Das OHG Nagold könnte zukünftig eines der wenigen Gymnasien sein, an denen Schüler ihr Abitur sowohl in acht als auch in neun Jahren erreichen können. Foto: Thomas Fritsch

Über den geplanten parallelen G8- und G9-Zug am OHG in Nagold wird diskutiert. Unsere Leserin Gabi Huber aus Nagold hat uns dazu ihre Meinung geschrieben. In ihren Augen ist das G8 gescheitert.

In diesem Artikel wird kein einziges Argument aufgeführt, das die Vorteile einer parallelen Weiterführung des G8 zum G9 herausstellt. Ausschließlich das „Alleinstellungsmerkmal“ als Profilierungspunkt, von dem das OHG und auch die Stadt Nagold offensichtlich profitieren wollen, wird benannt und wohl mehrheitlich von den Entscheidern befürwortet.

 

Ich sehe in meiner Arbeit wie sich das G8 auf Kinder und Jugendliche belastend auswirken kann. Es entstehen Überforderung und Schulängste. Ein 10-Stunden-Tag inklusive Schulweg, Hausaufgaben und dem Lernen für Tests ist dabei die Regel. Zeit für Freizeit und einfach nur „Kindsein“ bleibt dabei nur wenig oder gar nicht.

Fazit: die Kinder und ihre Eltern stehen oftmals unter großem Druck dieses Pensum zu bewältigen.

Zehnjährige Kinder können sich per se nicht wirklich für die eine oder andere Schulform entscheiden. Das Hauptkriterium nach dem sie ihre Wünsche dahingehend äußern ist in der Regel, dass sie sich daran orientieren, welche Schulform ihre Freunde und Freundinnen besuchen werden und sie sich dort anschließen wollen.

Den Weg ihrer Kinder zu den jeweiligen Schulformen, weisen in erster Linie die Eltern, nachdem eine Grundschulempfehlung seit 2012 nicht mehr verbindlich ist. Die Gefahr dabei mitunter auch überambitioniert zu entscheiden wird durch diese Wahl zwischen G8 und G9 erhöht.

Es hat Gründe, warum auch Baden-Württemberg wieder zum G9 zurückgekehrt ist. Im Sinne der Kinder und Jugendlichen war dies die beste Entscheidung und weist auf ein Scheitern des G8 hin. Dies sollte auch in Nagold bedacht werden.

Gabi Huber, Nagold

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