„Ich möchte der Natur ihre Gewalt lassen“, sagt Gabi Streile. Die Künstlerin bringt die unbändige Macht der Natur auf die Leinwand – wie das aussieht, können Interessierte nun in der Galerie K3 in Königsfeld sehen. Dort läuft bald ihre Ausstellung „Flora“.
Wer in den kommenden Wochen die Königsfelder Galerie K3 in der Gartenstraße betritt, der fühlt sich in einen wilden Garten versetzt: Großformatige Leinwände dominieren die Wände. Darauf abgebildet sind Blumen aller Art – denn hier ist der Name Programm: Unter dem Titel „Flora“ präsentiert Künstlerin Gabi Streile in der Galerie K3 ab Freitag, 13. September, vor allem Bilder von Blumensträußen, die sie mit Acryl auf Leinwand gebannt hat.
Auch wenn Blumen die Wände der Galerie zieren, so soll sich der Betrachter nicht wie in einem Blumenladen fühlen, betont Streile im Gespräch mit unserer Redaktion. Denn die Bilder stellen keine gezähmte Natur dar – keine Blumensträuße, wie man sie aus dem Stilleben kennt. „Das sind keine harmlosen Blumen“, sagt Streile, „sondern Explosionen, Urgewalten.“
Und genau so sind die Blumen auch dargestellt: wie wilde Natur, die sich ineinander verschlingt, die wächst und sich ihren Weg sucht. Mit ihren Gemälden möchte Streile die unbändige Gewalt der Natur darstellen. Nichts liege ihr ferner, als die Natur gebändigt darzustellen.
Zunächst kommen Blumen als Motiv gar nicht infrage
Dass Streile die Blumen auf ihren Werken genau auf diese Art und Weise darstellt, liegt in der Vergangenheit begründet, wie die Künstlerin erzählt. Zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere habe sie Blumen als mögliches Sujet überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt.
1970 bis 1976 studierte Streile an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe – „und damals waren die Zeiten noch ganz andere als heute“, sagt sie. Nur etwa zehn Prozent der Studenten seien weiblich gewesen. Und ein großer Anteil dieser Studentinnen habe sich auf den Textilbereich fokussiert. Nicht so Streile, die sich vom sehr femininen Sujet der Blumen lieber fernhalten wollte.
Wilder Garten liefert Inspiration in Fülle
Das änderte sich erst am Ende ihres Studiums, als Streile ein halbes Jahr in der Toskana verbrachte. Dort entdeckte sie die Landschaftsmalerei und die Natur als Motiv für sich, wie sie erzählt – viel Gelegenheit zum Studium dieses Sujets bot auch der große wilde Garten, auf den sie in der Ortenau als Quell der Inspiration zurückgreifen konnte.
Doch die Zeit im wilden Garten hatte ein jähes Ende – und Streile musste ausweichen. Doch in der Lastwagengarage, in der sie unterkam, umgeben von Betonwänden, war Inspiration schwer zu finden. „Das war ein Jahr lang ganz schrecklich“, erinnert sich Streile heute. „Das war wie ein verlorenes Paradies.“
Und für die Künstlerin blieb nur ein Ausweg, um „den Beton zu überwinden“, wie sie sagt: Aus einem Blumenfeld erntete sie ganze Arme voller Blüten – „mit Wurzeln und allem“. So brachte Streile die Natur in ihr damaliges Atelier – und damit kehrte auch die Inspiration zurück.
Auch Landschaften bannt sie auf Leinwand
Diese findet die Künstlerin noch heute in der Natur, denn in Offenburg, wo sie neben Berlin arbeitet, hat sie den Schwarzwald im Rücken, die Rheinebene und Frankreich im Blick. Und neben Blumen, wie sie nun in der Galerie K3 zu sehen sind, malt Streile vor allem auch Landschaften. Tatsächlich sei die Ausstellung in Königsfeld die erste, bei der sie sich ausschließlich auf die Blumen als Motiv konzentriere.
Kooperation mit Galerie in Lauterbach läuft
Wer sich zusätzlich einen Eindruck von der anderen Seite ihres Schaffens machen möchte, hat dazu übrigens auch die Möglichkeit: Denn unter dem Titel „Schwarzwald in Farbe“ stellt Streile noch bis 6. Oktober Landschaftsmalereien in der Wilhelm-Kimmich-Galerie, Hauptstraße 17 in Lauterbach, aus.
Rund um die Ausstellung
Vernissage
Eröffnet wird die Ausstellung „Flora“ am Freitag, 13. September, ab 19 Uhr. Bürgermeister Fritz Link spricht ein Grußwort. Dann folgt ein Künstlergespräch mit Gabi Streile, Werner Schmidt, Bernhard Rüth und Galerist Alexander Höllwarth.
Öffnungszeiten
Zu sehen ist die Ausstellung danach von Samstag, 14. September, bis Sonntag, 13. Oktober, jeweils zu den Öffnungszeiten der Galerie K3. Diese sind mittwochs bis freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr. Die Finissage findet am Sonntag, 13. Oktober, zwischen 14 und 17 Uhr statt.