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Fußballprofi in Malaysia Armin Maier träumt von Topliga in Europa

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Armin Maier hat seine Wurzeln in Albstadt-Ebingen. Foto: www.asiana.my

Für den Albstädter Armin Maier hat sich ein Traum erfüllt. Der 23-Jährige ist Fußballprofi in Malaysia. In wenigen Wochen beginnt für ihn die Saison bei Selangor FC. Das Weihnachtsfest verbringt er das erste Mal ohne Familie in Kuala Lumpur. Wie es ihm dort in Zeiten der Corona-Pandemie ergeht, erzählt er in unserem (SB+)Artikel.

Sein Talent wurde bereits in jungen Jahren erkannt. Das Fußballspielen hat Armin Maier beim FV Rot-Weiß Ebingen gelernt. Bei der TSG Balingen hat er dann als Teenager eine hervorragende fußballerische Ausbildung genossen, die ihm die Tür zum damaligen Verbandsligisten FC 07 Albstadt öffnete. Doch es sollte noch besser kommen für den heute 23-Jährigen, der für die Nationalmannschaft von Singapur spielberechtigt ist. "Für Singapur bin ich spielberechtigt, da meine Mutter aus dem Land kommt und ich auch dort geboren bin", erzählt der talentierte Kicker.

Talentscouts aus Malaysia werden aufmerksam  

Anfang 2019 erhielt er ein Angebot für ein Probetraining beim malaysischen Rekordmeister und asiatischen Champions League-Teilnehmer Johor Darul Takzim. Er überzeugte und erhielt seinen ersten Profivertrag. Doch schon bald sollte ein weiterer Vereinswechsel anstehen.

"Seit Anfang diesen Jahres spiele ich bei Selangor FC, dem traditionsreichsten Verein Malaysias, nahe der Hauptstadt Kuala Lumpur. Der Wechsel kam zustande durch den technischen Direktor des Vereins, Michael Feichtenbeiner, der zuvor beim DFB als Junioren-Nationaltrainer gearbeitet hat", erzählt Armin Maier. Auch sein neuer Trainer Karsten Neitzel ist Deutscher. Er war zuvor unter anderem bei Holstein Kiel und Rot Weiss Essen als Übungsleiter tätig. "Ein malaysischer Verein, mit großen Zielen und der dazu noch von Deutschen geführt wird, das fand ich von Anfang an extrem spannend. Leider kam dann wenige Wochen nach meiner Ankunft durch Corona der erste Lockdown und dadurch auch der Abbruch der Saison, sodass wir am Ende nur die Hinrunde spielen konnten", erzählt Maier weiter. 

Kicker erkrankt an Covid-19

"Corona ist natürlich auch hier in Malaysia ein sehr großes Thema, mich selbst hat es Anfang April während des ersten Lockdowns getroffen. Das war eine sehr schwierige Zeit, da ich zu dem Zeitpunkt ganz alleine war und niemanden hatte. Ich hatte starke Symptome und habe zwei Wochen gebraucht um die Krankheit zu besiegen, und das alleine in einem fremden Land", berichtet der 23-Jährige. Im Juni durften dann alle Profimannschaften in Malaysia wieder mit dem Training beginnen, allerdings nur unter sehr strengen Maßnahmen und mit regelmäßigen Corona-Tests. "Das ist bei uns hier nicht anders als in der Bundesliga, ohne negativen Test darf man weder spielen noch trainieren", weiß Maier.

Bei über 30 Grad in Kuala Lumpur

Armin Maier lässt es sich gerade in Kuala Lumpur gut gehen, doch bald geht schon die Vorbereitung auf die Saison 2021 los. In Asien wird nach dem Kalenderjahr gespielt. Im Januar stehen die ersten Partien an. Doch noch hat Armin Maier genug Zeit, den Lifestyle in Kuala Lumpur zu genießen. "Momentan sieht mein Tagesablauf so aus, dass ich morgens aufstehe und das vom Verein vorgegebene Trainingsprogramm absolviere. Danach habe ich den ganzen Tag frei. Hier hat es das ganze Jahr über 30 Grad und in einer Großstadt am Meer gibt es viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen."

Eine etwas andere Mentalität

Die Mentalität ist eine andere als in Deutschland. Die Dinge sind entspannter. "Das ist natürlich der größte Unterschied, dass die Malaysier einfach lockerer sind und das Leben mehr genießen als wir Deutschen. Das kann einen manchmal nerven, weil ich aus Deutschland natürlich Ordnung, Disziplin und Pünktlichkeit gewohnt bin, aber ich habe gelernt, dass es auch gut sein kann, wenn man etwas entspannter durchs Leben geht."

Maier erinnert sich an ein Training, das für 8 Uhr am Vormittag angesetzt war: "Ich war natürlich um 7:30 Uhr schon in der Kabine. Als fünf Minuten vor Trainingsbeginn immer noch keiner da war habe ich mir langsam Sorgen gemacht, dass ich falsch bin. Doch in Malaysia ist es so, dass wenn um 8 Uhr ein Training angesetzt ist, dann kommen die Spieler auch erst um 8 Uhr. Das war schon gewöhnungsbedürftig am Anfang. Aber mittlerweile hat sich das auch geändert, da der Verein durch die vielen Deutschen natürlich auch etwas umgekrempelt wurde", berichtet der defensive Mittelfeldspieler. 

Immer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung

Armin Maiers Vertrag bei Selangor FC läuft noch bis Anfang 2022. In der Vergangenheit gab es immer wieder Angebote aus dem Ausland. Ein großes Ziel des gebürtigen Albstädters ist es einmal in einer Topliga in Europa sein Können unter Beweis zu stellen. Das Niveau der malaysischen Liga ist vergleichbar mit der 3. Liga in Deutschland, es gibt viele technisch starke und schnelle Spieler. Und viele junge Spieler wollen sich für höhere Aufgaben empfehlen, so auch Armin Maier. "Mein Ziel ist es, den Leuten zu beweisen, dass ich auch in einer Topliga spielen kann, wo auch immer das sein mag. Deswegen wird man sehen, was sich ergibt und ob ich meinen Vertrag hier erfülle. Ich bin momentan sehr glücklich, aber immer bereit und auf der Suche nach einer neuen, größeren Herausforderung."

Weihnachten ohne die Familie

Das Weihnachtsfest wird Armin Maier dieses Jahr mit Freunden in Kuala Lumpur verbringen. "Natürlich ist das sehr schade, da es mein erstes Weihnachtsfest ohne Familie und weit weg von Zuhause ist. Aber durch die strengen Einreisebestimmungen, vor allem in Malaysia, macht es einfach wenig Sinn in diesen Zeiten einmal um den halben Globus hin und zurück zu fliegen. Deshalb werde ich dieses Jahr Weihnachten bei 30 Grad unter Palmen feiern, anstatt unter einem Tannenbaum. Das ist auch mal was anderes."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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