An der Grundschule in Winterlingen ist die Ganztagesbetreuung von drei auf vier Tage erweitert. Ein richtiger Schritt, sagt Bürgermeister Michael Maier. Der Bedarf jedenfalls ist vorhanden, das bestätigt Rektor Matthias Gayer.
„Wir sind eine der wenigen Schulen, die das Thema schon aufgegriffen haben“, sagt Rektor Matthias Gayer. An der Grundschule Winterlingen ist die Ganztagesbetreuung von drei auf vier Tage in der Woche erweitert. Damit agiert die Schule vorausschauend, denn ab 2026 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter schrittweise eingeführt.
Eltern sind zufrieden mit neuem Angebot
In Winterlingen besteht eine offene Ganztagsschule, was heißt, dass die Eltern und Schüler wählen dürfen, ob sie das Angebot wahrnehmen. Allerdings haben sie sich dann für ein Schuljahr zu verpflichten. Jetzt ist das Angebot in dem aktuellen Schuljahr auf vier Tage à acht Stunden ausgebaut. Die Nachfrage nach einer solchen Betreuung hatte die Schulleitung im Juni vergangenen Jahres abgefragt: „Wir hatten befürchtet, dass sich weniger Schüler anmelden, weil es den Eltern vielleicht zu viel ist.“ Melanie Maier Delgato, die ein Kind in der Betreuung hat, war denn auch zunächst skeptisch: „Für uns war das erst schwierig, weil unser Kind dann weniger Zeit hat, etwas mit Freunden zu unternehmen.“ Doch mittlerweile nutzt die berufstätige Mutter das Angebot gerne, zumal sie nicht immer die Möglichkeit hat, für ihren Nachwuchs ein Mittagessen zuzubereiten.
Und die Anmeldungen zu Schuljahresbeginn geben Rektor Gayer Recht: 62 Schüler von derzeit 170 Kindern an der Grundschule sind in der Ganztagesbetreuung: „Die Anzahl ist gleichgeblieben“, betont Gayer. „Das hat uns positiv überrascht.“
Vielseitig aufgestellt in den Arbeitsgruppen
„Wir können viel anbieten, weil wir auch die Sporthalle, das Schwimmbad und die Landschaft um die Schule herum einbinden“, sagt der Rektor. „Zudem sind wir vielseitig aufgestellt, was die Akteure für die Arbeitsgruppen angeht.“ So gibt es an einem Nachmittag einen Schwimmkurs für Nichtschwimmer, wird im ehemaligen Handarbeitsraum genäht, anderenorts gelesen, Schach gespielt und Deutsch gelernt. Es geht auf Abenteuer oder wird sich entspannt, es wird getrommelt oder die Kinder sind kreativ, lösen Rätsel oder lernen, wie sie sich bei der Ersten Hilfe zu verhalten haben.
Matthias Gayer sieht den Erfolg der Betreuung. Den erkennt auch Winterlingens Bürgermeister Michael Maier. Die Gemeinde lässt sich die Ganztagesbetreuung an die 80 000 Euro im Jahr kosten. „Am Anfang hatten wir Bauchschmerzen, wie das erweiterte Angebot angenommen wird. Aber es ist gut angelaufen. Auf vier Tage zu verlängern, war der richtige Schritt“, betont Maier.
Die Betreuungszeiten
Ganztagesbetreuung
Um 7.45 Uhr beginnt der Unterricht an der Grundschule in Winterlingen. Der geht bis 11.50 Uhr. Es ist ein rhythmisierter Unterricht mit zwei längeren Bewegungspausen dazwischen. Die Mittagspause – betreut durch die Mitarbeiter des Hauses Nazareth – geht von 11.50 Uhr bis 13 Uhr. In diesem Zeitraum wird auch ein Mittagessen angeboten. Von 13 bis 14 Uhr ist Lernzeit, während der die Kinder ihre Hausaufgaben absolvieren. Und nach einer Pause geht es dann von 14.10 Uhr bis 15.45 Uhr in die verschiedenen Angebote der Arbeitsgruppen.