Die VVS will auf der Schusterbahn fünf Regionalzüge fahren lassen, die die S-Bahn ersetzen. Ist das eine Lösung, die Rottweil der S-Bahn Verlängerung näher bringt? Insgesamt sechs Regionalzüge könnten durch einen Ringtausch zur Verfügung stehen.
OB Christian Ruf kämpft um jeden Waggon, um die S-Bahn Verlängerung während der Gäubahn-Kappung hinzubekommen. Jetzt gibt es neue Hoffnung. Die benötige Minimal-Zahl von neun S-Bahn-Fahrzeugen könnten durch einen „Ringtausch“ zur Verfügung stehen.
Auf dem Gäubahn-Gipfel in Horb hatte Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, gesagt: S-Bahn-Verlängerung bis Horb geht. Rottweil nicht.“ Doch der Verband VVS legt jetzt für den Verkehrsausschuss am 4. Oktober eine Vorlage vor, die auch Hoffnung für Rottweil bringen könnte.
Der VVS will Regionalzüge auf der S-Bahn Linie einsetzen
Alexandra Aufmuth, Sprecherin der Region Stuttgart: „Um während der Digitalausrüstung den Bestand an verfügbaren Fahrzeugen zu stabilisieren, will die S-Bahn auf der Linie S62 zwischen Weil der Stadt und Stuttgart-Zuffenhausen zeitweise Regionalverkehrszüge des Typs ET 425/426 einsetzen. Ein dementsprechendes Fahrzeug setzt die S-Bahn Stuttgart bereits auf der Regionalbahn-Linie RB11 zwischen Stuttgart-Untertürkheim und Kornwestheim ein. Für den Einsatz dieser Regionalverkehrsfahrzeuge prüft die S-Bahn Stuttgart ebenfalls eine zeitweise Weitervergabe.“
Dabei will der VVS fünf Fahrzeuge für zwei Jahre bestellen. Eins ist offenbar schon im Einsatz. Das wären dann sechs Regionalzüge.
Neun Fahrzeuge wären mit dem Ringtausch erreicht
Die Gutachter von SMA hatten von neun bis zwölf S-Bahn-Fahrzeugen gesprochen, die für eine Verlängerung bis Rottweil nötig wären. Die drei bis Horb, so Thomas Bopp, Vorsitzender der Verbandsversammlung Stuttgart, könnte er sich „rausschwitzen.“ Heißt: Die neun Fahrzeuge bis Rottweil (drei plus sechs) wären mit dem „Ringtausch“ erreicht.
Aus diesem Plan ergibt sich eine Option für Rottweil. Ein Ringtausch: Regionalzüge, die auf S-Bahn-Linien in der Region Stuttgart fahren wie der Schusterbahn. Und die freiwerdenden S-Bahn-Fahrzeuge werden dann auf der Strecke Stuttgart-Horb-Rottweil eingesetzt. Peter Rosenberger, Vize-Vorstand der IG Gäubahn, sagt, er werde den OB-Kollegen Christian Ruf bei dieser Chance gerne unterstützen. „Es wäre ja auch gut für Horb, wenn wir eine S-Bahn-Verbindung in den Süden nach Rottweil hätten!“
Und Rottweils OB Ruf sagt am Donnerstag auf Nachfrage: „Das von der SMA bei der Gäubahn-Konferenz vorgelegte Gutachten hat deutlich gezeigt, dass eine Verlängerung der S-Bahn nach Rottweil möglich ist und so eine Kappung der Direktverbindung nach Stuttgart vermieden werden kann. Die praktische Herausforderung liegt nun darin, schnell ausreichend Wagenmaterial zu organisieren.“
Ruf: Unkonventionelle Ansätze nicht scheuen
Der Vertreter des Verkehrsministeriums habe am Dienstag ausgeführt, dass die dazu erforderlichen Waggons aus dem Bestand „herausgeschwitzt“ werden müssten, da ein Neuerwerb so kurzfristig nicht möglich sei. „Ich bin dankbar dafür, dass die am Dienstag getroffene Zusage, ernsthaft und konstruktiv Lösungen anzustreben, so schnell mit Leben gefüllt wird. Dabei sollte man auch unkonventionelle Ansätzen nicht scheuen. Der nun aufgezeigte Tausch von Wagenmaterial könnte uns einer Verlängerung der S-Bahn bis Rottweil deutlich näherbringen“, so Ruf
Ziel müsse sein, dass möglichst viele Menschen öffentliche Verkehrsmittel nutzen – dies betone er nicht nur mit Blick auf die zahlreichen Pendler, die tagtäglich auf die Bahn in Richtung Stuttgart angewiesen sind, so Ruf, sondern auch mit Blick auf die Landesgartenschau 2028 in Rottweil, die schließlich Strahlkraft für das ganze Land habe.