Schömberg lebt zu einem erheblichen Teil von Tourismus und seinen Kliniken. Was ist für dieses Jahr geplant, damit es weiter aufwärts geht?
Wie hat sich Schömberg beim Tourismus im vergangenen Jahr geschlagen? Ulrich Döbereiner, Leiter der Touristik und Kur (TuK), berichtete in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend von einem positiven Trend. Es gab mehr Übernachtungen und mehr Ankünfte.
Zählte die Gemeinde 2024 etwas mehr als 179.000 Übernachtungen, waren es im vergangenen Jahr fast 185.000. Auch bei den freien Übernachtungen, das heißt ohne Kliniken, ging es etwas aufwärts - von etwas mehr als 29.000 auf ein bisschen mehr als 30.000.
Die Zahl der Ankünfte ging ebenfalls ein bisschen nach oben - von fast 15.000 im Jahr 2024 auf etwas mehr als 16.000 im vergangenen Jahr.
Im freien Fremdenverkehr, das heißt ohne die Kliniken, stieg sie von rund 9500 im Jahr 2024 auf etwa 10.500 im vergangenen Jahr.
Gäste sind nicht mehr so lange da
Gefallen ist hingegen die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste und zwar von 11,74 im Jahre 2024 auf 11,24 Tage im vergangenen Jahr. Bei den Kliniken fiel sie von 28,86 auf 26,75, bei den freien Übernachtungen von 3,07 auf 2,88 Tage.
Von den Gästen aus dem Inland kommt etwas mehr als die Hälfte aus Baden-Württemberg. Hier wiederum sind die meisten aus den umliegenden Ballungsgebieten wie Karlsruhe, Pforzheim, Heilbronn oder Stuttgart.
Bei den ausländischen Gästen ist Schömberg besonders unter den Niederländern beliebt.
Auffällig ist zudem, dass die Schömberger Gäste relativ alt sind. 43 Prozent sind zwischen 56 und 65 Jahre alt.
Ein Sorgenkind ist der im Jahre 2021 eingeweihte Turm. Doch auch hier geht es langsam aufwärts. So stieg die Anzahl der Besucher von fast 17.500 im Jahre 2024 auf fast 19.000 im vergangenen Jahr.
Die meisten Gäste kommen in den Sommermonaten auf den Turm.
August war besonders gut
Besonders hervor stach im vergangenen Jahr der August. Da gab es durchschnittlich 91 Besucher pro Tag. „Die Wintermonate holen etwas auf“, hat Döbereiner jedoch beobachtet.
Darüber hinaus kommen die meisten Besucher an Samstagen sowie Sonn- und Feiertagen. Unter der Woche laufe es „eher schlecht“ hat Döbereiner beobachtet.
Das gelte auch für für den Zollernblickweg. Rund 50 Prozent der Gäste würden am Wochenende kommen.
Döbereiner gab zu bedenken, dass der der Nordschwarzwald keine „klassische Ferienregion“ sei.
Wie hoch aber die Bedeutung des Tourismus speziell für Schömberg ist, machte Döbereiner anhand von Zahlen deutlich. So lag die gesamte Nettowertschöpfung beim Tourismus im vergangenen Jahr in Schömberg bei fast 29 Millionen Euro. Der Wirtschaftszweig zählt 900 direkte Vollzeitarbeitsplätze.
Extrem hohe Bedeutung
Eine wichtige Kennzahl für die Bedeutung des Wirtschaftszweiges ist die Tourismusintensität. Sie lag im vergangenen Jahr in Schömberg bei rund 22.600. Das bedeutet, dass die Gemeinde rund 22.600 Übernachtungen pro 1000 Einwohner hatte. Zum Vergleich: Der Schwarzwald insgesamt lag bei knapp 7500, Baden-Württemberg bei etwas mehr als 4600.
Damit das so bleibt, wird unter anderem der Erlebnispfad „Schömberg mit allen Sinnen“ weiter ausgebaut. Die Kurhausterrasse wird neu gestaltet und der Alte Friedhof umgestaltet.
Es sind in diesem Jahr einige Veranstaltungen geplant, wie zum Beispiel das dritte Oldtimertreffen am 7. Juni, die Kulturtage am Turm vom 10. bis 12. Juli, die Nordschwarzwald-Trophy einschließlich Feuerwehrlauf vom 31. Juli bis 2. August, und die Streetfood Fiesta vom 11. bis 13. September.