Glasmacher im Dorf: 300 Jahre Glashütte und Glasmacherdorf an der heutigen Stelle, will Herzogenweiler im nächsten Jahr mit vielen Gästen feiern, so ähnlich wie beim 750-jährigen der Ersterwähnung vor 13 Jahren. (Archivbild) Foto: Zimmermann

Nach eineinhalb Jahren fand erstmals wieder eine öffentliche Ortschaftsratssitzung in Herzogenweiler statt.

VS-Herzogenweiler - Im geräumigen Nebenzimmer des Dorfgasthauses, wo üblicherweise die Fastnachtsbälle abgehalten werden, konnten neben dem Ortschaftsrat rund fünf Prozent der Einwohner coronagerecht untergebracht werden.

In der Zwischenzeit traf sich der Ortschaftsrat zu acht nichtöffentlichen Sitzungen, davon fünf in Präsenz und drei digital. In Präsenz sei es ein ganz anderer Austausch und miteinander als am Bildschirm, machte Ortsvorsteher Andreas Neininger deutlich. Nebenbei nahm der Ortsvorsteher noch 25 weitere Termine wahr. Auch für eine Pandemiezeit sei die Hälfte der sonst üblichen Termine immer noch ganz ordentlich, sieht es Neininger rückblickend.

Unter erschwerten Bedingungen wurden auch sichtbar Projekte verwirklicht: Die Auffrischung des Dorfplatzes, die Sanierung des Buswartehäuschens und die Aufstellung eines Mitfahrbänkles. Laufende Projekte sind: Sandsteinsanierung am Rathaus-Gebäude durch die Firma Humbert Müller aus Tannheim und Malerarbeiten im Rathausgebäude.

Es geht ums Energiekonzept

Das künftige Neubaugebiet war in jeder Sitzung Thema des Ortschaftsrats, berichteten Ortsvorsteher Andreas Neininger und sein Vize Wolfgang Meder. Die Planungen seien in Bearbeitung. Neue Aspekte hätten sich ergeben, nachdem der Gemeinderat im März beschloss, dass für Neubaugebiete im Zusammenhang mit der Erstellung des Bebauungsplans ein Energie-Konzept insbesondere für Nahwärme erstellt werden muss.

Der Ortschaftsrat entschloss sich dann mit Rücksprache zur Stadtverwaltung weitergehende Gedanken für eine Nahwärmeversorgung für den ganzen Ort zu machen. Ein Ingenieurbüro ist eingeschaltet, um die Wirtschaftlichkeit auszuloten.

Herzogenweiler ist nicht an das Erdgasnetz angeschlossen, die meisten Haushalte heizen mit Öl, und diese Anlagen kommen langsam auch in die Jahre und müssten ersetzt werden mit neuer Heizungstechnologie. Einen Fahrplan, wann dies für den Ort spruchreif werden könnte, konnte Ortsvorsteher Neininger noch nicht nennen, er hofft jedoch zeitnah.

Wie Herzogenweiler nach jahrzehntelangem Stillstand so plötzlich und kurzfristig zu einem Neubaugebiet kam mit allen Möglichkeiten und Problemen für den Ort, berichtete Alt-Ortsvorsteher Martin Wangler auf Anfrage von Einwohnern ausführlich und detailliert.

Nachfeier des 300-jährigen Bestehen der Glashütte

Zu Beginn der Sommerferien im nächsten Jahr will Herzogenweiler das 300-jährige Bestehen der Glashütte mit Glasmacherdorf Her­zogenweiler nachfeiern. Eigentlich wäre es schon dieses Jahr der Fall gewesen. "Mit optimistischem Blick" gehe man ans Werk, so Ortsvorseher Neininger. Es soll ein Dorffest werden mit allen Vereinen, das sind Glaserzunft, Feuerwehr und Landfrauen Pfaffenweiler-Her­zogenweiler sowie Ortschaftsrat und Ortsverwaltung.

Zwei Treffen gab es schon, um den Rahmen auszuloten, einmal im Monat will man sich künftig treffen. Am Samstag, 31. Juli 2022, gibt es eine Eröffnung im Festzelt vor dem Feuerwehrhaus. Am Sonntag, 1. August, gibt es Attraktionen für Gäste aus Nah und Fern, mit verschiedenen Stationen über den Ort verteilt. Das Fest soll ein Beitrag sein im Rahmen des 50-jährhigen Bestehens der Doppelstadt VS.

Alt-Ortsvorsteher Martin Wangler bedankte sich für das Engagement zur Einrichtung eines Corona-Testzentrum im Ort. Dies sei für Her­zogenweiler eine schöne Visitenkarte nach außen gewesen.