Eines der neuen Gesichter im Sulzer Gemeinderat ist Daniel Bonanno. Zusammen mit den Räten und der Bürgerschaft möchte er der Frage nachgehen, wie man die Stadt und ihre Teilorte für die Herausforderungen der Zukunft wappnet und wie das bezahlt wird.
Er sieht sich als einen richtigen Sulzer. Daniel Bonanno ist in Sulz geboren, in Fischingen aufgewachsen, wohnte in Renfrizhausen und jetzt in Glatt.
„Seit der Corona-Zeit hatte ich immer mehr das Gefühl gehabt, mich einzubringen“, beschreibt er den Prozess, der ihn schließlich in den Gemeinderat geführt hat. In der Pandemie engagierte er sich beispielsweise in in Testzentren.
Es gibt viele Herausforderungen
„Viele sind mit etwas unzufrieden, machen aber nichts“, beobachtet Bonanno. Er wollte jedoch etwas verändern und sich konstruktiv einbringen. So traf es sich, dass Ortsvorsteher Helmut Pfister ihn angesprochen habe, ob er nicht für den Ortschafts- und Gemeinderat kandidieren wolle.
Die Kommune sieht Bonanno vor großen Herausforderungen. Die Infrastruktur sei teilweise in die Jahre gekommen, die Schulen müssten reihum modernisiert werden und auch von der Energiekrise werde Sulz nicht verschont bleiben.
Sparen oder Einnahmen schaffen?
„Der Haushalt wird immer größer und wir müssen schauen, wie wir das gemeinsam hinbekommen“, benennt er die Aufgabe, welcher der Rat gegenübersteht. Und das, über was man diskutieren müsse: Wie beantworte dies?
„Wollen wir sparen oder die Einnahmen erhöhen?“, fragt sich der Vertriebsmanager. Wichtig sei für ihn, gemeinsam nach der besten Lösung zu suchen. Doch solle man dies nicht auf einzelne Themen wie Windräder oder Gewerbegebiete reduzieren.
Wärmeplanung ist wichtig
Und dabei sieht er sich bei der Freien Wählervereinigung gut aufgehoben. „Unbeeinflusst von der großen Deutschlandpolitik oder Parteibuch“, skizziert der 45-Jährige. So könne er sich ganz auf Sulz konzentrieren.
Für seinen Ortsteil sähe er etwa, dass es viel Bestandsimmobilien, aber wenig Bauplatz für neue Häuser gäbe. „Wir sollten die kommunale Wärmeplanung angehen, damit Leute Planungssicherheit haben und zu uns ziehen“, erklärt er.
Natur und Wirtschaft vereinen
Auch jenseits vom Hausbau ist Energie für ihn ein Thema. „Ich habe mich in die 3-Täler-Energiegenossenschaft eingebracht“, erläutert Bonanno, der auch in den Klimarat der Stadt Sulz eingeladen worden war. Denn die Energieversorgung sieht er als eines der zentralen Themen an.
„Ich will Soziales, Ökologie und Ökonomie verbinden“, beschreibt er sein Ziel. Denn letztendlich rechne sich die ökologische Nutzung, etwa in Form von Photovoltaik, auch wirtschaftlich. Und Umweltschutz bewahre schließlich auch die Natur, in der man so gerne lebe. „Sulz soll ein lebenswerter Platz bleiben, in dem alle Menschen ihre Bedürfnisse erfüllen können“, wünscht er sicht. Um die Wünsche der anderen mitzubekommen, möchte er gerne mit möglichst vielen in Dialog treten.
Alle in einem Boot
„Mir ist wichtig, dass alle in einem Boot sitzen und gemeinsam an einem Tisch sprechen“, erklärt er. Den nur so sei es möglich, die limitierten Ressourcen, die man als Kommune habe, bestmöglich zu nutzen.
Katastrophen gehen alle an
Einen der Punkte, der für alle Bürger von unmittelbarer Bedeutung sei, sieht er im Katastrophenschutz. „Wir haben beim letzten großen Sturm gesehen, was passieren kann“, erinnert er sich an die Bilder aus seinem Ortsteil.
Und auch Starkregen und Hochwasser seien Ereignisse, mit denen man umgehen müsse. „Wir werden um die Finanzierungsfrage nicht herumkommen“, sagt er. Und da seien Windräder ebenso Teile mögliche Antworten wie ein Gewerbegebiet.