Die Ankunft von Bärin JJ4 im Alternativen Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach verzögert sich. Der Projektleiter Raoul Schwarze klärt auf, wann Gaia erwartet wird.
Die Schwester des 2006 in Bayern getöteten „Problembären“ Bruno hatte im Jahr 2023 einen Jogger im Trentino angegriffen und tödlich verletzt. Danach wurde sie lebend gefangen. Im Bärenpark Schwarzwald in Bad Rippoldsau-Schapbach soll sie eine neue Heimat finden.
Mehrere Medien haben von einer möglichen Ankunft im Schwarzwald der „Problembärin“ JJ4, auch Gaia genannt, im Juli berichtet.
Raoul Schwarze, Projektleiter im Alternativen Wolf und Bärenpark, dementiert diese Aussage allerdings. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt der Experte, wann mit der Ankunft zu rechnen ist und wie weit der Bau der Anlage fortgeschritten ist.
Auf die Frage, wann der Schwarzwald mit der Ankunft von Gaia rechnen könne, antwortet Raoul Schwarze: „Es kann kurzfristig passieren, es kann aber sein, dass es sich noch zwei Monate hinzieht.“
Denn der Transport einer Bärin hänge von verschiedenen Faktoren wie dem Wetter, der Kommunikation mit den italienischen Behörden und der Fertigstellung der neuen Anlage im Park ab.
Hochsicherheitsanlage in den letzten Zügen
Schwarze berichtet allerdings, dass die Anlage größtenteils fertiggestellt ist. Derzeit wird an Details gearbeitet, um die Sicherheit zu gewährleisten. Außerdem wird sie derzeit noch getestet und an der einen oder anderen Stelle nachgebessert.
Denn diese Anlage ist anders als die normalen Anlagen im Park, wie Schwarze erklärt. So wurde hier beispielsweise sogenannter Untergrabschutz in Form von Betonkeilen montiert, die tief in die Erde reichen. Das soll verhindern, dass sich die Bärin unter dem Zaun hindurchgräbt.
Wahnsinniger Freiheitsdrang der Bärin
Ebenfalls anders als bei den restlichen Anlagen wurde hier ein Elektrozaun zusammen mit einem Übersteigschutz angebracht. Dies soll verhindern, dass die Bärin hinausklettert. Denn ein Wildbär, der „gerade frisch aus der Natur entnommen wurde, hat einen wahnsinnigen Freiheitsdrang“.
Wie Schwarze weiter erläutert, kennen Wildbären das Prinzip einer freien Anlage nicht. Sie wollen „raus in die Natur und das muss verhindert werden“.
Vermutlich kein Familientreffen im Park
Im Bärenpark befinden sich unter anderem auch die Mutter von JJ4, Jurka, und ihre Schwester Isa. Isa und JJ4 teilen sich aber nur den Vater, wie Schwarze erzählt. Ein Wiedersehen der Bärinnen wird es laut Schwarze aber nicht geben.
Die Bärin Gaia wird erst einmal auf unbestimmte Zeit in der neuen Anlage bleiben und beobachtet werden. „Man weiß natürlich auch nicht, wie sie reagiert, wie es ihr geht und wie sie sich an alles gewöhnt“, so Schwarze. Kontakt zueinander werden die Bären wahrscheinlich nicht suchen, meinte Schwarze. Denn in der Natur trennen sich Tiere mit drei Jahren von ihrer Bärenmutter und suchen ein neues Gebiet.