Bei den Public-Viewing Stammspielern in Horb gibt es zur Fußball WM 2026 überraschende Auswechslungen. Wer nicht mehr dabei ist, wer einen Stammplatz hat und wer jetzt angreift.
Mitgefiebert im DFB-Pokalfinale? Gezittert um Aufstieg oder Abstieg? Bald soll das Fußball-Feuer wieder entfacht werden: Am Donnerstag, 11. Juni, startet die Fußball-WM 2026. Doch wo kann das gefeiert werden?
Die Umfrage unter Gastronomen in Horb zeigt: Die besten Stammspieler sind wieder dabei. Ein neuer ist auf dem Platz. Und einige haben die Nominierung für das Public-Viewing bei der Fußball-WM in Horb zurückgezogen.
Der neue Stürmer auf dem Platz zur Fußball WM in Horb
Es dürfte der internationalste Platz in Horb sein: Der Campingplatz auf der Schütte. Deshalb wird die Familie Cos, Betreiber der Camping-Gastro „Spätschicht“, hier das große WM-Fest feiern. Marvin Cos sagt: „Wir haben eine zehn Quadratmeter große LED-Leinwand bestellt. Montag wird sie aufgebaut – wir wollen unseren Gästen das beste Bild, besten Ton und damit das beste WM-Erlebnis in unserem Biergarten bieten.“
Ab dem Eröffnungsspiel (Mexiko-Südafrika am 11. Juni um 21 Uhr) werden hier alle Spiele bis zu einer Anstoßzeit um 22 Uhr gezeigt.
Darko Cos: „Wir haben ein internationales Publikum auf dem Campingplatz. Bei uns können alle gemeinsam die Fußball-WM schauen und feiern. Vor 20 Jahren startete das Sommermärchen in Deutschland – und wir holen ein Stück davon in unsere Campingsplatz-Gaststätte.“
Marvin Cos: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Du musst deinen Gästen was bieten.“ Mutter Tanja Cos: „Wer einen der garantierten 80 Sitzplätze haben möchte, dem empfehlen wir dringend schnellstens die Reservierung. Schon an normalen Wochenenden ist alles voll im Biergarten.“
Die Stammspieler beim Public Viewing in Horb
Mahir Özer (Schillerpub, Bistro Hag am Bahnhof): „Wir werden wieder ein großes Fußball-Fest zur Weltmeisterschaft 2026 feiern. Wir haben ohnehin von 8 bis 1 Uhr nachts offen. Der Fernseher läuft während jedes Spiels innerhalb unserer Öffnungszeiten – auf Wunsch der Gäste machen wir auch lauter.“ Mahirs Geheimtipp: Der Schillerpub. Der Wirt: „Wir haben 30 Plätze draußen, dazu kommt ein Lüftchen vom Mühlkanal.“
Auch ein zuverlässiger Stammspieler beim Public Viewing in Horb : Das Kö23.
Die Joker beim Public Viewing in Horb
Carsten Müller vom Gleis Süd ist mit seiner Terrasse vor dem Bahnhof Horb beim Eröffnungsspiel dabei. Der Gastronom: „Beim ersten Deutschland-Spiel wird auf jeden Fall der große Fernseher raus gestellt. Ich warte ab, wie sich die Stimmung entwickelt. Derzeit sehe ich noch keinen WM-Hype. Ich habe in Horb bisher noch niemand mit der Deutschland-Flagge am Auto gesehen.“
Nominierung zur Fußball-WM zurückgezogen
Der Rauschbart. Eine der Stamm-Arenen in Horb für das Public Viewing. Teilweise wurde sogar eine riesige LED-Wall für die Fußball-WM auf dem Rauschbart gebucht. Jetzt sagt Wirt Michael Singer: „Mir reicht es. 1000 Euro Lizenz für die Fifa. Gema-Gebühren. Zuletzt musste ich 250 Euro zahlen – nur weil ich zwei Spiele der Frauen-Fußball-WM gezeigt habe. Dazu die Technik, die durch den Auf- und Abbau auch nicht besser wird. Ich spare mir das Geld und mache aus dem Rauschbart und dem Biergarten Neckarrauschen Orte für die, die von Fifa und Fußball die Nase voll haben.“
Koray Yildiz, Wirt des Dolce Vita am Wilhelmsplatz: „Wir sparen uns das Public Viewing. Die Anstoßzeiten sind zu spät – die Türkei spielt sogar teilweise erst mitten in der Nacht. Dafür lohnt es sich für uns nicht, länger offen zu haben.“
Lilo Fradella (Porto Neckar): „Ich mache nichts. Die Anstoßzeiten der Spiele sind mir zu spät.“
Das sagen Branchenverband Dehoga und die Rathäuser zum Public Viewing
Anstoßzeiten
Carsten Müller, Vize-Vorsitzender der Fachgruppe Gastronomie im Landkreis Freudenstadt, sagt: „Das Problem bei der Fußball-WM 2026: Die Anstoßzeiten. Das erste deutsche Spiel am Samstag, 14. Juni, beginnt um 19 Uhr, die anderen starten um 22 Uhr in der Vorrunde. Da muss jeder Gastronom genau kalkulieren: Lohnt sich das für mich?“
Kalkulation
Der Dehoga-Sprecher: „Ich denke: Gastronomen, die die Infrastruktur bereits haben und ihr Geschäft ohnehin bis nach Mitternacht offen haben, werden Public Viewing machen. Die hohen Gebühren für die GEMA und sonstige Lizenzen sowie das Personal sollten durch den Konsum der Gäste refinanziert werden. Natürlich gibt es auch Gastronomen, die das Risiko auf sich nehmen.“
Öffentliches Public Viewing
. Freudenstadt hatte ein öffentliches Public-Viewing auf dem Marktplatz abgesagt. Carolin Schölzl, Geschäftsführerin des Tal X und Freudenstadts Tourismusdirektorin, sagt: Die Ausstrahlung sei zu kostenintensiv. Allein die Ausstrahlung der Europameisterschaft 2024 auf dem Marktplatz habe einen mittleren fünfstelligen Betrag gekostet. Auch das Rathaus Horb sagt: „Wir haben kein Public Viewing geplant.“