Die Verbände müssen sich Gedanken machen, ob der 9. Mai als Starttermin noch zu halten ist. Foto: Eibner

Was lange fast ausgeschlossen war, rückt nun immer näher. Aufgrund der jüngsten Corona-Beschlüsse und des verlängerten Lockdowns bis zum 18. April ist eine Wiederaufnahme der Ligaspiele im Amateurfußball zum 9. Mai wenig realistisch. Damit könnte man die Saison komplett in die Tonne treten. 

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In den nächsten Tagen haben sowohl der Südbadische Fußballverband (SBFV), als auch der Württembergische Fußballverband (WFV) viel Arbeit vor sich. Die Zeit drängt. Die Frage muss beantwortet werden, ob in dieser Saison von Kreisliga bis Oberliga noch einmal Fußball gespielt werden kann oder eben nicht.

Saison sollte vom 9. Mai bis  20. Juni zu Ende gespielt werden

Eigentlich sollten die Vereine drei respektive vier Wochen Vorlaufzeit bekommen, um sich ordentlich auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zum 9. Mai vorbereiten zu können. Doch an ein konventionelles Mannschaftstraining ist derzeit nicht zu denken - geschweige denn an Vorbereitungsspiele, die ebenfalls von Nöten wären, um sportlich faire Spiele zu gewährleisten. Nun geht bis zum 18. April erst einmal so gut wie gar nichts. In manchen Landkreisen macht ein zu hoher Inzidenzwert bereits jetzt das seit dem 8. März erlaubte "kontaktlose Training in Zehnergruppen" unmöglich. 

Erneuter Saisonabbruch droht

Es droht also - wie im Vorjahr - ein Saisonabbruch. Einen entscheidenden Unterschied gibt es jedoch, denn wenn dieses Mal die Notbremse gezogen wird, dann kann die Saison auch nicht gewertet werden. Eine Annulierung würde alle Vereine hart treffen. Beispielsweise würde Landesligist FC 07 Albstadt  dadurch ins Tal der Tränen gestürzt. Im vergangenen Jahr bereitete die Wertung nach der Quotienten-Regelung den Wiederaufstiegsträumen in die Verbandsliga ein jähes Ende. In der Endabrechnung fehlten der Mannschaft von Trainer Alexander Eberhart vier Tore gegenüber dem punktgleichen VfB Friedrichshafen. 

Annullierung würde FC 07 Albstadt hart treffen

In der aktuellen Saison steht der FC 07 Albstadt mit neun Siegen und einem Unentschieden ungeschlagen an der Tabellenspitze der Landesliga Staffel IV. Auch in Sachen Torverhältnis gibt es bei 39:2 keinerlei Zweifel. Bei einer Annullierung der Saison wäre aber erneut der Aufstiegstraum geplatzt. "Man hofft immer. Wir haben letztes Jahr gehofft, wir hoffen jetzt, wir können aber nichts machen", äußert sich Coach Alexander Eberhart. 

Der Beirat des Württembergischen Fußballverbandes wird in seiner Sitzung am 9. April darüber beraten, ob eine Fortsetzung der laufenden Spielzeit und damit eine sportliche Wertung noch realistisch ist, oder ob die Meisterschaftsrunden im Amateurfußball annulliert werden müssen.

Oberliga in der Schwebe

Auch FC 08 Villingen-Trainer Marcel Yahyaijan sieht kein Licht am Ende des Tunnels.  "Eigenlich kann ich mir das nicht mehr vorstellen. So wie ich das jetzt verstehe, ist durch die Entscheidung Lockdown bis zum 18. April, klar, dass die Saison annulliert werden muss." Fakt ist: Das Zeitfenster wird immer kleiner - auch für die Oberliga Baden-Württemberg. "Annulierung ist tatsächlich das Schlechteste, was es geben kann", sagt Yahyaijan. Würde es in der Oberliga keine Aufsteiger geben, wäre es möglich, dass drei Teams aus der Regionalliga Südwest absteigen könnten. Dann würde die Oberliga in der neuen Spielzeit mit 24 Mannschaften an den Start gehen.

Schnittstelle zur Regionalliga 

"Die Oberliga ist die Schnittstelle zu Regionalliga und da müssen sich ja auch drei Verbände kurzschließen, daher könnte ich mir vorstellen, dass da noch eine Regelung in Sachen Aufstieg gefunden wird", sagt der Villinger Übungsleiter. Aktuell geht es für die Nullachter nur darum, sich irgendwie fit zu halten. An einen sportlichen Fortgang der Saison glaubt Yahyaijan kaum mehr.  Er hofft, dass wenigstens zum 1. Juli eine neue Fußballsaison in allen Ligen regulär starten kann. 

In kommenden Tagen findet nun ein Austausch in den zuständigen Verbandsgremien und zwischen den drei baden-württembergischen Fußballverbänden statt. Für die laufende Woche ist zudem ein Gespräch zwischen der Oberliga-Spielkommission und den Vereinen der Oberliga Baden-Württemberg zur aktuellen Situation geplant.

  

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