Groß ist das Interesse an den Gemeinschaftsgärten. Foto: Siegmeier

Seit zehn Jahren gibt es die Gemeinschaftsgärten am Nägelesgraben in Rottweil. Säen und Ernten wird hier mittlerweile zum interkulturellem Generationenprojekt.

Zum zehnten Geburtstag haben die vielen Gärtnerinnen und Gärtner die Gemeinschaftsgärten am Nägelesgraben hübsch herausgeputzt. Kinder spielen im Sandkasten, während die Erwachsenen fachsimpeln, sich informieren oder sich bei der Pflanzentauschbörse umschauen.

 

So mancher Besucher gerät ins Staunen, wenn er die vielen Beerensträucher, die Hochbeete mit Salat und anderem, die Kräuter und das wachsende Gemüse sieht. „Das sieht nach viel Arbeit aus“, schaut sich eine Frau interessiert um. Doch, was hier zu sehen ist, ist nicht etwa die Arbeit eines hauptamtlichen Gärtners, sondern vieler Garteninteressierter aller Altersgruppen, die entweder daheim keinen Garten haben, oder einfach gerne im Team Gärtnern und sich austauschen.

Zum zehnten Geburtstag schauen viele in den Gemeinschaftsgärten am Nägelesgraben vorbei. Foto: Siegmeier

Stadträtin Gabriele Schneider (Grüne) überbrachte als Stellvertreterin von Oberbürgermeister Christian Ruf , die Glückwünsche der Stadtverwaltung und des Gemeinderates zum runden Geburtstag. Sie ließ die Geschichte der Gemeinschaftsgärten Revue passieren, für die 2013 der Grundstein am Nägelesgraben gelegt wurde.

Die Idee des gemeinschaftlichen Gärtnerns, des Urban gardenings, sei in vielen Großstädten damals bereits praktiziert worden. Die Idee, dies auch in Rottweil umzusetzen, sei von Jutta Müller gekommen. Gemeinsam mit Jutta Steffens, Raymund Holzer, Elke Müller und Alfons Müller habe man das Projekt entwickelt. Bei der Suche nach einer geeigneten Fläche habe Kurt Faupel, damals bei der Stadtverwaltung für das städtische Grün und die Gewässer zuständig, gleich den richtigen Platz parat gehabt.

Aus dem Beginn mit zwölf Hobbygärtnern sind viele mehr geworden

Mit zwölf Leuten wurde begonnen. Heute sind es viele mehr – aus allen Altersgruppen und Nationalitäten. So sind die Gemeinschaftsgärten zu einem gemeinsamen und interkulturellen Generationenprojekt geworden.

„Die Gemeinschaftsgärten sind auch für mich ein ganz wichtiger Ort“, betonte Janina Niefer. Seit zwei Jahren hat sie die Projektkoordination inne und freut sich über das große Interesse am gemeinschaftlichen Gärtnern. „Sie sind eine lebendige Gemeinschaft, in der man durch gemeinsames Tun voneinander lernen kann. Ich bin hier zuhause. Alles, was ich zum Thema Gärtnern gelernt habe, das habe ich hier gelernt“, schildert Niefer. Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass wir das Grundstück bekommen haben“, betonte sie.

Wer sich informieren oder mitmachen möchte, der kann sich bei Janina Niefer per E-Mail an gg@agenda-rw.de melden.