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Fußball-WM der Frauen Neun sind eng mit dem SC Freiburg verbunden

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Beim SC Freiburg zur Nationalspielerin gereift: Giulia Gwinn. Foto: Michael

Sie sind jung, sie sind talentiert, und sie wissen, was sie wollen. Am Freitag beginnt in Frankreich die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen –­ und beim Blick auf die Kaderliste des deutschen Teams sticht eines ins Auge: Der SC Freiburg steht in der Vita von neun Spielerinnen.

Birgit Bauer hatte in diesem Jahr einige Gründe, zufrieden zu sein. Die Managerin der Frauen des SC Freiburg darf auf eine gute Saison zurückblicken, in der die Bundesliga-Mannschaft erstmals ins lang ersehnte Pokalfinale eingezogen ist. "Das toppt alles ", sagt sie, "auch wenn wir verloren haben." Allein der Einzug ins Finale mache auch den siebten Platz in der Endabrechnung der ersten Bundesliga etwas wett. "Bei aller Euphorie muss man ja auch zugeben, dass das eigentlich nicht ganz unser Anspruch ist." Die Ambitionen in Freiburg, wo sonst oft Understatement und Bescheidenheit herrschen, sind gewachsen – nicht zuletzt, weil man in den Spielzeiten 2015/2016 und 2016/2017 Platz vier, im vergangenen Jahr sogar Rang drei eingeheimst hatte.

Die erfolgreiche Arbeit im Breisgau manifestiert sich jedoch auch in völlig anderen Zahlen – und dazu reicht ein Blick auf den Kader der A-Nationalmannschaft der Frauen, die am Samstag in Rennes gegen China in die Weltmeisterschaft starten. Mit Giulia Gwinn, Klara Bühl und Torhüterin Merle Frohms stehen drei Spielerinnen, die bis dato für den SC aufliefen und zum Teil auch künftig auflaufen werden, in Frankreich im WM-Aufgebot. Laura Benkarth, Verena Schweers, Sara Däbritz und Melanie Leupolz sind – ähnlich wie Gwinn und Bühl – beim SC groß geworden. Carolin Simon und Lina Magull haben vor ihren aktuellen Stationen in Lyon und München für den SC gespielt.

Kontinuität im Verein

All das deutet auf etwas viel Grundlegenderes hin: Der SC Freiburg hat sich auch in Sachen Frauenfußball zu einem echten Ausbildungsverein entwickelt. "Ein ambitionierter Ausbildungsverein sogar", korrigiert Bauer. Dass sich die Freiburger damit in der Republik einen Namen gemacht haben, bestätigt Merle Frohms, die selbst die "Wolfsburger Schule" durchlaufen hat: "Der Verein leistet ausgezeichnete Nachwuchsarbeit. Nicht aus Zufall haben viele Nationalspielerinnen auch den SC in ihrer Laufbahn stehen", sagt sie.

"Es macht mich unfassbar stolz, wenn ich das Aufgebot für diese Weltmeisterschaft sehe", unterstreicht Bauer. Die Managerin der SC-Frauen, die am Mittwoch ihren 55. Geburtstag feiert, ist maßgeblich am Erfolg der Frauensparte des Sportclubs beteiligt – schließlich ist die Frauenabteilung seit 29 Jahren ihr Leben, wie sie selbst betont. "Ich hatte in Ute Willaredt, Ede Beck, Lutz Riemenschnitter und Udo Makamul immer Begleiter, die genauso für die Sache gebrannt und gekämpft haben", betont Bauer. "Einer musste eben den Chef machen, wie das nun mal so ist. Das heißt aber nicht, dass sie nicht genauso viel beigetragen haben und noch immer beitragen."

Geduld als Erfolgsrezept

Das Konzept ist so stringent wie klar: Der SC Freiburg setzt an der Basis an und besticht durch Durchlässigkeit. Lutz Riemenschnitter sichtet bereits die Jüngsten in der Region, knüpft Kontakte – und pflegt sie mit Chefscout Edgar Beck. "Wir versuchen die Mädchen von klein auf zu begleiten", hatte Riemenschnitter einmal über die zeitintensive Arbeit gesagt. Die Kontaktpflege sei deshalb so wichtig, weil die Nachwuchs-Spielerinnen so lange wie möglich in ihren Heimatvereinen – am besten zusammen mit den Jungs – spielen sollen. In dieser Phase trainieren sie hauptsächlich in den Ferien beim SC mit oder reisen zu Trainingslagern an. So lange, bis die Zeit reif ist.

Stetige Entwicklung

Im Falle von Giulia Gwinn war das im Alter von 15 Jahren. Damals kam sie aus Ailingen über Friedrichshafen, Ravensburg und Weingarten nach Freiburg. Ein Riesentalent, das hatten Riemenschnitter und Beck früh erkannt. "Der SC war in all den Jahren der perfekte Verein für mich", bestätigt Gwinn heute. "Dort ist mir als sehr junge Spielerin sehr früh sehr viel Vertrauen geschenkt worden." Sie wurde behutsam an die großen Aufgaben herangeführt, heimste 2016 mit den Juniorinnen den Europameistertitel ein – damals Seite an Seite mit Vanessa Ziegler, Janina Minge und Klara Bühl, die alle weiterhin im Breisgau spielen. "Ich bin in Freiburg erst zur Bundesliga- und dann zur Nationalspielerin gereift", sagt Gwinn. Allerdings wird sie im kommenden Jahr – wie bereits einige SC-Spielerinnen vor ihr – für den FC Bayern München auflaufen und folgt Coach Jens Scheuer in die bayerische Metropole. Ein schmerzlicher Verlust für Bauer und das Team –­ auch wenn Gwinn betont: "Mir ist die Entscheidung alles andere als leicht gefallen. Letztendlich hatte ich aber das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt ist und ich den Mut aufbringen muss, mich etwas aus meiner bisherigen Komfortzone zu bewegen, um besser zu werden."

Starke Eigengewächse

Anders verhält es sich bei Klara Bühl, die auch nach der WM beim SC bleiben wird. "Ich fühle mich hier richtig wohl und bin natürlich sehr dankbar, schon früh die ersten Schritte im Erwachsenenbereich gemacht haben zu dürfen. Ich sehe meine Entwicklung hier aber keineswegs schon zu Ende und freue mich, die nächsten Schritte in Freiburg machen zu können", sagt die 18-Jährige.

Dass die beiden – und auch Merle Frohms als zweite Keeperin –­ dem Nationalteam bei der WM helfen können, davon ist Birgit Bauer überzeugt. "Klara sicherlich mit ihrer Unbekümmertheit – ­Giulia mit ihrer Schnelligkeit." Die Ziele, die das Freiburger Trio in Frankreich mit der deutschen Nationalmannschaft verfolgen werden, sind klar gesteckt: erst der Gruppensieg, dann die Olympia-Qualifikation – und im besten Fall am Abend des 7. Juli den Pokal in Lyon gen Himmel strecken.

Nachwuchs überzeugt

Dass sie aus der WM selbst jede Menge Erfahrung ziehen werden, davon ist Birgit Bauer überzeugt. "Klara kenne ich, seit sie ein kleines Mädchen ist", betont Bauer. "Ich konnte zuschauen, wie sie immer reifer geworden ist. Und ich bin davon überzeugt, dass sie noch reifer aus Frankreich zurückkehren wird." Davon profitiert am Ende schließlich auch der SC Freiburg –­ und könnte einen neuen Stern am Bundesliga-Himmel in seinen Reihen haben.

Im Unterbau spielen sich bereits die nächsten ins Rampenlicht. Vor eineinhalb Wochen haben sich die B-Juniorinnen um Kapitänin und U17-Europameisterin Victoria Ezebinyou zum zweiten Mal in Folge den Titel in der Bundesliga Süd gesichert. Am Wochenende stehen sie im Halbfinale um den deutschen Titel – und könnten damit ein weiteres Mal die starke Jugendarbeit des SC Freiburg untermauern.

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