Die Legende im deutschen Fußball überhaupt – Franz Beckenbauer. Die Nachricht von seinem Tod am vergangenen Wochenende hat viele Foto: Pcture Alliance/dpa/Hartmut Reeh

Tod von Franz Beckenbauer macht auch im Fußballbezirk Schwarzwald betroffen. Viele erlebten Franz Beckenbauer noch bei seiner aktiven Zeit beim Rekordmeister FC Bayern München und der Nationalmannschaft der DFB-Fußballer.

Auch das Sommermärchen von 2006 bei der WM in Deutschland wäre ohne den „Kaiser“ nicht möglich gewesen, als ganz Fußball-Deutschland ein unvergessenes Fest feierte und erlebte.

 

Musste tief durchatmen

Auf die Frage an Michael Banholzer, wie er die Nachricht vom Tod von Franz Beckenbauer aufgenommen habe, sagt der Trainer der SG Böhringen/Dietingen: „Ich musste erst mal tief durchatmen und mehrmals lesen, als ich es am Montagnachmittag im NTV-Ticker vernommen hatte.“

Was verbinden Sie mit Franz Beckenbauer als Spieler, Teamchef der Nationalmannschaft und seiner Zeit danach? Beckenbauer gilt ja nicht nur als der wohl größte Fußballer von Deutschland, sondern wurde gern als „Lichtgestalt“ gesehen. Dazu sagt Banholzer: „Es sprengt hier den Rahmen alles zu nennen, was er für den Fußball auf und neben dem Platz in Deutschland unglaubliches geleistet hat. Dem Weltfußball wird er immer als einer der Größten in Erinnerung bleiben.“

Eine große Persönlichkeit

Auch Erwin Beck, Spartenleiter des Fußballlandesligisten SV Zimmern gehört zu der Generation, die vieles „gemeinsam“ mit dem „Kaiser“ erleben durfte. „Der Tod von Franz Beckenbauer kam doch etwas überraschend, obwohl er schon längere Zeit krank war. Er war sicherlich der beste Fußballer, den Fußball-Deutschland bisher hervorgebracht hat. Keiner interpretierte die Rolle des Liberos so wie er, dank seiner überragenden Technik und Eleganz.“

Beck erinnert sich nur zu gern daran, dass Beckenbauer „als Teamchef die DFB-Mannschaft 1990 zur Weltmeisterschaft geführt hat, er war die Persönlichkeit, auf die die Spieler gehört haben. Schließlich hat er die WM als Botschafter dann nach Deutschland geholt, für das er viele Jahr später dann Bestechungskritik einstecken. Das hatte er nicht verdient, da waren alle vom DFB im Boot, deshalb hat er sich auch wohl enttäuscht aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.“

Nachricht erschüttert

„Die Nachricht vom Tod Franz Beckenbauers erschütterte die ganze Fußballwelt. Insbesondere auch, weil diese doch sehr überraschend kam, obwohl die gesundheitlichen Probleme und der damit verbundene Rückzug aus der Öffentlichkeit bekannt waren“, zeigt sich Matthias Harzer, Bezirksspielleiter des WFV-Fußballbezirks, betroffen.

„Mit Franz Beckenbauer verliert der Weltfußball die wohl schillerndste Figur des deutschen Fußballs. Es gab wohl keinen, der als Spieler, Trainer und Funktionär derartige Erfolge feiern konnte. Selbst meine Generation, die den Kaiser nie als aktiven Fußballer sah, wusste um die sportlichen Erfolge“, so Harzer.

Unvergessene Szene

Nur zu gut erinnert sich der Seedorfer: „Unvergessen bleibt die Szene nach dem Abpfiff des Weltmeisterschaftsfinale 1990 in Rom, mit der er neben seinen Bemühungen um die WM 2006 deutsche Sportgeschichte schrieb. Seine Erfolge als Spieler, Trainer und Funktionär sind beispiellos und prägen den Deutschen Fußball und die Erfolge des FC Bayern bis heute.“

Dass der „Kaiser“ auch Schatten auf seinem Wirken hatte, lässt der Bezirksspielleiter nicht unerwähnt. „Dennoch wird auch immer ein dunkles Kapitel des deutschen Fußballs mit seinem Namen verbunden werden. Leider hat auch er es nicht geschafft, die Korruptionsvorwürfe rund um die WM-Vergabe 2006 vollständig aufzuklären. Das bleibt als Makel der ‚Lichtgestalt‘, eine Bezeichnung, die ihn nicht besser hätte beschreiben können.“

Von Meldung geschockt

Ebenso war für Nino Eisensteck „die Meldung vom Tod von Franz Beckenbauer natürlich ein Schock. Plötzlich kam sie jedoch nicht wirklich, da er ja schon mehrere Jahre mit verschiedensten Krankheiten zu kämpfen hatte. Für mich war Franz Beckenbauer der beste Fußballer der deutschen Geschichte. Seine Interpretation der Rolle des Liberos hat das Spiel verändert. Er stand gefühlt immer über allem“, blickt der Spielertrainer des Bezirksligisten FC Hardt mit Respekt auf das Leben von Beckenbauer und fügt an: „Wenn Franz Beckenbauer einen Raum betrat, hat der Raum geleuchtet, den Titel ‚Lichtgestalt des deutschen Fußballs‘ trug er zu Recht. Er war einer der Menschen mit dieser ganz besonderen Aura. Deutschland hat eine große Persönlichkeit verloren.“

Ein absolutes Idol

So meint Marc Agyemang, Spielertrainer des SV Seedorf: „Auch wenn Franz Beckenbauer vor meiner Zeit als Trainer und Spieler aktiv war, ist er ein absolutes Idol und wahrscheinlich bis heute die größte Persönlichkeit im deutschen Fußball gewesen. Weltmeister als Spieler und Trainer, Weltfußballer, national und international geschätzt und bewundert – mehr geht nicht! Eine Legende ist von uns gegangen, aber der Kaiser Franz Beckenbauer wird in der Fußballwelt für immer leben und in 100 Jahren noch ein Begriff sein.“

Aufgrund des Gesundheitszustands von Franz Beckenbauer kam für Peter Leopold die Nachricht „nicht ganz überraschend. Dennoch verstarb er leider viel zu früh“, so der Trainer des Landesligisten VfB Bösingen. „Franz Beckenbauer wird für mich als einer der besten Fußballer der Welt und als große Persönlichkeit in Erinnerung bleiben. Seine Art Dinge zu erklären, immer mit seinem Humor dabei, werde ich vermissen“, betont Leopold.

Ihm immer dankbar sein

„Die deutschen WM-Siege 74 und 90 werden immer mit seinem Namen verbunden bleiben, da er als Kapitän und Teamchef maßgeblichen Einfluss an den Erfolgen hatte. Alle, die die WM 2006 im eigenen Land miterleben durften, müssen Franz Beckenbauer immer dankbar sein. Ohne ihn hätte es diese tolle Veranstaltung in unserem Land nicht gegeben. Das er später als Sündenbock in der Korruptionsaffäre um die WM-Vergabe hingestellt wurde, hat er nicht verdient“, so der VfB-Coach.