Weltmeisterschaften, Titel, Sommermärchen, aber auch Korruption und Vorwürfe – was verbindet der Fußballbezirk mit Franz Beckenbauer?
Der Tod von Fußball- und Trainerlegende Franz Beckenbauer erschütterte viele Menschen, die tief mit dem Fußball verbunden sind, – auch im Bezirk Nördlicher Schwarzwald. Was verbinden sie mit dem „Kaiser“, der in den vergangenen Jahren auch für Kontroversen gesorgt hatte?
Edgar Pakai, Vorsitzender Bezirk Nördlicher Schwarzwald, sagt über den ehemaligen Funktionär des FC Bayern: „Franz Beckenbauer hat als Sportler und als Trainer den Fußball nicht nur in Deutschland maßgeblich geprägt und sich für unser Land verdient gemacht. Er hat sein ganzes Leben lang dem Fußball gewidmet und war dabei in aller Welt hoch angesehen.“
Schmälert Leistung nicht
Das Sommermärchen 2006 mit der Weltmeisterschaft machte Beckenbauer möglich, doch von den Korruptionsvorwürfen, die Jahre später im Zuge dessen aufkamen, konnte er sich nicht freimachen. Doch Pakai ist der Meinung, dass dies seinen Leistung für den Fußball keinen Abbruch tut: „Die Vergabe der Heimweltmeisterschaft 2006, die ihn etwas ins schlechte Licht gerückt hat, schmälert diese Lebensleistung nicht. Franz Beckenbauer war ein untadeliger Sportsmann.“
Seine Leistungen für den deutschen Fußball sieht Karin Raisch, Vorsitzende des SV Musbach, ebenfalls als unbestritten an, auch wenn er durch die undurchsichtige Vergabe der WM „ein paar Kratzer abbekommen“ habe. „Franz Beckenbauer steht als Person für den deutschen Fußball und er hat mit seinen Erfolgen – als Spieler und als Trainer – viel für das Ansehen unseres Landes getan. Viel glauben dass ihm fast alles in den Schoß gefallen ist, aber da tut man ihm glaube ich unrecht.“
Unruhe ist traurig
Sportkreispräsident Alfred Schweizer, den die Nachricht von Beckenbauers Tod erschüttert hat, sieht seine Leistung als Funktionär ebenfalls als ungeschmälert an. „Ohne geht es nicht“, sagt er und meint damit, dass ohne finanzielle und sonstige Gegenleistungen das Sommermärchen so eben nicht möglich gewesen wäre. „Dass das so viel Unruhe um seine Person gebracht hat, ist traurig.“
Moment der Sportgeschichte
Rein fußballerisch verbindet Schweizer mit dem Beckenbauer, dass er als Kapitän mit seiner Mannschaft 1974 im eigenen Land den Weltmeister-Titel geholt hatte.
„Und natürlich die WM 1990 in Italien. Die Szene, als Beckenbauer nach dem Spiel gegen Argentinien allein seinen Weg durch das Stadion in Rom gegangen ist und für sich still den Erfolg gefeiert hat“, erinnert sich Schweizer ergriffen an diesen Moment aus der Sportgeschichte.