Der Gemeinderat hat einmal mehr über die rostigste Brücke Bisingens gesprochen. Sicher scheint: Die Bahn hält sich beim Steg über die Gleise beim Bahnhof fein raus. Kurz war während des Gemeinderats die ganz große Lösung im Gespräch.
Die Bahnlinie zerschneidet Bisingen. Wer vom einen Bereich in den anderen will, muss daher einige Umwege in Kauf nehmen. Der Fußgängersteg über die Bahnlinie beim Bahnhof wird daher auch von Fußgängern genutzt, in der Hauptsache aber sicher von Bahn-Fahrgästen. Wie es mit diesem Steg nun weitergeht, hat der Gemeinderat andiskutiert, bislang aber nicht beschlossen.
Christoph Michailidis: „Die ganze Treppe ist marode.“ Für ihn sind die Angebote, die die Gemeinde zuvor eingeholt hatte „rausgeschmissenes Geld“. Michailidis: „Ich will ein Angebot fürs ganze“ – soll heißen: für die Erneuerung des gesamten Brückenbauwerks. Damit brachte Michailidis die ganz große Lösung ins Gespräch.
Bauwerk wird mit Sonden untersucht
Ursprünglich stand die Idee im Raum, nur die Treppen zu erneuern. Dafür waren zuvor zwei verschiedene Varianten ausgearbeitet worden, eine teurer, eine günstiger. Der Steg selbst sollte hingegen erhalten bleiben. Armin Schaupp vom Bauamt berichtete, dass das Bauwerk derzeit untersucht werde. Eine Firma prüft es mit Sonden. Und offenbar gibt es einen ersten Befund: Beim waagrechten Teil sei der Rost nur oberflächlich, berichtete Armin Schaupp vom Bauamt.
Erstes Ergebnis: Den waagrechten Weg könnte man erhalten. Bei den Treppen brachte Bürgermeister Roman Waizenegger nicht umsonst seine Sympathie für die teure Lösung zum Ausdruck. Wie Schaupp erklärte, könnte man bei der günstigen Variante keine Kinderwagen hoch und herunterschieben. Zweites Ergebnis der Diskussion: Deshalb rückt eher die kostspieligere Ausführung in den Fokus (Abbruch und Verschrottung der alten Treppe und Fertigen einer neuen Treppenkonstruktion mit Fundamenten für rund 110 000 Euro brutto).
Deutsche Bahn hält sich raus
Volker Büschgen regte derweil die Kostenbeteiligung der Deutschen Bahn an. Dieter Fecker pflichtet bei: Für ihn ist es eine „Unverschämtheit“, dass sich die Bahn nicht beteiligt, denn schließlich sind es in der Hauptsache doch die Bahn-Fahrgäste, die über die Brücke gehen. Schaupp in Anspielung darauf über die Bahn: „Die sind da radikal.“
Neue Treppe darf nicht zu steil sein
Konrad Flegr erinnerte, dass die Gemeinde bereits in dieser Sache an die Bahn herangetreten war. In der Vergangenheit offenbar mit dem Hinweis auf die Werkstatt für behinderte Menschen der Lebenshilfe. Das Argument damals: „Es gibt zu wenige Passagiere“, erzählt Flegr. Er wies abschließend auf einen Aspekt hin, der vielleicht nicht direkt in den Sinn kommt: Die Fahrspuren auf den Treppen dürfen nicht zu steil angelegt werden, wenn sie noch angenehm befahren werden wollen. In diesem Fall müsste man mit langen Rampen rechnen.
Was von der Gemeinderatssitzung in diesem Punkt bleibt: Das Thema ist im Gespräch. Offen ist die Frage, welche Lösung nun gefunden wird – auch vor dem Hintergrund des klammen Haushalts.
Brücke zum Irisweg
Schräge Brücke
Ein weiteres Brückenbauwerk über die Bahnlinie hat Volker Büschgen angesprochen. Geplant ist neben dem Bau der Kita Reute eine Brücke zum Irisweg. Diese führt bisher schräg über die Schienen. Holger Maier erklärte, dass die Brücke so gebaut wird, weil dies für Rettungsfahrzeuge am praktikabelsten ist. Für die großen Spezialwagen wäre der Winkel sonst zu steil.
Planer geben Angebote ab
Mit welchem Planer die Gemeinde den Neubau der Kita Reute realisiert, wurde europaweit ausgeschrieben, berichtete Bürgermeister Roman Waizenegger. Die Gemeinde habe demnach eine Frist gesetzt, bis zu der Angebote eingegangen sein mussten. In der Januar-Sitzung wird dann beschlossen, wer das Bauwerk plant.