Anwohner in der Gymnasiumstraße ärgern sich regelmäßig über Verkehrschaos. Foto: Eyckeler

In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Balingen hat das Büro Planersocietät die Ergebnisse des Fußverkehrschecks vorgestellt. Kleinere Maßnahmen könnten Ende des Jahres erfolgen.

Jan Hauenstein vom Büro Planersocietät war am Dienstagabend zu Gast im Balinger Gemeinderat, um die Ergebnisse des Fußverkehrschecks aus dem vergangenen Jahr vorzustellen. Der Ergebnisbericht war bereits veröffentlicht worden. Am Dienstagabend rückte eine markante Stelle nochmals in den Fokus.​

 

Hauenstein gab einen kleinen Rückblick auf die Veranstaltungen 2025: Workshops und die Begehungen am Schulzentrum Längenfeld sowie in Frommern. „Wir konnten aus den gesammelten Eindrücken Stärken und Schwächen in Balingen herausarbeiten und haben entsprechende Verbesserungsvorschläge erarbeitet“, berichtete Hauenstein in seinem Vortrag.

Hohes Konfliktpotenzial

Eine Schwachstelle, die sich aus der Begehung am Schulzentrum, aber auch durch bürgerliches Engagement hervortut: die Gymnasiumstraße. Anwohner machen schon länger auf heikle Situationen aufmerksam, die dort regelmäßig im Straßenverkehr beobachtet werden.

Im Ergebnisbericht werden diese zusammengefasst. „In der Gymnasiumstraße besteht insbesondere in den Morgenstunden ein hohes Konfliktpotenzial zwischen dem Hol- und Bringverkehr, dem Busverkehr sowie den zu Fuß gehenden Schulkindern“, heißt es.

Unübersichtliche Situationen

Und weiter: „Da es sich bei der Gymnasiumstraße um eine Sackgasse handelt, das Schulgelände trotz Verbots befahren wird und zusätzlich die Buswendeschleife für weiteren Verkehr sorgt, entstehen im Schulumfeld häufig unübersichtliche und konfliktreiche Situationen.“ Demnach werden Gehwege häufig überfahren, Sichtfelder – primär der jungen Schüler – sind zudem eingeschränkt.

Kinder fühlten sich oft nicht sicher, auch die Eltern äußerten Bedenken, ergänzte Hauenstein im Gremium und stellte mögliche Verbesserungsvorschläge für diesen Bereich vor.

Sogenannte Gehwegnasen, das sind bauliche oder markierte Erweiterungen des Fußweges, könnten dafür sorgen, dass Schüler beim Überqueren der Straße bessere Sicht haben und gleichzeitig der Verkehr heruntergebremst wird. Diese Lösung schlagen die Fußverkehrsexperten auch in der Frommerner Jahnstraße vor.

Abel: Jetzt sind wir gefordert

Für mehr Sicherheit würde zudem eine konsequente Unterbindung der Einfahrt auf das Schulgelände sorgen. Dies gelingt laut Handlungsempfehlung des Planerbüros unter anderem mit einer besseren Beschilderung und Straßenmarkierungen. Aktionstage und regelmäßige Kontrollen werden ebenfalls empfohlen. „Auch die Bewerbung und das Einrichten anderer Hol- und Bringzonen können helfen“, so Hauenstein.

SPD-Rat Peter Single zeigte sich erfreut, „dass nicht nur Anwohner der Gymnasiumstraße, sondern viele weitere Bürger an den Begehungen teilgenommen haben. Nun ist es wichtig, dass wir uns nicht nur auf einzelne Punkte konzentrieren und den Blick auch in die Ortschaften werfen. Die kämpfen mit den gleichen Problemen.“

Zahlreiche weitere Verbesserungsvorschläge

Neben der Jahnstraße und der Gymnasiumstraße erarbeitete das Büro noch zahlreiche weitere Verbesserungsvorschläge für andere Gefahrenstellen in Balingen. „Jetzt sind wir, die Verwaltung und die Gemeinderäte, gefordert“, sagte Oberbürgermeister Dirk Abel.

Grünen-Stadtrat Erwin Feucht erkundigte sich sogleich nach einem Zeitplan. „Kann schon gesagt werden, mit welcher Intensität die Stadt die Verbesserungsvorschläge angehen will?“

Einen genauen Zeitplan nannte die Verwaltung am Dienstagabend noch nicht. Tiefbauamtsleiter Volker Mutscheller kündigte zumindest an, dass kleinere Maßnahmen, zum Beispiel Beschilderungen, zum Ende des Jahres realisiert werden können. Letztlich dürfte allen Beteiligten klar sein, dass die Handlungsempfehlungen auch finanziert werden müssen. Deshalb wird die Stadt in Zeiten klammer Kassen genau schauen müssen, was umsetzbar ist und was nicht.