Mirjam Gralke, Inhaberin des Blumenfachgeschäftes "Blumen Handwerk" freut sich, dass nun wieder mehr Kunden vorbeischauen und ihr Zuhause mit sommerlichen Pflanzen verschönern wollen, seit das Wetter wieder besser ist. Foto: Lutz

Der lang ersehnte Frühling mit Sonnenschein und warmen Temperaturen hat nun endlich Einzug gehalten und damit auch die Gartenlust wieder angefacht.

Blumberg - Wer derzeit spazieren geht oder durch die Wohnsiedlungen fährt, sieht vielerorts hübsch bepflanzte Blumenkästen, Kübel und Töpfe stehen oder fleißige Hobbygärtner, die noch bei der Arbeit sind.

Das lang anhaltende kühle und nasse Wetter bis Ende Mai hat den sonst üblichen Saisonstart für die Sommerbepflanzung etwas verzögert, doch aktuell verspüren viele Leute Nachholbedarf, wie auf Nachfrage bei den Blumberger Pflanzenanbietern zu erfahren ist.

Trübe Aussichtenherrschen beim Saisonstart

Floristikmeisterin Mirjam Gralke von Blumen Handwerk in Blumberg hat die Zurückhaltung ihrer Kunden gespürt, da das Wetter im Mai lange kalt und nass war. "Normalerweise geht es nach dem 15. Mai, wenn die Eisheiligen vorbei sind, so richtig los mit dem Kauf der Sommerblumen für Balkon und Terrasse. Dieses Jahr war das deutlich weniger, doch wir hoffen darauf, dass hier noch mehr laufen wird, wenn jetzt das Wetter wieder besser ist."

Generell sei weniger Publikumsverkehr wahrzunehmen gewesen, solange die Inzidenzwerte so hoch waren und sich die meisten Leute auf das Allernötigste bei ihren Einkäufen beschränkt hätten. Jetzt, wenn die Werte wieder sinken, kämen auch mehr Kunden vorbei und kauften ein.

Bei der Sommerbepflanzung haben die meisten Kunden ihre Richtung, die sich oft schon seit Jahren bewährt hat, und bleiben auch dabei. Der Klassiker sind dabei nach wie vor Geranien in allen Variationen wie stehend, hängend oder halb-hängend und dies in verschiedenen Farben. Manche probieren auch gerne mal etwas Neues aus, aber einen neuen Trend mit einer bestimmten Pflanzensorte oder Farbrichtung konnte Mirjam Gralke bisher nicht ausmachen.

Wiederentdeckt:Setzlinge für das eigene Gemüse

Was in diesem Jahr bisher gefehlt hat, waren die Messen in der Kirche, die sonst oft reichlich bepflanzt werden und häufig auch in einer bestimmten Farbgebung gestaltet werden. Im letzten Jahr gab es einen sehr starken Trend in Richtung Eigenanbau von Gemüse-Setzlingen, der sich dieses Jahr schon wieder deutlich abgeflacht habe, so Mirjam Gralke. "Man hat eher das Gefühl, dass nun eher die Leute wieder selbst anpflanzen, die dies auch schon die Jahre zuvor getan haben."

Wer sich noch etwas Sommerliches für seinen Garten gönnen möchte, kann dies weiterhin tun. Es sind auch über den Mai hinaus noch Balkonpflanzen erhältlich und ab Juni kommt erst der Großteil der Stauden für den Garten ins Sortiment.

In der Blumenabteilung des Edeka Marktes Schlesiger war nur eine minimale Zurückhaltung aufgrund des schlechten Wetters zu spüren, wie Pirmin Schlesiger erklärt. Dabei spielt sicher eine Rolle, dass die Leute sowieso Lebensmittel einkaufen gehen und der Besuch im großen Pflanzenzelt, das jährlich im Mai vor dem Markt aufgebaut wird, keinen Extragang bedeutete.

Hier spürt man eine Abkehr vom Althergebrachten

"Eigentlich war es so wie in jedem Jahr: Die Kunden warten den 15. Mai mit den Eisheiligen ab und kaufen dann ein." Meistens handle es sich dabei um allgemeinen Sommerflor. Geranien hätten die Leute schon jahrelang und kämen so langsam etwas davon weg.

Einen bestimmten Farbtrend in der aktuellen Gartensaison konnte aber auch Pirmin Schlesiger nicht erkennen. "Die meisten Kunden lassen sich vom Angebot inspirieren und nehmen dann mit, was ihnen gefällt."

Sommer daheim – da öffnet sich der Geldbeutel

Spürbar sei, dass sich die Leute seit der Pandemie mehr Pflanzen leisten als zuvor, da sie den Sommer weitestgehend zu Hause verbringen. Was im vergangenen Jahr enorm zugelegt habe, sei das Geschäft mit Setzlingen. Dieses Jahr legte das Kaufverhalten hier sogar nochmal etwas zu, wobei auch Anfänger und Gartenneulinge unter den Kunden waren. "Man hat das Gefühl, dass die Leute alles bepflanzen, was nur irgendwie bepflanzbar ist und jede Ecke ausnutzen, um Salat und andere Setzlinge anzubauen."

Blumenläden zählen seit Beginn der Corona-Pandemie und den dadurch bedingten Verordnungen im Einzelhandel zu den besonders Gebeutelten. Während zum Beispiel Supermärkte und Vollsortimenter öffnen und auch Blumen und Pflanzen verkaufen durften, weil ein Großteil ihres Segments aus Lebensmitteln bestand, mussten Blumenläden rigoros schließen. Der Landtagsabgeordnete und frühere Landesjustizminister Guido Wolf sprach im Redaktionsgespräch im Februar von gefühlten Ungerechtigkeiten" und betonte, Blumenläden seien "die einzigen Läden, die verderbliche Waren nicht verkaufen dürfen."

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