029/2030 soll dann allen Kindern bis Stufe 4 der Betreuungsanspruch zustehen.

Einige Plätze sind bereits vorhanden

Das bedeutet viel Organisations- und Bauaufwand für die Stadt Balingen, die in den kommenden Jahren entsprechende Plätze noch schaffen muss. Doch zuerst die gute Nachricht, die aus dem Beschlussantrag der Stadt hervorgeht.

Dort heißt es, dass in der Schulträgerschaft der Stadt Balingen die Grundschule Weilstetten bereits als Ganztagsschule eingerichtet sei. 64 Betreuungsplätze für Ganztagsschüler sind demnach schon vorhanden.

Auch gibt es bereits die Grundschule Frommern als Modell der Ganztagsschule. „Dort sind derzeit 92 Ganztagsschüler angemeldet“, ist aus den Ausschussunterlagen zu erfahren. Die Sichelschule ist laut Festlegung im Schulgesetz als Gemeinschaftsschule in der Sekundarstufe bereits eine Ganztagsschule, jedoch noch nicht in der Primarstufe.

Mit der Längenfeldschule soll begonnen werden

So viel zum Ist-Zustand, es folgt der Blick auf das, was noch fehlt: Bei einer Betreuungsquote von 20 Prozent aller Grundschüler werden ab dem Schuljahr 2029/2030 circa 270 Ganztagesbetreuungsplätze benötigt“, heißt es.

Nach Abzug der derzeit bereits vorhandenen Plätze in Weilstetten und Frommern müssen somit noch rund 114 neue Plätze geschaffen werden. Als erstes schlägt die Verwaltung vor, den Ausbau zur Ganztagesbetreuung bei der Längenfeldschule zu beginnen.

Laut den derzeitigen Plänen der Verwaltung können an der größten Grundschule Balingens mit einer Investitionssumme von aktuell gut 3,5 Millionen Euro insgesamt 174 Ganztagesbetreuungsplätze geschaffen werden – allerdings auf Kosten des Schulhorts, der dann nicht weiter betrieben werden dürfe.

Fördergelder stehen zeitnah nicht zur Verfügung

Land und Bund stellen laut Beschlussvorlage Fördergelder für Bauprojekte dieser Art zur Verfügung. Das werden aber einige sein, da nicht nur die Kreisstadt des Zollernalbkreises Plätze schaffen muss.

Die Stadt Balingen hat Förderanträge für die bereits erwähnte Längenfeldschule beantragt sowie für die Grundschulen der Sichelschule und dem Schulzentrum Frommern, die aber erst später angegangen werden sollen. Insgesamt fallen Kosten an in Höhe von rund 24,5 Millionen Euro.

Das Problem aktuell wird in der Beschlussvorlage folgendermaßen beschrieben: „Aufgrund der ergänzenden Landesfinanzierung kann nicht mit einer zeitnahen Förderung gerechnet werden, so dass die Stadt Balingen für diese Investitionsmaßnahmen zunächst in Vorleistung gehen muss.“

Die 24,5 Millionen Euro kann die Verwaltung nicht auf einmal finanzieren, weswegen man nun ein Projekt nach dem anderen abwickeln möchte. Dem Verwaltungsausschuss werden die Pläne zur Vorberatung vorgestellt, am Ende muss der Gemeinderat darüber abstimmen.