Beim Projekt „Gästehaus Montendre“ gibt es bei den Stadträte sichtlichen Redebedarf. Einerseits braucht es viele Gelder für Hochwasserschutz und andere Maßnahmen, andererseits erhält das Haus eine umfassende Förderung.
„Es ist eine wirtschaftliche Geschichte, weil sich der Wert des Grundstücks in dieser Lage verdoppeln wird“, blickt Tobias Nübel (CDU) in die Zukunft. Auch sei das Projekt, in dem sich der Global-Verein mit viel Geld und Eigenleistung einbringe, etwas für die Gesamtstadt, von dem auch Vereine und Schulen profitieren könnten.
„Ich bin in der Haushaltskommission und muss schauen, wo Einsparungen möglich sind“, macht seine Parteikollegin Barbara Klaussner ihre Position klar. Aktuell gebe es mit Themen wie dem Hochwasserschutz, der Energiewende und der Barrierefreiheit so viel zu tun, dass sie dieses zusätzliche Projekt nicht verantworten könne.
„Gürtel enger schnallen“
„Es ist ein tolles Projekt“, bestätigt Timo Harpain (CDU). Doch werde er dagegen stimmen, weil Pflichtaufgaben dringlicher seien. „Wir können uns solche Ausgaben nicht leisten“, erklärt er. Kann-Aufgaben wie diese seien auch noch in fünf Aufgaben machbar.
„Wir müssen schauen, dass wir den Gürtel enger schnallen“, schließt sich Wilhelm König (FWV) der Argumentation an. Man wisse schließlich noch nicht, welche zusätzlichen Kosten nach den Tarifabschlüssen auf den Haushalt zukämen.
Kooperation mit Schule und Vereinen
Stadtkämmerer Hans-Peter Fauser bestätigt, dass es sich bei dem Gästehaus Montendre um eine freiwillige Aufgabe handele. „Es ist ohne Kredite finanzierbar“, erläutert er jedoch. Und wenn man es um einige Jahre schiebe, sei es darüber hinaus fraglich, ob die aktuell gegebene Co-Finanzierung überhaupt noch möglich wäre. „Aktuell ist viel Eigenleistung möglich – ich würde es wegen der Finanzierbarkeit befürworten“, erläuterte er.
„Das Konzept ist gut ausgearbeitet und solide finanziert“, sieht es Johanna Schrön (SPD/GAL). Für sie sei die Einbeziehung der Schulen ein wichtiger Punkt, etwa beim Austausch mit albanischen Schülern seitens des Gymnasiums oder bei Veranstaltungen der Bigband oder durch Kunst-Workshops. „Wir befürworten das Projekt auch in der angespannten Haushaltslage.“
Bürgermeister Jens Keucher betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Montendre. „Es geht nicht nur um eine Bauwerk, sondern auch um die Städtepartnerschaft.“ Schließlich stünde das 50. Jubiläum vor der Tür. Und mit Blick auf die aktuellen Fördermöglichkeiten: „Manchmal muss man zugreifen.“