Die Bahn prüft die Verschiebung der Gäubahn-Kappung bis Dezember 2026. Dann soll der Gäubahn-Damm weg. Was Landesverkehrsminister Hermann dazu sagt.
Die Bahnpendler der Gäubahn schauen gespannt auf Stuttgart und die Bahn-Zentrale. Wird es eine Verschiebung der Gäubahn-Kappung von April 2026 auf Dezember geben? Dann gäbe es wenigstens fünf Monate länger eine Direktverbindung zum Hauptbahnhof Stuttgart.
Ein Bahnsprecher bestätigt: „Vorstand Berthold Huber hat zugesagt, eine Verschiebung der Gäubahn-Kappung von April 2026 auf Dezember 2026 ergebnisoffen zu prüfen.“
Zu dieser Zusage sagt Landesverkehrsminister Winfried Hermann am Rande der Trauerfeier für die Opfer des Arbeitsunfalls an der Hochbrücke Horb: „Das ist ein Fortschritt. Es gibt eine Bewegung und den Druck vieler, die Gäubahn-Kappung bis zum Jahresende zu verschieben. Die Stadt Stuttgart hat auch gesagt, dass sie dabei wäre. Deshalb bin ich relativ optimistisch.“
Bahn: Darum muss Gäubahn-Damm abgerissen werden
Fakt ist aber auch Stand heute: Der Gäubahn-Damm in Höhe der Ehmannstraße/Nordbahnhof wird abgerissen. Ein Bahn-Sprecher: „Wir legen Wert auf die Feststellung, dass diese Kappung erfolgen muss.“
Die Begründung: „ Der geplante Eingriff in den Gäubahndamm ist notwendig, um die S-Bahn in ihre neue Lage zu verschwenken und die neue Station Mittnachtstraße anzubinden. Diese Festlegung erfolgte aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse und ist Bestandteil der Ausführungsplanung, die auf dem bestandskräftigen Planfeststellungsbeschluss für den Planfeststellungsabschnitt 1.5 basiert.“
Bahn: Gericht hat die Rechtmäßigkeit bestätigt
Das habe auch das Verwaltungsgericht Stuttgart so bestätigt. DUH und der Landesnaturschutzverband hatten gegen die Kappung der Gäubahn geklagt.
Der Bahnsprecher: „Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat sein Urteil zur Klage der Deutsche Umwelthilfe gegen die Bundesrepublik Deutschland in Sachen Gäubahn auch in Kenntnis der geplanten Bauausführung und der Behauptung des Klägers gesprochen, der Eingriff in den Gäubahndamm sei gar nicht notwendig.“
Müssen Gäubahn-Pendler 2027 per Bus nach Stuttgart?
Die Gegner der Kappung vom Aktionsbündnis Pro Gäubahn hatten gehofft, dass die Verschiebung der Kappung auf Dezember 2026 den Weg dazu ebnet, dass die Gäubahn-Kappung viel weiter verschoben wird. Unter anderem, weil auch im Jahr 2027 die Bahn eine Sperrung der S-Bahn-Stammstrecke in Stuttgart angekündigt hatte. Dann sei die Führung der S-Bahn über die Gäubahn (Panoramabahn in Stuttgart) eine Alternativ-Route für die S-Bahn.
Diese S-Bahn-Stammstrecken 2027 wäre auch für Gäubahn-Pendler problematisch. Während dieser Sperrung könnten sie nicht von Vaihingen aus per S-Bahn zum Hauptbahnhof kommen. Schienenersatzverkehr wäre dann angesagt – im Zweifelsfall der Bus.
Auch auch das steht offenbar inzwischen auf dem Prüfstand. Ein Bahnsprecher: „Die Stuttgart-21 Projektpartner haben bei der vergangenen Lenkungskreissitzung vereinbart, das Inbetriebnahmekonzept für Stuttgart 21 gemeinsam in einer Taskforce zu überprüfen. Den Ergebnissen können wir nicht vorgreifen und werden darüber im Rahmen einer Sonderlenkungskreissitzung informieren.“