Im Gemeinderat wird der aktuelle Sachstand zur Gäubahn erläutert (Symbol-Foto). Foto: Deutsche Bahn AG/Georg Wagner

Die aktuelle Entwicklung der Gäubahn ist im Gemeinderat zum Thema geworden. Denn: Sulz soll nicht abgehängt werden.

Die Gäubahn und deren Ausbau erregt die Gemüter. In der vergangenen Sitzung des Gemeinderates hat die Verwaltung einen aktuellen Sachstandsbericht gegeben.

 

„Es ist wichtig, dass wir nicht abgehängt werden“, macht Bürgermeister Jens Keucher deutlich. In dieser Sache habe er sich in der Online-Sitzung des Interessensverbandes „klar positioniert.“

Die Vorplanungen laufen

Doch sei er optimistisch, da sich ein wesentlicher Akteur im aktuellen Verkehrsministerium für die zweigleisige Strecke ausspreche.

Aber was ist im Gäubahn-Abschnitt Süd, der von Böblingen bis an die Schweizer Grenze reiche, genau im Gange? Aktuell gehe es um Grundlagenermittlungen und Vorplanungen, erläutert Hauptamt-Leiter Hartmut Walter.

Tunnel soll Strecke verkürzen

Ziel der geänderten Gleisführung sowie der Verbesserung an Schienen, Schwellen und Schotter sei eine Erhöhung der Fahrtgeschwindigkeit. So sieht die aktuelle Planung eine 700 Meter lange Talbrücke bei Neckarhausen sowie den 3,5 Kilometer langen Tunnel samt Unterfahrung bei Sulz vor.

Durch den eingleisigen Tunnel seien somit Geschwindigkeiten von 160 Stundenkilometer und eine Streckenverkürzung von etwa 3,3 Kilometer möglich. Der Deutschland-Takt der Bahn sehe allerdings keinen Fernverkehrshalt am Sulzer Bahnhof vor.

Bisheriger Halt in Sulz

In bewohnten Gebieten – etwa bei Ihlingen würden Schallschutzwände errichtet und von Sulz über Grünholz bis nach Oberndorf und Epfendorf zweigleisig ausgebaut – auf einer Strecke von 17 Kilometer.

Der aktuelle Halt der Fernzüge ist nur deshalb vorhanden, weil die Bahn freie Fahrzeitkapazitäten habe. „Wir können nicht darauf pochen, wenn der Fahrplan umgestellt wird“, gibt Keucher zu bedenken.

Umstieg in Horb

Die bestehende Trasse für den Regionalverkehr könne als Ausweichstrecke genutzt werden, so die Hoffnung. Allerdings müsse eine weitere Brücke zwischen Fischingen und Neckarhausen ertüchtigt werden. „Die Frage ist, wie viel ist der Bahn eine Ausweichstrecke wert?“, überlegt der Bürgermeister.

Schon heute können Sulzer mit dem Region nach Horb und dort in den Intercity nach Stuttgart umsteigen, wenn so die Wartezeiten kürzer sind, ruft er in Erinnerung.

Und verspricht, dass die Verwaltung weiterhin wachsam in Sachen Gäubahn sein werde. „Wir haben das Ohr auf der Schiene.“