Für den Manipulationsskandal im Fußballbezirk Nordschwarzwald ist nun nicht mehr das eigene Sportgericht zuständig. Das wurde bei der mit Spannung erwarteten Sitzung des Bezirksvorstands in Eutingen bekanntgegeben. Ein weiterer Giftpfeil wird gegen Ex-Staffelleiter Siegfried Schall verschossen.
Mit großer Spannung wurde die Sitzung des Vorstands des Fußballbezirks Nordschwarzwald erwartet. Zu besprechen gab es in Anbetracht der seit Monaten herrschenden Unruhe genug – und so wurde im Vorfeld auch Kritik laut, dass die Sitzung nicht schon längst vorverlegt wurde.
Getagt wurde nun im Sportheim des SV Eutingen hinter verschlossenen Türen. Viel von dem, was dort besprochen wurde, ist bislang noch nicht nach außen gedrungen. Der Bezirksvorstand selbst hat umgehend eine Pressemitteilung veröffentlicht. Die strittigen Themen spart er darin aus – bis auf eine Ausnahme. Und die hat es in sich: Für das Verfahren im Manipulationsskandal gegen den Bezirksvorsitzenden Wolfgang Ottmar und drei seiner Vorstandskollegen ist nun nicht mehr das Sportgericht des Bezirks Nordschwarzwald zuständig. Es wurde stattdessen an einen anderen Bezirk übergeben.
Manipulationsskandal trägt eigenwillige Bezeichnung
Ganz ohne Giftpfeil kommt der Bezirksvorstand in seiner Pressemitteilung allerdings nicht aus, denn den Manipulationsskandal bezeichnet er lapidar als „Akte Siegfried Schall vs. Bezirksvorstand“ – eine Spitze gegen den zurückgetretenen Staffelleiter aus Wart. Damit wird ein weiteres Mal deutlich, dass die Vorstandsspitze den Skandal nicht sonderlich ernst nimmt und ihn als einen persönlichen Feldzug von Schall herunterspielt. Er hatte aufgedeckt, dass ein Verein aus dem Kreis Calw eine Spielberechtigung manipuliert und so einem Spieler eine falsche Identität gegeben hatte. Schall wollte daraufhin ein Sportgerichtsverfahren einleiten, wurde aber vom Bezirksvorsitzenden Ottmar zurückgepfiffen. Schall trat aus Protest von all seinen Ämtern zurück und machte den Fall öffentlich. Dann wurde plötzlich doch ein Verfahren eingeleitet. Und tatsächlich: Das Sportgericht des Bezirks Nordschwarzwald sah Schalls Verdacht als erwiesen an. Daraufhin ließ der Warter, zu dem die Vorstandsspitze inzwischen jeden Kontakt abgebrochen hat, auch ein Sportgerichtsverfahren gegen Ottmar einleiten, weil dieser die Manipulation habe vertuschen wollen. In der Pressemitteilung des Bezirksvorstands heißt es dazu: „In der Akte Siegfried Schall vs. Bezirksvorstand ist aktueller Stand, dass es sich um ein laufendes Verfahren handelt, mit dem sich derzeit ein unabhängiges Sportgericht befasst.“
Spielorte für Finale und Relegation festgelegt
Abgesehen von der monatelangen Unruhe innerhalb des Bezirks ging es in der Vorstandssitzung aber auch um ganz reguläre Dinge. So habe man die Spielorte für die Bezirkspokalendspiele und Relegationsspiele festgelegt. Für die zehn möglichen Spiele hätten sich 25 Vereine beworben. „Nach bestem Wissen und Gewissen und unter geografischen Gesichtspunkten wurden die Orte zugewiesen“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Die Orte selbst hat der Bezirk allerdings noch nicht bekanntgegeben.
Klar ist nur: Der sogenannte Finaltag der Jugend mit den Pokalendspielen der A-, B- und C-Jugend findet am 28. Juni auf dem Sportgelände der Spvgg Berneck/Zwerenberg statt. Bei den C-Junioren (10.30 Uhr) stehen sich die SG Heiligenzimmern/Vöhringen und die SG Rexingen/Neckartal gegenüber, bei den B-Junioren (13 Uhr) die SG Freudenstadt und die SG Holzhausen/Vöhringen sowie bei den A-Junioren (16.30 Uhr) die SG Altburg/Alzenberg und der Sieger des zweiten Halbfinales zwischen der SG Vöhringen und der SG Freudenstadt.
Im Anschluss an die Relegation wollen sich am 21. Juni Staffelleiter und Vereinsvertreter beraten, um die Neueinteilung der Ligen für die Saison 2025/26 vorzunehmen. Der Staffeltag findet dann am 10. Juli in Vollmaringen statt.