Die Gäste der Vernissage mit Arbeiten von Patrizia Casagranda staunten und rätselten über die Fernwirkung von Punkten mit wahrhaft schönen Frauen-Antlitzen.
Das ist doch die Monroe – mit Siebdruck wie eine Arbeit von Andy Warhol oder einem anderen Pop-Art-Künstler. Dafür allerdings sind die Punkte zu groß, nämlich weithin sichtbar. Und doch schält sich das Porträt in behutsamen hellen Farben heraus aus diesen Punkten, und zwar ausgesprochen plastisch.
Die Gäste der Vernissage mit Arbeiten von Patrizia Casagranda in der Galerie Kunstblick von Heidrun Bucher-Schlichtenberger staunten und rätselten über die Fernwirkung von Punkten mit wahrhaft schönen Frauen-Antlitzen auf schrundigem Untergrund.
Preise im In- und Ausland gewonnen
Die Frauen posieren nicht – außer Monroe oder Kate Moss – und wirken deshalb umso natürlicher, echter, wahrhaftiger. „Ich trage bis zu 20 Schichten auf“, gibt die Malerin Auskunft, die mit dieser außergewöhnlichen Technik bereits jetzt schon Preise im In- und Ausland wie der Bienale in Florenz gewonnen hat.
Denn die in Stuttgart geborene Halb-Italienerin ist neu in der Szene. Ihr Brotberuf sind Grafik und Design. So hat sie zusammen mit Günther Uecker (Nagelbilder) und Markus Lüpertz (Malerfürst) ein Buch gestaltet, bevor sie 2016 endgültig freischaffende Malerin wurde und ihr Hobby zum Beruf machte.
Galeristin: Patrizia Casagranda ist ein Shooting Star
Die Galeristin, die derzeit auch Skulpturen von den Gartenschau-Bildhauern Renate Hofer und Basilius Kleinhans ausstellt, zeigt sich begeistert: „Patrizia Casagranda ist ein Shooting Star.“ Und sie sei jemand, der auf Nachhaltigkeit setze. Denn die Malgründe sind alte Kartonagen, Jute oder gar Lkw-Planen.
Diese versteckt sie nicht, trotz der vielen Schichten, die am Schluss des Prozesses ausgesprochen stofflich wirken. Sie dürfen mitspielen. Und die Technik? Die ist ein Zusammenführen von Malerei, Collage und Graffiti – nämlich Schablonentechnik für die Punkte und Fragmente von Schrift. Als Farben verwendet sie Pigmente aus einem aufgelassenen Farbladen aus dem 17. Jahrhundert, den sie aufkaufte.
Eine Botschaft hat die Malerin nicht außer der Schönheit, Würde und Daseinsfreude von Frauengesichtern aus aller Welt. Nur die Gesichtszüge weisen auf die Ethnie hin aus Indien, Afrika oder der westlichen Welt. Alle hat sie in hellen, wispernden Farben erarbeitet. Und die Gesichter leuchten. Eine Botschaft ist dennoch zu entdecken: der Sündenfall.
Max Neumann untermalt die Veranstaltung musikalisch
Dargestellt in angebissenen Äpfeln – wie man sie vom Technologie-Giganten Apple her kennt. Nur eben malerischer, stofflicher – zum Anbeißen. Die schöne Stimmung, die diese Bilder dem Betrachter schenken, unterstreicht Max Neumann mit Improvisationen auf dem Blechklanginstrument Handpan. Und die Monroe verzieht dazu keine Miene.
Die Ausstellung Beauty of life von Patrizia Casagranda kann bis 27. Januar in der Galerie Kunstblick besucht werden.