Die Mitarbeiter der Kurgärtnerei bei der Arbeit (von links) Sabine Freudenreich; der Leiter der Kurgärtnerei Patrick Willmann und Stefan Müller. Foto: Strohmeier

Das Wetter ist herbstlich an diesem Mittag, als die Gärtner der Kur und Bäder GmbH Tulpen-, Hyazinthen- und Narzissenzwiebeln in den Boden drücken, damit im Frühjahr die Beete wieder grünen und blühen. Mehrere Wochen benötigen sie, bis die Arbeit auf 1000 Quadratmeter Beetfläche erledigt ist.

Bad Dürrheim - Aktuell sind die neun Gärtner mit der typischen Herbstarbeit ausgebucht. Dazu gehört beispielsweise auch die Palmen, welche in den großen Blumenkübeln um das Kurhaus und auf der Freifläche des Solemars stehen, winterfest einzulagern. Das bedeutet, sie werden in die Gewächshäuser des Betriebshofs der Kurgärtnerei an der Südeinfahrt gefahren, und dort harren sie aus, bis etwa Mitte Mai die Spätfröste fast alle vorüber sind und sie wieder mediterranes Flair verbreiten können.

1000 Quadratmeter Beetfläche

Doch bis dahin ist es noch lange hin, und wer freut sich nicht über die ersten Frühblüher und auf ein paar Farbtupfer im Herbst? Deswegen sind die Gärtner momentan schwer beschäftigt. Zur Kur und Bäder gehören rund 1000 Quadratmeter Beetfläche, dies umfasst unter anderem den kompletten Kurpark und die Blumenbeete am Haus des Gastes. Diese Woche waren die Beete dort an der Reihe. Zunächst räumten sie den Sommerflor ab, danach wird der Boden durchgefräst, damit er schön locker ist. Danach kommen zuerst die Blumenzwiebeln in den Boden. Damit es gerade Reihen gibt, werden Schnüre gespannt, entlang dieser Linien wird gepflanzt. Sind die Blumenzwiebeln im Boden, kommen die Veilchen dran. In diesem Jahr haben sie beim Haus des Gastes hauptsächlich ein tiefes Rot und leuchtendes Lila. Sind alle Pflanzen im Boden, heißt es gießen, auch wenn der Boden feucht ist oder es nach Regen aussieht. Das angießen, erläutert der Leiter der Kurgärtnerei, Patrick Willmann, habe bei der momentanen Witterung weniger damit zu tun, dass die Pflanzen Wasser bekommen, sondern dass sich der Boden setzt und es zum so genannten Wurzelschluss kommt. Durch das Fräsen kommt viel Luft in den Boden, diese Luftkammern müssen um die Pflanze wieder weg, damit sie anwächst und gut gedeiht. Gepflanzt werden ungefähr 30 000 Stiefmütterchen und Hornveilchen sowie rund 10 000 Blumenzwiebeln. In diesem Jahr sind die Setzlinge etwas klein, das liege an der Witterung.

Immer wieder ein bisschen variieren

Es wird immer wieder etwas variiert, so wurden vor ein paar Jahren eine orangeblühende genommen, die hat sich jedoch nicht bewährt, es gab im Frühjahr rund 90 Prozent Ausfall bei den Pflanzen, erinnert sich Willmann. Dann wiederum muss manchmal auf eine andere Sorte ausgewichen werden, beispielsweise ändern sich Trends oder wenn es bei der Großgärtnerei Ausfälle gibt. In diesem Jahr war es für diese schwierig, Blumenzwiebeln zu züchten. Diese kommen alle aus Holland und dort hatte man ebenfalls viel Regen, die Blumenzwiebeln sind sozusagen verfault im Boden – in unseren Breitengraden können diese nicht selbst vermehrt werden, die Witterung und der Boden passen nicht.

Die Veilchen werden bei einer Gärtnerei auf der Ostalb gekauft. Hier muss bereits etwa Mitte Juni mitgeteilt werden, wie viel man von welcher Sorte benötigt, damit sie in entsprechender Menge gezogen werden können, da könne man bei der Menge nicht zwei Wochen vorher kommen, so Willmann. Geliefert werden diese in zwei Tranchen, so habe man bei der Kurgärtnerei nicht soviel Ware stehen und kann sie nach und nach verarbeiten. Sind die Pflanzen und die Zwiebeln dann alle im Boden, ist diese Arbeit erledigt, doch der Erfolg, wie die Veilchen im Frühjahr blühen, hängt auch vom Wetter ab. Gefürchtet sind so genannte Kahlfröste – kalte Nächte, sonnigwarme Tage und kein Schnee auf den Pflanzen. Das macht ihnen zu schaffen und sorgt für die meisten Ausfälle. Eine Schneedecke würde vor dem Frost schützen. Der Sommerflor wiederum wird komplett selbst in den Gewächshäusern gezogen, erzählt Willmann.

Viele weitere Aufgaben

Neben den Pflanzarbeiten gibt es jedoch noch vieles andere, was getan werden muss. Das reicht im Sommer von der Pflege der Wege, dem Entfernen von Beikräutern bis hin im Herbst zur Laubentsorgung und im Winter das Schippen der Spazierwege und dem Streichen der Ruhebänke, die über die kalte Jahreszeit teilweise abmontiert werden. Im Einsatz ist man auch beim Weihnachtsmarkt oder bei der SommerSinnfonie und einiges mehr.