Der Balinger Rückraumspieler Mex Raguse wird von Sebastian Trost (links) und Connar Battermann bearbeitet. Foto: Eibner-Pressefoto/Rene Weiss

Der HBW Balingen-Weilstetten hat seines Siegesserie in der 2, Handball-Bundesliga fortgesetzt, machte sich das Leben beim 34:30 über den TV Großwallstadt aber selbst schwer.

Immerhin hatte sich das HBW-Lazarett etwas gelichtet – Tim Ruggiero- Matthes war wieder mit von der Partie, doch noch immer fehlte bei den „Galliern“ mit Elias Huber, Magnus Grupe, Merlin Fuß, Elias Fügel und Bennet Strobel ein Quintett. Aber auch der TV Großwallstadt war vor rund 1400 Zuschauern in der Untermainhalle in Elsenfeld nicht in Bestbesetzung am Start. So fehlten etwa mit Maximilian Hoerner und Yessine Meddeb die beiden etatmäßigen Halbrechten beim Altmeister.

 

HBW legt stark los

Der HBW legte bestens los. Aufmerksam in der Deckung, hinter der Keeper Mateusz Kornecki von Beginn an auf Betriebstemperatur war und eine nahezu fehlerfreie Performance in der Offensive zeichneten die Schwaben in den ersten Minuten aus. Nach vier Minuten erzielte Linksaußen Tim Grüner mit seinem zweiten Treffer nasch starker Vorarbeit von Mex Raguse das 3:1 für die Gäste, in Unterzahl erhöhte Georg Pöhle auf 4:1 (6. Minute), Goalgetter Sascha Pfattheicher legte das 5:1 nach (8.). Der HBW arbeitet sich weiter Chance um Chance heraus, ließ davon die eine oder andere liegen, aber er blieb am Drücker. Pfattheicher setzte das 10:4 – das Team von Trainer Matti Flohr war auf Kurs.

Nach dem 10:4 reißt der Faden

Doch plötzlich geriet der Motor ins Stocken. TVG-Coach André Lohrbach hatte taktisch etwas umgestellt, die Gäste taten sich nun in der Deckung schwerer. Viel schlimmer aber war, dass sie in der Offensive nun zu fahrlässig mit dem Ball umgingen. Selbst beste Chancen fanden nicht den Weg ins Tor des Altmeisters. Großwallstadt bekam wieder einen Fuß in die Tür, und die machte der HBW bereitwillig auf.

Flohr-Team holt TVG zurück ins Spiel

Als Mario Stark auf 9:11 verkürzt hatte(20.), zog HBW-Trainer Flohr das Timeout, wollte seine Mannschaft einnorden. Doch das Momentum war aufseiten der Hausherren, die durch Florian Eisenträger auf 11:12 herankamen (23.). Die „Gallier legten wieder nach, hatten nach einem Konter von Tobias Heinzelmann die Nase wieder deutlich vorne (15:12/27.), doch der TVG antwortete mit einem Doppelpack und nachdem Stefan Bauer ein Stürmerfoul unterlaufen war, hatte Maxim Schalles die Chance, für den TVG auszugleichen. Doch Kornecki parierte seinen Wurf und vorne besorgte Pfattheicher per Siebenmeter den 16:14-Pausenstand zugunsten der Gäste.

Minerva verhilft Großwallstadt zum Ausgleich

Die zweite Halbzeit begann nicht gut für die Schwaben, Pfattheicher vergab aus schlechtem Winkel von außen, Raguse kassiert seine zweite Zeitstrafe und Schalles netzte für die Gastgeber zum 15:16 (32.) und Connar Battermann traf zum 18:18 (37.). Der zur Pause eingewechselte TVG-Keeper Jan-Steffen Minerva nervte die Balinger Angreifer ungemein, dennoch behielten die Gäste die Nase in der Folge einen Tick vorne. Der HBW führte mit 27:25 (51.) als Flohr seine nächste Auszeit nahm, um sein Team gegen die nun vom TVG praktizierte 5:1-Deckung einzustellen.

„Gallier“ bleiben cool

Das gelang. Raguse setzt einen Doppelpack zum 29:25, kassierte aber nach Stefan Bauers 30:27 (55.) seine dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte, beim TVG, der nun immer wieder über den Kreis mit Axel Skaarnæs erfolgreich war, erwischte es wenig später Mario Stark mit der Disqualifikation. Der HBW behielt in der Schlussphase kühlen Kopf. Drei Minuten vor dem Ende machte Heinzelmann mit seinem siebten Treffer zum 32:29 den Deckel drauf, und am Ende feierten die „Gallier“ einen verdienten 34:30-Erfolg, bei dem sie es auch leichter hätten haben können.

Raguse: „Das war wild“

„Das war wild, das war hektisch und sehr intensiv. Aber wir sind cool geblieben, haben unseren Stiefel heruntergespielt und sind auch sehr geduldig gewesen“, sagte Mex Raguse nach dem Spiel am Mikrofon des Streamingdienstes Dyn.

Statistik

TV Großwallstadt: Hanemann, Minerva (2. Hz); Klenk (1), Gempp (5), Eisenträger (3), Trost (2), Wullenweber (3), Battermann (2), Stark (2), Skaarnæs (7), Schalles (5/5).

HBW Balingen-Weilstetten: Kornecki, Nagy; Ruggeiro-Matthes, Raguse (4), Grüner (5), Wente, Bänsch, Locher, Eisele (1), Heinzelmann (7), Pfattheicher (11/7), Dayan (1), Leimeter (1), Pöhle (2), Bauer (2).