Zwischen Horb und Neckarhausen soll die Gäubahn zweigleisig werden. (Symbolfoto) Foto: Hopp

Wenn alles nach Plan läuft, dann werden noch in diesem Jahr die ersten Vorarbeiten für den zweispurigen Ausbau der Gäubahn zwischen Horb und Neckarhausen starten. Das hat die Deutsche Bahn dem Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel mitgeteilt.

Horb - Der Parlamentarische Staatssekretär hatte sich beim Konzernbevollmächtigten für Baden-Württemberg nach dem Zeitplan für das Projekt erkundigt, das für eine schnellere Verbindung zwischen der Landeshauptstadt und der Schweizer Grenze sorgen soll. Die Verdoppelung der Gleiskapazität zwischen Horb und Neckarhausen ist eine von mehreren Ausbauprojekten entlang der Strecke, die zu kürzeren Fahrzeiten und einer höheren Fahrplanflexibilität führen sollen.

Beim Streckenabschnitt zwischen Horb und Neckarhausen "handelt es sich um die erste infrastrukturelle Ausbaumaßnahme" auf der Strecke, die von der Landeshauptstadt bis zur Schweizer Grenze führt, heißt es aus dem Büro des Konzernbevollmächtigten. Derzeit werden die Ausschreibungsunterlagen unter anderem für die Gewerke Oberleitung, Leit- und Sicherungstechnik, Bautechnik, wozu der Gleisbau und der konstruktive Ingenieurbau zählen, erstellt.

Ausbau "ist von höchster Dringlickeit"

Da das zweite Gleis ebenfalls elektrifiziert wird, müssen beidseitig der Gleise neue Oberleitungsmasten aufgestellt werden. Noch im Laufe dieses Jahres sollen die Bauhauptleistungen vergeben werden. "Das ist eine gute Nachricht", kommentiert der CDU-Politiker, "denn der Ausbau der Gäubahn zwischen Stuttgart und der Schweiz ist von höchster Dringlichkeit".

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Mit den für den Ausbau erforderlichen Rückschnittsmaßnahmen entlang des Bahngleises wird nach Auskunft der Bahn voraussichtlich im Dezember 2021 begonnen. Die bautechnischen Arbeiten vor Ort fänden dann ab Sommer 2022 statt.

Die Hauptverbindung von der Landeshauptstadt Richtung Schweiz war zwischen 1866 und 1879 ursprünglich zweigleisig erbaut worden, heißt es im Bauinfo-Portal der Deutschen Bahn. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste jedoch eines der beiden Gleise als Reparationsleistung zurückgebaut werden.

Bessere Kreuzungs- und Überholmöglichkeiten

Durch den zweigleisigen Streckenabschnitt zwischen Horb und Neckarhausen sollen sich künftig bessere Kreuzungs- und Überholmöglichkeiten ergeben. Damit wird ein sogenannter Gleiswechselbetrieb ermöglicht. Bei einer Störung oder Sperrung können die Züge das Gleis in der Gegenrichtung mit der gleichen Geschwindigkeit wie das Regelgleis befahren.

Parallel zum Streckenausbau werden die elektromechanischen Stellwerksanlagen von 1927 im Bahnhof Horb durch Elektronische Stellwerkstechnik (ESTW) ersetzt. Dafür wird ein neues Modulgebäude errichtet. Für die Technik werden im Bahnhof Horb neue Kabelquerungen und Signale gebraucht sowie die veralteten Weichenheizungen modernisiert.

Auch müssen die Ein- und Ausfahrweichen in Horb und Neckarhausen an die neuen Erfordernisse angepasst werden. Bei Ihlingen und Dettingen werden zudem zwei Lärmschutzwände, vier Stützbauwerke und zwei bestehende Stützwände neu errichtet. Außerdem ist notwendig, die Straßenüberführungen der Bundesstraße B 14 sowie der Kreisstraße K 4751 an die neuen Gegebenheiten anzupassen, teilt Fuchtel mit.

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