Vladan Lipovina und der HBW ließen sich von Jim Gottfridsson und Co. überraschend nicht aufs Kreuz legen. Foto: Kara

In der Handball-Bundesliga hat das Team von Trainer Jens Bürkle dem Favoriten aus dem hohen Norden getrotzt. Auch an anderer Stelle gab es gute Nachrichten: Ein wichtiges Rädchen im HBW-Getriebe hat seinen Vertrag verlängert.

Handball-Bundesligist HBW Balingen-Weilstetten hat seinen Spirit zurück. Mit einer starken Leistung hat das Team von Trainer Jens Bürkle am Sonntag der SG Flensburg-Handewitt beim 23:23 (14:13) einen Punkt abgenommen.

Drama Sekunden vor Schluss

Was für ein Finale! Sieben Sekunden vor der Schluss-Sirene traf Vladan Lipovina nach einer sehenswerten 1:1-Bewegung zum 23:23 für den HBW. Die HBW-Fans unter den 750 Zuschauern in der Balinger Sparkasse-Arena sind aus dem Häuschen. Doch die SG Flensburg-Handewitt startet die schnelle Mitte – Mads Mensah Larsen trifft zum 24:23 für den Favoriten. Die nicht immer sattelfesten Referees Mirko Krag und Marcus Hurst versagen dem Treffer aber die Anerkennung, jetzt darf so richtig gefeiert werden.

Aggressive Deckung

Nach Wochen des Schwächelns und mauen Auftritten zeigte der HBW eine Vorstellung, die an beste "Gallier"-Zeiten erinnerte. Mit einer aggressiven Deckung machte das Team von Trainer Jens Bürkle der SG das Leben schwer, und weil es auch im Angriff über weite Strecken diszipliniert und ohne Hast spielte, dämmte es Flensburgs-Konterstärke auf ein Minimum ein.

Von Rückstand unbeeindruckt

Der HBW legte gut los, führte nach einem Doppelpack, den Lipovina in Überzahl besorgte, mit 7:5 (11. Minute). In der Folge aber kamen die Gastgeber in der Offensive nicht so richtig klar, und Flensburg drehte die Partie mit einem 5:0-Lauf. Mads Mensah Larsen traf per Gegenstoß zum 10:7 für die Norddeutschen (19.). Hätte sich der HBW – wie in den vergangenen Wochen – von diesem Rückstand beeindruckt gezeigt, wäre die Nummer nun deutlich in Richtung der SG gegangen. Doch Pustekuchen! Das Bürkle-Team schlug zurück. Tobias Heinzelmann war bei einem Rebound zur Stelle, der starke Björn Zintel glich zum 11:11 aus, und Lipovina sorgte für eine 12:11-Führung.

Wichtige Vertragsverlängerung

Zur Pause lagen die "Gallier" mit 14:13 vorn und bauten ihren Vorsprung Anfang des zweiten Abschnitts mit Toren von Lipovina und Moritz Strosack, der seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, auf 16:13 (34.) aus, in der 42. Minute erhöhte Lipovina mit einem klasse "Kempa" gar auf vier Treffer Differenz (19:15). Grund genug für Flensburgs Coach Mike Machulla, bereits sein drittes und letztes Timeout zu ziehen. Er stellte um, ließ fortan mit sieben Spielern angreifen. Und das fruchtete. Jim Gottfridsson traf zum Ausgleich (20:20/ 51.), Mensah Larsen schoss den Favoriten beim 22:21 wieder in Führung.

Punkt redlich verdient

Aber Balingen hielt sich nun auch in einer Unterzahl-Situation schadlos und verdiente sich am Ende das 23:23 und den einen Punkt redlich. Und der war wichtig für die Gastgeber – denn Schlusslicht GWD Minden überraschte mit einem 26:25-Auswärtssieg in Leipzig und wäre im Falle einer Balinger Niederlage am HBW vorbeigezogen.

Statistik

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr, Ruminsky; Lipovina (6/2), Munzinger, Huber, Thomann, Ingason, Nothdurft (2), Wiederstein, Beciri (1), Schoch (4), Zintel (5), Stevanovic, Heinzelmann (2), Strosack (3), Wente.

SG Flensburg-Handewitt: Buric, Möller; Golla (3), Hald (1), Svan (2), Wuzella, Meyer-Siebert, Steinhauser, Mensah Larsen (8) Sögard, Gottfridsson (5), Müller, Semper (1), Mensing (1), Einarsson (2), Lindskog.