Ex-DDR-Ballettstar Ginger Streibig ist ganz baff: Zu ihrem 80. Geburtstag ist das Kloster voll. Foto: Jürgen Lück

Ginger Streibig war eine der Ballet-Stars der DDR. Zum Geburtstag gibt es die besten Tänze der Ginger-Girls im Kloster Horb.

Diese Überraschung ist echt gelungen: Zum 80. Geburtstag des Ex-DDR-Ballettstars Ginger Streibig machen ihr ihre Girls das größte Geschenk.

 

Das Horber Kloster ist voll. „Sie kommt“, ruft Georgia Streibig. Ihr Mann hat schon die Videokamera bereit, dann betritt Ginger Streibig den Saal. Ihr Gesicht ist ungläubig – die Stühle sind voll besetzt. Wegbegleiter aus über 30 Jahren Ballettschule in Horb. Eltern, Großeltern, Kinder und Enkel von (Ex-) Ginger Girls.

Überraschungsgala für den ehemaligen DDR-Ballettstar. 1969 startete sie im Erich Weinand Ensemble mit ihrem Mann Michael die Karriere. Sie kommen in den Auswahlkader des Staatsensembles der DDR. Es folgen Reisen nach Ägypten, Indien oder eben auch West-Berlin. Auch bekannt aus dem „Kessel buntes“.

Das Kloster Horb ist voll mit Überraschungsgästen

Ginger Streibig greift gleich zum Mikro, sagt: „Ich bin ganz außer Atem. Wie habt ihr das organisiert hinter meinem Rücken?“

Ginger-Girl Alicia: „Die Idee hatten wir im Juni in Berlin.“ Yasmina: „Seit November proben wir.“ Ginger: „Deshalb ward ihr nicht bei den Proben.“ Yasmina: „Nein. Wir haben diverse Sportheime gemietet.“

Enkel Leon moderiert die Gala für Ginger

Ginger schaut sich um: „Sogar Gäste aus der Schweiz sind hier“, setzt sich dann. Enkel Leon startet die Moderation: „Du hast uns erzählt, dass 2017 die beste Ballett-Gala war, die Du je gemacht hast. Da hattest Du Stress. Deshalb gibt es jetzt eine Gala für Dich – ohne Stress und Vorbereitung.“

Links gute Laune, rechts gute Laune bei der Überraschungsgala für Ex-DDR-Star Ginger Streibig (ganz rechts, mittlere Reihe). Foto: Lück

Einmal noch zusammen „Links gute Laune, rechts gute Laune“ mit dem Publikum gesungen – und ab geht die Gala.

Leon sagt die „arabischen Nächte“ und den Can Can an. Die ersten Girls mit dem blauen Fächer laufen zwischen den Zuschauern ein. Ginger staunt: „Wo habt ihr die Kostüme her?“

Die Ginger Girls starten ihre Überraschungsgala mit den arabischen Nächten Foto: Lück

Yasmina hatte verraten, dass sich die Girls die Kostüme von Ginger „geliehen“ haben. Alicia: „Wir konnte ja nicht zu viel mitnehmen, sonst hättest Du Verdacht geschöpft. Wir haben sogar überlegt, bei Dir einzubrechen. Dann haben wir fehlende Kostüme einfach selbst genäht.“

Die Ginger-Girls – so brillant wie selten

Es geht Schlag auf Schlag: Arabische Nächte, Can Can – die Girls jauchzen. Alicia: „Weil wir für Dich tanzen, geben wir 1000 Prozent.“ Enkel Leon singt „Sei wachsam“ von Reinhard Mey auf der Ukele.

Gingers Enkel Leon singt Reinhard Mey zur Ukulele. Foto: Jürgen Lück

Leon haut einen Spruch aus Gingers Ballettschule raus: „Jahrelang habt ihr Ballett gemacht und immer nur die Stange gehalten.“ Das Publikum lacht. Dann geht es weiter: Maskerade, Moulin Rouge, Schatten. Ginger sagt: „Wir hatten am Mittwoch, meinem Geburtstag, noch über meine Lieblingstänze gesprochen.“ Yasmina: „Alle Tänze sind aus einem Kopf – aus Deinem.“

Nach der Pause: Chicago, Irish, Feeling Good. Leon zitiert wieder Ginger: „Ihr springt wie Schmetterlinge, die kurz vor dem Erfrieren sind.“ Auf der Bühne das genaue Gegenteil: Gestik, Mimik und Tanz. Inka gibt die verruchte Straßendame, die Mädels rotzen miese Erfahrungen mit Typen im Halbseiden-Milieu raus.

Verrucht: Die Ginger Girls bei der Überraschungsgala im Horber Kloster. Foto: Jürgen Lück

Das Highlight: Der Vampir-Tanz. Yasmina faucht mit Blut am Mund, Mary Linn mit bösem Blick. Tanz, Energie, Styling – auf den Punkt.

Die Vampire sind los: Die Ginger Girls bei der Überraschungsgala im Horber Kloster. Foto: Lück

Dann das große Finale. Die Lady in Red, Vampire, Can Can Girls und Schatten. Da hält es Ginger auch nicht mehr auf dem Stuhl – sie hebt die Arme und tanzt schwungvoll mit. Mit Tränen erinnern Yasmina und Alina an Gingers verstorbenen Mann Michael. Ginger gerührt: „Ich bin ganz begeistert. Der Boden ist böse glatt im Kloster. Doch Eure Spannung, der Ausdruck, die Bewegung – ihr habt doch was gelernt bei mir.“