Johanna Schrön-Dinkelaker freut sich auf die Zusammenarbeit im Gremium. Foto: Schneider

Johanna Schrön-Dinkelaker ist eines der neuen Gesichter im Gemeinderat 2024-2029. Als Anregung will sie die Idee einer Bürger-App einbringen, damit Gremienentscheidungen niedrigschwelliger und einfacher an die Menschen kommen.

„Politik ist nicht das, was ,die da oben’ tun, sondern das, was wir entscheiden“, ist sich Johanna Schrön-Dinkelaker sicher.

 

Sie ist eine der neuen Gemeinderäte und wird für die Grüne Alternative Liste (GAL) in dem Gremium sitzen. Dort freut sie sich, die Interessen ihrer Wähler hin zu einem nachhaltigen Sulz zu vertreten.

Nachhaltigkeit im Städtebau

„Es braucht Vielfalt und Diskussion“, sagt sie mit Blick auf die – proportional zur Europawahl – geschrumpfte GAL. Etwas, über das die 48-Jährige gerne diskutieren möchte, ist Nachhaltigkeit in allen Facetten.

Denn dies solle man bei jeder städtebaulichen Maßnahme beachten. So könne man etwa bei Neubaugebieten hinsichtlich der Energieversorgung Konzepte wie ein kaltes Nahwärmenetz ins Auge fassen.

Mehr Mittelstand

Auch spreche sie sich beim Wohnungsbau für Verdichtung und ein Bauen im Bestand aus, anstatt neue Flächen zu versiegeln. Deswegen steht Schrön-Dinkelaker dem Kommunalen Gewerbegebiet kritisch gegenüber.

Denn würden die rund 50 Hektar auf der Mühlbachebene komplett bebaut werden, könne dies bei Starkregenereignissen zu Hochwasser im nahegelegenen Mühlbach führen, ist sie besorgt. Auch hält sie es für besser, einen Branchenmix verschiedener mittelständischer Unternehmen anzusiedeln als einen Global Player.

Es braucht digitale Angebote

Ein weiterer Punkt, wo sie sich einbringen möchte, ist eine erweiterte Kommunikation. „Ich erleben jeden Tag das Medienverhalten und die dadurch beeinflusste Weltwahrnehmung bei meinen Schülern“, erklärt die Lehrerin.

Lobende Worte findet sie für das Format der Bürgerbeteiligung hin zur attraktiven Innenstadt. Doch könne man dies auch noch durch ein digitales Angebot, etwa in Form einer Bürger-App, ergänzen, findet sie.

Teilhabe als Demokratieförderung

„So könnten wir viel mehr junge Menschen erreichen“, wirbt Schrön-Dinkelaker für solch einen digitalen Weg. Wobei sie damit alle Leute bis 40 Jahren meint. Vor allem für Neuzugezogene oder Menschen mit Migrationshintergrund könne solch eine App ein niedrigschwelliges Angebot für wichtige Informationen rund um Stadt und Vereine bedeuten.

Denn wenn man die gefassten Entscheidungen nicht gut genug vermitteln könne, fühlten sich mache Bürger unter Umständen nicht richtig mitgenommen. „Teilhabe ist ein Beitrag zur Demokratieförderung“, stellt sie die digitale Kommunikation in einen größeren Kontext.

Die verkehrsberuhigte Stadt

Als Zukunftsvision für eine erfolgreiche Amtszeit sieht sie eine umfänglich informierte, gut eingebundene und dadurch auch stark beteiligte Stadtgemeinschaft.

„Beim Kinderfest tauschen sich Menschen jedes Alters und jeder Kultur aus und genießen die Atmosphäre des grünbeschatteten Wöhrd“, wirft Schrön-Dinkelaker einen Blick in das Jahr 2029.

Dann habe sich die Halle 16 und das Bauernfeindmuseum als kulturelles Zentrum für alle etabliert und wer wolle, könne über die Waldhornbrücke in die verkehrsberuhigte Innenstadt schlendern, die ebenfalls mit großflächiger Begrünung lockt.

„Ich freue mich, dass alle meine Kollegen im Gemeinderat sich bestens für Sulz einsetzen wollen“, sieht sie gespannt ihrer ersten Gremiensitzung entgegen.