Die Landesregierung hat entschieden. Ab dem kommenden Schuljahr soll das G9 an den allgemeinbildenden Gymnasien zur Normalform werden. Was das für das OHG in Nagold bedeutet, und worauf sich Schüler und Lehrer vorbereiten müssen, darüber klärt Schulleiter Ulrich Hamann auf.
Nun ist sie also durch: Die Bildungsreform der baden-württembergischen Landesregierung sieht weitreichende Änderung für die allgemeinbildenden Gymnasien im Land vor. Neben Sprachförderung und einer erweiterten Grundschulempfehlung für die Viertklässler, ist es vor allem die Wiedereinführung von G9, dem neunjährigen Abitur, die für viel Redebedarf sorgt.
Auch das Otto-Hahn-Gymnasium in Nagold bereitet sich schon akribisch auf die Umstellung vor. Bisher ist Schulleiter Ulrich Hamann aber guter Dinge: „Ich höre fast keine Gegenstimmen.“ Weder von Eltern und Schülern noch aus dem Kollegium.
Die Kinder und Jugendlichen hätten besonders bei der Zeiteinteilung großen Druck verspürt, erklärt Hamann weiter. Die älteren Schüler, in der Kursstufe, seien durch die Lerninhalte sehr eng angebunden. Deutlich sichtbar an den zurückgehenden Zahlen in AG’s, bei Jugend forscht, den Theater- oder Big-Band-Gruppen. Das findet Hamann schade. „Wir hoffen, es geht hier voran, diese Themen gehören schließlich auch zur Bildung.“
Konsequenzen von G9 erst in acht Jahren spürbar
Auch wenn es noch gut ein halbes Jahr hin ist, die Schule sei bereits mitten in der Planung, so der Schulleiter. Die größte Herausforderung: Die Fächer würden sich weiter dehnen. Im G8 habe sich ein vierstündiges System entwickelt, das praktischerweise in Doppelstunden eingeteilt werden könne. Nicht nur die Viertklässler werden zukünftig ein Jahr länger für ihr Abitur haben, auch der aktuelle Jahrgang der fünften Klasse soll im nächste Schuljahr unter G9 laufen.
Dazu werden einige Fächer dann nur noch dreistündig unterrichtet. Dadurch entfalle vor allem der Nachmittagsunterricht. Eine Umstellung, die doch viel Vorarbeit erfordert. „Wir sind dabei unsere Hausaufgaben zu machen, damit wir im Sommer nicht in der Kurve hängen.“
Ein Jahr länger in der Schule bedeutet für das OHG auch einen Anstieg der Klassen. Ein Jahrgang, insgesamt fünf Klassen, kommen hinzu. Für die Schule hieße das konkret: 16 Stunden mehr im Jahr, oder anders gesagt, drei bis vier zusätzliche Lehrkräfte. Hamann kann jedoch beruhigen. So weit sei es erst in acht Jahren, wenn die Jahrgänge einmal durchgewachsen sind. Genügend Zeit, um sich auf das neue System einzulassen, sagt er.
Eine G8-Klasse soll erhalten bleiben
Als größtes Gymnasium in der näheren Umgebung wolle das OHG aber weiterhin G8 anbieten. Eine Klasse mit 27 Schülern könne mitgezogen werden. Sollten sich aber weniger Schüler melden – 26 reichten schon nicht aus – dann müssten die Kinder in G9-Klassen unterteilt werden. Organisatorisch sei es natürlich anspruchsvoll. „G8 können wir“, bekräftigt er.
Noch sei die Lage dazu aber unklar. Eine Entscheidung der Schulträger beim Regierungspräsidium in Karlsruhe zum Thema G8 stehe noch aus. Der Antrag sei schon gestellt. „Wir wollen es mal gelassen abwarten.“
Schnuppertag
Zur Informationsveranstaltung
für G8 und G9 lädt das Otto-Hahn-Gymnasium am Samstag, 22. Februar, von 10 bis 13 Uhr ein. Die angehenden Schülerinnen und Schüler sollen getrennt von den Eltern die Fächer, Räumlichkeiten und die SMV kennenlernen. Ganz nach dem Motto „Schüler zeigen Schule“ sollen die Viertklässler, angeleitet von den SMV-Gruppen in verschiedenen Mitmachaktionen die Schule erkunden. Parallel findet dann eine Infoveranstaltung der Schulleitung für die Eltern statt. Danach können die Eltern zusammen mit ihren Kindern noch eine Runde durch die Schule drehen, sagt Schulleiter Ulrich Hamann.